Street View: Google will künftig gänzlich auf WLAN-Scanning verzichten

Das geht aus einem Bericht kanadischer Datenschützer hervor. In Zukunft wird das Unternehmen von Mobilgeräten gesendete Informationen über WLAN-Netze verwenden. Anwender können die Weiterleitung dieser Daten in der Regel abschalten.

Google will offensichtlich das Sammeln von Daten über WLAN-Hotspots für den Kartendienst Street View endgültig stoppen. Das geht aus einem Bericht der kanadischen Datenschutzbeauftragten Jennifer Stoddart hervor.

Wegen der Datensammlung war es weltweit zu Protesten gekommen. Im Juli wurde deshalb die Hard- und Software für die WLAN-Analyse vorübergehend aus den Street-View-Autos entfernt.

Allerdings war damals noch nicht klar, ob die Sammlung der WLAN-Daten, die Google zur Ortsbestimmung verwendet, wieder aufgenommen wird. Laut dem kanadischen Datenschutzbericht „wurde die Sammlung eingestellt, und Google hat keine Pläne, sie wiederaufzunehmen“. Stoddart habe im Gespräch mit Google-Managern erfahren, dass das Unternehmen künftig „die nötigen Informationen für seine Datenbank standortbasierter Dienste über die ‚Telefone der Anwender‘ beziehen“ will.

Nutzer von Mobiltelefonen und Laptops, die bestimmte Google-Anwendungen verwenden, leiten – falls diese Option im Gerät aktiviert ist – automatisch Informationen über ihren Standort an den Suchmaschinenanbieter weiter. Diese von der Anwender-Community gesammelten Daten ermöglichen Google anschließend eine Verfeinerung seiner Kartendienste.

Wenn Nutzer beispielsweise in Google Maps ihren aktuellen Standort auf Basis von WLAN-Daten ermitteln wollen, schicken ihre Geräte eine Liste aller gefundenen WLAN-Hotspots an Google. Diese Informationen werden dann mit Googles Datenbank von Adressen abgeglichen, die mit diesen Hotspots verbunden sind. Die Informationen über den Standort der WLAN-Hotspots stammen aus dem Street-View-Projekt.

Die PC-Version von Google Maps verfolgt einen ähnlichen Ansatz. In einem Kommentar im Quellcode von Googles Open-Source-Browser Chromium heißt es: „Gegenwärtig erhalten wir nur Zugriff auf die MAC-Adresse, die Signalstärke, den Signal-Rausch-Abstand und die SSID (Service Set Identifier, der vom Anwender vergebene Name des Netzwerks)“ jedes WLAN-Netzes.

Die Anwender werden in den Datenschutzbestimmungen über dieses Verhalten informiert. Für Mobilgeräte heißt es hier: „Sollten Sie standortbezogene Produkte und Services wie Google Maps für Handys nutzen, übermitteln Sie uns möglicherweise Standortinformationen.“ Man kann die Übermittlung der WLAN-Daten auch in den Einstellungen verhindern. Allerdings lässt sich dann auch der eigene Standort nicht mehr über Triangulation mit WLAN-Hotspots ermitteln.

Die Datenschutzeinstellungen sind bei jedem Handy unterschiedlich. „Im Fall von Android muss man der Standortbestimmung explizit zustimmen“, erklärte eine Google-Sprecherin. „Das gilt für Dienste und auch für einzelne Anwendungen, die Geolokalisierungsfunktionen bieten. Android informiert den Anwender und gibt ihm die volle Kontrolle über die Standortbestimmung, die Weitergabe von Standortinformationen und deren Verwendung für Komfortfunktionen … Wir geben keine Informationen über den Standort einzelner Anwender, die über deren Geräte übermittelt werden, an Applikationen oder andere Dienste weiter.“

Themenseiten: Android, Big Data, Chrome, Datenschutz, GPS, Google, Google, Handy, Internet, Mobile, Privacy

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