Bericht: Twitter und Salesforce verhandeln weiter

Salesforces Investoren scheinen wenig begeistert: Der Kurs fiel nach Bekanntwerden des Interesses um etwa 5 Prozent. Twitter stürzte am Montag erneut um 11 Prozent ab. Es hofft auf einen Abschluss vor der nächsten Quartalsmeldung am 27. Oktober.

Die Übernahmegespräche zwischen Salesforce.com und Twitter dauern an. Das berichtet die New York Times mit Verweis auf zwei Insider. Salesforce habe sich nicht durch einen Kursverlust um 5 Prozent irritieren lassen, der erfolgte, nachdem sein Interesse an Twitter bekannt wurde.

Twitter und Salesforce (Bild: ZDNet.de)Salesforce unterhält seit 2012 eine Partnerschaft mit Twitter und speist dessen Daten in seine Analytics-Systeme ein. Es bewertet diese Datenquelle laut New York Times höher als den Unwillen einiger Investoren, der sich in dem jüngsten Kursverlust ausdrückte. Beide Unternehmen lehnten eine Stellungnahme gegenüber CNET.com ab.

Auch Twitters Aktienkurs sinkt stetig. Am Donnerstag vergangener Woche hat es rund 20 Prozent an Wert verloren, am Montag noch einmal rund 11 Prozent. Es soll in der vergangenen Woche Interessenten informiert haben, dass es einen Abschluss bis 27. Oktober anstrebt – dem Tag, an dem es Zahlen fürs dritte Geschäftsquartal melden wird.

Neben Salesforce.com wurden in der Vergangenheit auch Alphabet/Google, Apple und Disney als mögliche Interessenten genannt. Alle drei haben aber jüngsten Berichten zufolge die Verhandlungen abgebrochen. Salesforce soll der letzte unmittelbare Bewerber sein, nur über den Preis besteht offenbar keine Einigkeit.

Twitter hat im ersten wie auch im zweiten Fiskalquartal 2016 die Erwartungen der Wall Street verfehlt. Zuletzt betrug der Nettoverlust 107 Millionen Dollar oder 15 Cent je Aktie. Fürs dritte Quartal erwartet es Umsätze zwischen 590 und 610 Millionen Dollar. Laut Thomson Reuters Starmine schrieb es die letzten 11 Quartal immer rote Zahlen.

Mit 313 Millionen aktiven Nutzern pro Monat ist Twitter immer noch eine wichtige Quelle für Eilmeldungen. Zunehmend streamt es auch Video, verbreitet etwa in Partnerschaft mit Cheddar US-Wirtschaftsnachrichten, Fernsehshows von Bloomberg und Footballspiele der NFL.

Das stagnierenden Nutzerwachstum versucht das Social Network mit Vereinfachungen anzukurbeln, um Neulinge nicht abzuschrecken. So wurde das traditionelle 140-Zeichen-Limit aufgeweicht. Fotos, Videos, Zitate und Umfragen etwa zählen nicht mehr mit. Für Direktnachrichten gilt es gar nicht mehr. Mit Moments gibt es auch eine für alle verfügbare Möglichkeit, mit mehreren Tweets eine durchgängige Geschichte zu erzählen.

Nach dem Kauf von LinkedIn durch Microsoft ist außer Twitter kein unabhängiges Social Network mit weltweit signifikanter Nutzerschaft mehr am Markt. Twitter könnte aber auch nur den Videodienst Vine oder die Anzeigenplattform MoPub verkaufen. Ein Stellenabbau ist anstelle eines Verkaufs, aber auch vorbereitend denkbar.

[mit Material von Steven Musil, CNET.com]

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Florian Kalenda
Autor: Florian Kalenda
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