Kodak will seine Patente „heimlich“ versteigern

Eine vertrauliche Auktion soll die 20 Interessenten zu Geboten ermutigen. Kodak will nur den erfolgreichen Bieter und sein Gebot nennen. Die Versteigerung ist für den August angesetzt und könnte bis zu 2,6 Milliarden Dollar bringen.

Das insolvente Traditionsunternehmen Eastman Kodak hat beim Konkursgericht eine vertrauliche Versteigerung seines Patentportfolios beantragt. Es geht um insgesamt 1100 Schutzrechte, die sich überwiegend mit Digitalfotografie befassen. Da heute praktisch jedes Smartphone eine Kamera besitzt, ließen sich Kodaks Patente mutmaßlich in Patentstreitigkeiten etwa zwischen Apple und Googles Android-Partnern wie HTC oder Motorola einsetzen. Sie sind daher auch für Unternehmen interessant, die sich gegen Patentklagen absichern wollen.

Kodak schlägt ein Auktionsverfahren vor, bei dem am Schluss nur der Name des erfolgreichen Bieters und die Höhe seines Gebots öffentlich gemacht werden. Alle anderen Bieter und ihre Gebote sollen vertraulich bleiben. Laut Kodak kam der Auktionsprozess bisher nicht in Gang, da keine der interessierten Parteien mit einem ersten Gebot den Mindestpreis vorgeben wollte.

„Die für die Auktion vorgeschlagene Struktur ist maßgeschneidert für die besondere Natur dieser Vermögenswerte“, erklärte Kodak-Manager Timothy M. Lynch. „Das Versteigerungsverfahren wurde konzipiert, damit die Bieter uns ihre besten Angebote nennen können, ohne befürchten zu müssen, dass ihnen ihre Rivalen in die Karten sehen.“

Nach früheren Schätzungen könnte Kodak für seine Patente 2,6 Milliarden Dollar erlösen. Es führt schon längere Zeit vertrauliche Gespräche mit 20 Interessenten. Durch die Lizenzierung seiner Patente aus dem Bereich digitaler Bildverarbeitung an Unternehmen wie Samsung, LG, Motorola und Nokia konnte Kodak seit 2001 Einnahmen von über 3 Milliarden Dollar erzielen.

Der Fotopionier erwartet, dass sich das zuständige Gericht am 2. Juli mit seinem Antrag beschäftigt. Die Auktion soll Anfang August stattfinden und das erfolgreiche Gebot am 13. August veröffentlicht werden.

Kodak hatte im Januar Gläubigerschutz nach Chapter 11 des US-Insolvenzrechts beantragt. Im Februar gab es bekannt, das Kamerageschäft einstellen zu wollen. Nur ein Darlehen über 950 Millionen Dollar erlaubte die Fortführung des Geschäftsbetriebs während der Umstrukturierung. Vermutlich um weitere Lizenznehmer zu gewinnen und den Wert seiner Schutzrechte zu demonstrieren, reichte Kodak Klagen wegen angeblicher Patentverletzungen gegen Apple, HTC und Samsung ein.

[mit Material von Steven Musil, News.com]

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Themenseiten: Business, Gerichtsurteil, Kodak, Mobile, Patente, Smartphone

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