Twitters Videochef verlässt das Unternehmen

Baljeet Singh war vor zwei Jahren von Youtube gekommen. Abgesehen vom eigenständig laufenden Vine hat Twitter bisher kaum Videos vorzuweisen - während Online-Bewegtbilder derzeit als bevorzugtes Werbeumfeld gelten. Vine führt parallel eine Best-of-Sammlung namens For You ein.

Twitter hat einen wichtigen Manager verloren: Wie es Recode bestätigte, verlässt der für den Bereich Video zuständige Baljeet Singh das Social Network. Er war vor zwei Jahren zu Twitter gestoßen, nach etwa fünf Jahren bei Youtube. Sein Titel lautete Senior Product Director.

Twitter (Bild: Twitter)Damit wird Twitter in einem Bereich geschwächt, in den es Social Networks zunehmend zieht: Facebook sieht sich im Videobereich fast schon auf Augenhöhe mit Youtube. Twitter hat dem bisher nicht viel mehr als seinen Kurzvideodienst Vine und die Livestreaming-App Periscope entgegenzusetzen. Beide lagen nicht in Singhs Aufgabenbereich. Beispielsweise ist es überhaupt erst seit Januar 2015 möglich, mit einer Twitter-Mobil-App ein Video zu posten.

Im Juni hatte Twitter schon drei Produktmanager verloren, wie Recode rekapituliert. Im Oktober verabschiedete sich zudem Glenn Brown, der für Videowerbung verantwortlich war.

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Videowerbung gilt als der am schnellsten wachsende Anzeigenmarkt – und genau hier ist Twitter bisher wenig interessant für Werbetreibende. Im Sommer 2015 startete es daher eine Video-Offensive, in deren Rahmen es einen automatischen Start (ohne Ton) einführte. Der Mangel an Videos soll auch Anlass für interne Diskussionen über eine stärkere Integration von Vine sein.

Gerade heute kündigt Vine umgekehrt eine neue Funktion an, die es von Twitter übernommen haben könnte. Es ist ein Bereich für Video-Empfehlungen namens „For You“, der an Twitters Moments erinnert, die ja ebenfalls als Best-of-Sammlung konzipiert sind. Vorerst gibt es den Reiter For You nur in der iOS-App. Android soll in Kürze nachziehen.

Das seit Oktober verfügbare Moments ist Teil einer strategischen Umgestaltung von Twitter. Es versucht unter CEO Jack Dorsey, sein Nischendasein abzuschütteln und durch eine stärkere Orientierung am Mainstream das Nutzerwachstum zu beschleunigen. Im November hatte es schon seine Favoriten und das zugehörige Sternsymbol durch Likes und Herzen ersetzt.

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