FCC: Tracking-Schutz Do Not Track bleibt freiwillig

Einen Antrag von US-Verbraucherschützern auf eine verpflichtende Einführung des Tracking-Schutzes lehnt die Telekommunikationsbehörde ab. Sie will Inhalteanbieter wie Google und Facebook nicht regulieren. Consumer Watchdog wirft der FCC indes vor, ihre Kompetenzen nicht zu nutzen.

Die Federal Communications Commission hat am Freitag einen Antrag der US-Verbraucherschutzorganisation Consumer Watchdog abgelehnt, der Internetfirmen wie Facebook, Google und Netflix gezwungen hätte, den Tracking-Schutz Do Not Track zu akzeptieren. Stattdessen sollen sie weiterhin selbst entscheiden, ob sie der Aufforderung ihrer Nutzer nachkommen, keine Daten über sie zu speichern oder gar an Dritte weiterzugeben, wie Computerworld berichtet.

Privatsphäre (Bild: Shutterstock_162110726)„Die Kommission hat unmissverständlich klargemacht, dass sie nicht beabsichtigt, Edge Provider zu regulieren“, zitiert Computerworld aus der Entscheidung der FCC. Edge Provider definiere Consumer Watchdog als Firmen, die Inhalte, Anwendungen und Services anbieten, die über einen Breitband-Internetanschluss zugänglich sind. Als Beispiele nenne sie neben Facebook und Google auch LinkedIn, Pandora und Youtube.

Die Verbraucherschützer wollten aber nicht nur erreichen, dass Inhalteanbieter dazu verpflichtet werden, Do Not Track anzuerkennen. Die FCC sollte dem Bericht zufolge auch festlegen, dass Online-Dienste nicht von ihren Nutzern verlangen dürfen, dass sie der Verfolgung ihrer Internetaktivitäten freiwillig zustimmen, um im Gegenzug Zugang zu Inhalten oder Diensten eines Anbieters zu erhalten.

Der Tracking-Schutz, den die fünf großen Internetbrowser Internet Explorer, Chrome, Firefox, Safari und Opera als Option unterstützen, ist schon länger umstritten. Während sich vor allem Daten- und Verbraucherschützer für Do Not Track einsetzen, kommt Kritik vor allem von Werbetreibenden und Websitebetreibern. Die gesammelten Daten beispielsweise über besuchte Websites lassen sich für zielgerichtete Werbung nutzen, die Firmen wie Google und Facebook höhere Einnahmen verspricht.

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Allerdings fehlt bisher ein allgemein anerkannter Standard für Do Not Track. Im August hatte die Electronic Frontier Foundation vorgeschlagen, die Regeln für Do Not Track einfacher zu gestalten. Firmen sollen unter anderem die Möglichkeit erhalten, selbst zu entscheiden, welche ihrer Domains den Tracking-Schutz respektieren. Das soll es mehr Websitebetreibern erlauben, Do Not Track zu untersützen. Die EFF hofft zudem, dass eine höhre Verbreitung den Tracking-Schutz stärkt.

Consumer Watchdog will laut Computerworld weiter für eine rechtliche Grundlage für Do Not Track kämpfen. „Wir glauben, die FCC ist berechtigt, weitreichendere Datenschutzregeln im Internet durchzusetzen, als sie es bisher getan hat“, wird John Simpson, Chef des Privacy Project von Consumer Watchdog, in einer Stellungnahme zitiert. Do Not Track sei eine einfache Methode, um Nutzer die notwendige Kontrolle über ihre Daten zu geben, und kein Versucht, die Inhalte des Internets zu regulieren.

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Themenseiten: Browser, Datenschutz, Federal Communications Commission, Privacy

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Stefan Beiersmann
Autor: Stefan Beiersmann
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