Lenovo plant zwei Smartphone-Generationen jährlich

E-Commerce-Angebote wie Moto Maker will es sogar jedes Quartal erneuern. Motorola wird als High-End-Marke positioniert, Lenovo selbst für den Einsteigerbereich. Lokale Partner braucht der Konzern vor allem, um von 3G auf 4G wechselnde Kunden zu umwerben.

Lenovo hat seine strategische Planung im Smartphone-Segment öffentlich gemacht. Nach Abschluss der Übernahme von Motorola will es demnach zweimal jährlich zwei neue Produkte einführen und sein E-Commerce-Angebot im Quartalsrhythmus aktualisieren.

Logo Motorola (Bild: Lenovo)Im abgelaufenen Quartal konnte Lenovo nach eigenen Angaben schon mehr Smartphones als PCs verkaufen. Diese Angabe ergänzt den Quartals- und Jahresbericht von letzter Woche: Inklusive der Produkte von Motorola Mobility lieferte Lenovo demnach im vierten Quartal 18,7 Millionen Smartphones aus. Im Gesamtjahr waren es 76 Millionen, was einen neuen Rekordwert darstellt. Der Umsatz der Mobilsparte, zu der auch Android-Tablets und Smart-TVs zählen, lag bei 2,8 Milliarden Dollar im vierten Quartal.

Vertriebsmanager Dillon Ye erklärte, mit den beiden Marken gebe es zahlreiche Wachstumsmöglichkeiten für das Unternehmen. Aufgrund von Synergien könne es zudem gelingen, Motorola innerhalb von vier bis sechs Quartalen profitabel zu machen.

Der Lenovo-Manager sagte: „Der Wettbewerb ist wirklich heftig. Für Lenovo wollen wir unsere hauseigenen Fähigkeiten nutzen, unsere durchgängiges Potenzial, das uns die Entwicklung eines bestechenden Portfolios in höchst effizienter Geschwindigkeit ermöglicht. Grundsätzlich wollen wir zweimal im Jahr ein neues Produkt veröffentlichen.“

Moto Maker (Bild: Motorola)Chancen sieht er auch im Bereich Online-Direktvertrieb, wo Motorola mit seinem Anpassungswerkzeug Moto Maker Maßstäbe gesetzt hat: „E-Commerce ist zugleich eine riesige Chance. Auf Basis von Interaktionen mit Kunden werden wir ein attraktives Portfolio entwickeln, das auf Online-Käufer zugeschnitten ist. In diesem Bereich setzen wir auf quartalsweise Aktualisierungen, um die Attraktivität sicherzustellen.“

Die Stärke von Motorola liegt Ye zufolge im Premium-Smartphone-Segment, wo es etwa in Australien, Europa, Neuseeland und Nordamerika erfolgreich ist. Lenovo hingegen sei strategisch als Marke für Einsteigergeräte in Entwicklungsmärkten positioniert, darunter Indien, Indonesien und Thailand. Zugleich visiere man weitere Märkte wie Bangladesch und Myanmar an.

Die „Umstellung der Kundenstrategie“ im Smartphone-Bereich füge sich in die digitale Zielsetzung des Gesamtunternehmens ein, hieß es noch. Dazu werde man den in den USA seit drei Jahren angebotenen Moto Maker ausweiten und in weiteren Ländern eine E-Commerce-Plattform einrichten. Um aggressiv Kunden zu gewinnen, die gerade von UMTS/3G-Netzen auf LTE umstellen, tut sich Lenovo zudem jeweils mit Partnern vor Ort zusammen.

Lenovo hat nach dem Kauf von Motorola mehrfach betont, dass es diese Marke vor allem außerhalb von China nutzen will, wo sie etabliert ist. Es sieht dies als wichtigen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen expandierenden chinesischen Firmen, vor allem Xiaomi, das in den USA und Europa größtenteils unbekannt ist.

[mit Material von Aimee Chanthadavong, ZDNet.com]

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Themenseiten: Lenovo, Motorola Mobility, Smartphone, Strategien

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