Start-up bringt Android-Apps auf Windows

Die Software von BlueStacks virtualisiert einen angepassten Build des Google-OS. Native Android-Apps laufen darunter aber noch nicht. Die Funktion soll bis Dezember nachgerüstet werden.

OpenStacks Android Virtualisierung

Ein Start-up namens BlueStacks will Android-Apps auch unter Windows lauffähig machen. In einer ersten Finanzierungsrunde hat es 7,6 Millionen Dollar an Wagniskapital erhalten. Zu den Geldgebern gehören Ignition Ventures, Radar Partners, Helion Ventures, Redpoint Ventures und Andreessen Horowitz.

BlueStacks stellt eine Lösung bereit, die Android unter Windows virtualisiert. Als Vertriebspartner für Unternehmen ist Citrix mit im Boot; für den Endkundenmarkt ist BlueStacks zudem Partnerschaften mit ungenannten PC-Herstellern eingegangen.

„Die Idee ist ganz einfach“, sagte CEO und Gründer Rosen Sharma, der zuvor als CTO bei McAfee beschäftigt gewesen war. Die sechsjährige Tochter eines seiner Mitgründer habe sich ein Notebook mit denselben Apps gewünscht, die auch auf dem Android-Smartphone ihres Vaters liefen. „Die Zahl der Leute, die sich so etwas wünschen, ist immens – sowohl auf Seiten von Privat- als auch Unternehmenskunden.“

Sharma zufolge lassen sich Android-Apps wie gewohnt nutzen, sobald die BlueStacks-Software installiert ist. „Vom Nutzererlebnis her sieht es einfach so aus, als würden Anwender eine App starten.“

Auch Gestensteuerung ist laut Sharma kein Problem: „Es gibt schon viele Geräte mit Touchscreen. In zwei Jahren wird jeder Standard-Laptop einen haben.“ Zudem unterstützten die Trackpads aktueller Laptops schon oft Multitouch-Gesten wie Pinch-to-Zoom. „Das bedeutet, dass nur sehr wenige Apps wirklich auf reine Touchscreens oder Multitouch-Gesten angewiesen sind, etwa Spiele. Der abgedeckte Bereich ist groß.“

Probleme könnten sich jedoch bei der Hardware-Unterstützung auftun. Smartphones und Tablets werden großteils von ARM-Chips angetrieben, während Windows-Rechner x86-Prozessoren von Intel oder AMD einsetzen. Daher nutzt BlueStacks einen eigenen OS-Build des Open-Source-Projekts Android.

Manche Android-Apps – etwa die Mobilversionen von Firefox und Opera – basieren auf Googles Native Developer Kit, sodass die Programme direkt auf dem Prozessor laufen anstatt in Androids Java-ähnlicher Software-Umgebung. „Die meisten Apps arbeiten mit beiden Plattformen. Aber eine App, die nativen ARM-Code nutzt, läuft noch nicht mit BlueStacks“, sagte Sharma. Die Funktion werde bis Dezember freigeschaltet. Man werde auch versuchen, Windows-Apps auf Android zu bringen – allerdings nur auf x86-Versionen des Google-Betriebssystems, die noch nicht am Markt sind.

Sharma plant, im Juni oder Juli eine kostenlose Beta-Version seiner Software zu veröffentlichen. Ein Preis für die Final steht noch nicht fest. Sie soll im vierten Quartal 2011 erscheinen. BlueStacks nutzt den Amazon Appstore für die Verteilung seines Programms, weil Google den Android Market auf ARM-basierte Geräte beschränkt hat.

Themenseiten: ARM, Android, Betriebssystem, Business, Intel, Mobil, Mobile, Smartphone, Software, Virtualisation, Virtualisierung, Windows

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