Rakuten kauft Messaging-Dienst Viber für 900 Millionen Dollar

Der japanische E-Commerce-Konzern erweitert damit sein umfangreiches Portfolio von Internetdiensten. Rakuten expandiert weltweit durch Übernahmen wie die des kanadischen E-Reader-Anbieters Kobo. Mit Viber gewinnt er 300 Millionen Nutzer in 193 Ländern hinzu.

RakutenRakuten hat die Messaging- und VoIP-Plattform Viber für 900 Millionen Dollar übernommen. Der japanische E-Commerce-Konzern erweitert damit sein umfangreiches Portfolio von Internetdiensten. Ihm gehört außerdem bereits der kanadische E-Reader-Anbieter Kobo – und er hofft mit dem Kauf von Viber insbesondere, mit seinen digitalen Medieninhalten in aufstrebende Märkte expandieren zu können.

Rakuten wurde 1997 gegründet und beschäftigt weltweit über 10.000 Mitarbeiter. Das Unternehmen wurde vor allem durch Zukäufe, etwa von Buy.com in den USA, zu einem der zehn weltweit größten Internetunternehmen. Es betreibt auch in Deutschland einen Onlineshop – basierend auf der Übernahme von Tradoria und inzwischen in Rakuten umbenannt. Seine Einnahmen erzielt es aber noch immer überwiegend in Japan und betreibt dort neben einer E-Commerce-Site mit zehntausenden Händlern einen Web-Reisedienst sowie eine Internetbank. Die internationale Expansion sucht es auch, da es in seinem Heimatmarkt zunehmend durch Konkurrenten wie Amazon und Yahoo Japan unter Druck gerät. In den letzten Jahren beteiligte sich Rakuten unter anderem an Pinterest und erwarb 2011 für 315 Millionen Dollar den kanadischen E-Reader-Anbieter Kobo.

Mit Viber gewinnt Rakuten 300 Millionen Nutzer in 193 Ländern hinzu. Der offiziell von Zypern aus tätige Kommunikationsdienst wurde 2010 vom israelischen Entrepreneur Talmon Marco gegründet. Wie Snapchat, WhatsApp, Line und WeChat wurde Viber als mobile Anwendung in einem rasch expandierenden Markt erfolgreich. Die App bietet kostenlose Online-Telefonate, Textnachrichten und den Versand von Bildern über iOS, Android und andere mobile Plattformen. Vor Kurzem ergänzte Viber sein Angebot mit einem Instant-Messaging-Service für Desktops, über den auch Mobiltelefone von Nicht-Viber-Nutzern erreichbar sind – und trat damit in Konkurrenz zu dem von Microsoft übernommenen Skype. In die Kritik kam Viber jedoch wegen massenhaften Sammelns von Nutzerdaten, das gegen europäisches Recht verstoßen soll.

Rakuten verfolgt mit seinen Übernahmen das erklärte Ziel, die weltweite Nummer eins unter den Internet-Service-Anbietern zu werden. Mit dem Kauf von Viber hofft es darauf, „in neue Märkte vordringen zu können mit vielseitigen Angeboten digitaler Inhalte, die in Verbindung mit seinen Plattformen für E-Commerce und Finanzdienstleistungen stehen.“

„Viber versteht, wie die Menschen sich wirklich engagieren wollen, und hat den einzigen Dienst geschaffen, der in jeder Hinsicht überzeugt“, erklärte Hiroshi Mikitani, Chairman und CEO von Rakuten. „Das macht Viber zur idealen Plattform für ein vollständiges Engagement der Verbraucher, während Rakuten sein tiefes Verständnis des Verbrauchers durch unser dynamisches Ökosystem von Internet-Services zu einem breiten neuen Publikum bringen will.“

Viber-CEO Talmon Marco sprach von weiter beschleunigten Wachstumschancen durch das Zusammengehen mit Rakute. „Wir verfolgen ähnliche Ziele wie Rakuten mit der Vision, die weltweit führende Kommunikationsplattform zu sein“, sagte er. „Unsere Vereinigung mit Rakuten ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung.“

[mit Material von Ryan Huang, ZDNet.com]

Themenseiten: E-Commerce, Internet, Messenger, Rakuten, Viber, Übernahmen

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