Facebook Home erhält schlechte Bewertungen

Die App-Sammlung für Android ist in den USA bereits verfügbar. Eine angepasste Version kann auch in Deutschland und auf offiziell nicht unterstützten Smartphones installiert werden. Die ersten Anwender sind aber offenbar wenig begeistert.

Eine Woche nach der offiziellen Vorstellung hat das Social Network Facebook Home in den USA veröffentlicht. Es löste damit aber bei den ersten Anwendern wenig Begeisterung aus, wie die mäßigen Bewertungen bei Google Play zeigen. Die Plattform legt sich wie eine Schicht über Android, sodass der Anwender zunächst nur Facebook und seine Anwendungen sieht. Home übernimmt die Funktion eines Launchers und bindet eine eigene „Familie von Apps“ ein. „Chat Heads“ genannte Chatsymbole erweitern den Messenger und ermöglichen gleichzeitige Unterhaltungen über SMS und Facebook-Messages. Cover Feed als optimierte Version des News Feed besetzt mit automatisch wechselnden und bildschirmfüllenden Fotos Startseite sowie Sperrbildschirm – und Facebook will hier in Zukunft auch Werbung anzeigen.

In Deutschland ist die grafische Benutzeroberfläche für Android offiziell noch nicht verfügbar, aber dennoch schon installierbar. ZDNet.de stellt dafür eine Anleitung sowie einen Download bereit, der die Installation auf Smartphones mit Android 4.0 oder höher erlaubt. Entwickler aus dem XDA-Developer-Forum haben Facebook und Facebook Home so angepasst, dass die Lösung auch mit herkömmlichen Smartphones funktioniert, die Facebook eigentlich noch nicht unterstützt.

Cover Feed besetzt Startseite und Sperrbildschirm (Bild: James Martin / CNET.com)Cover Feed besetzt Startseite und Sperrbildschirm (Bild: James Martin / CNET.com)

 

Die ersten offiziell unterstützten Geräte sind HTC One, HTC One X, Samsung Galaxy S III, das kommende Samsung Galaxy S4 sowie Samsung Galaxy Note II. Mit dem HTC First ist in den USA außerdem ein erstes Smartphone mit vorinstalliertem Facebook Home verfügbar. First ist noch stärker im Sinne des Social Networks optimiert und zeigt beispielsweise auch Systembenachrichtigungen innerhalb von Facebook Home an.

Die ersten Anwender sind offenbar wenig begeistert von Facebook Home, wenn es nach den bisherigen Bewertungen geht. Nach gut 2000 Bewertungen pendelten sie sich bei Google Play mit durchschnittlich nur 2,5 von fünf möglichen Sternen ein. Fast die Hälfte der Rezensenten hinterließen mit nur einem Stern die schlechtestmögliche Bewertung. Abzuwarten bleibt außerdem, wie die Anwender auf die angekündigte Werbung reagieren werden, die Facebook auch in Start- und Sperrbildschirm einblenden will.

Als „schönes, aber zerrüttetes Zuhause“ beschreibt Jennifer Van Grove bei News.com Facebook Home. Es sei ein visuell fesselnder Ort, an dem sich Facebook und Google das Sorgerecht teilten und gleichermaßen um Aufmerksamkeit kämpften. Zudem mache die frische Oberfläche die Schwächen der gewohnten Facebook-Anwendungen deutlich.

„Ich erlebe, wie ich meinen Blick nicht von dem sich ständig aktualisierenden Cover Feed lösen kann, so dass ich mehr Updates sehe und mehr über meine Facebook-Freunde erfahre“, schreibt sie. „Das Android-Zuhause des Sozialen Netzwerks ist jedoch zerrüttet. Es entsteht oft das Gefühl, als wären Google und Facebook geschiedene Eltern, die einen Sorgerechtsstreit um deine Aufmerksamkeit führen.“

Während bei Facebook Home Google ein stets vermiedenes Thema sei, gerate Facebook in Googles Bereich aus dem Sichtfeld. „Wenn Facebook über Homescreen, Sperrbildschirm und App Launcher bestimmt, dann verlangt das Social Network uneingeschränkte Aufmerksamkeit. Du hast keine Zeit für Google und insbesondere Google Now, die irgendwo anders verborgen sind, weil du zu sehr damit beschäftigt bist, durch ein Web aus der Sicht von Facebooks Fotos, Messages und Benachrichtungen zu surfen.“

Download Facebook Home für Android 1.0

[mit Material von Jennifer Van Grove, News.com]

Themenseiten: Android, Facebook, Smartphone, Software, Soziale Netze

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2 Kommentare zu Facebook Home erhält schlechte Bewertungen

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  • Am 13. April 2013 um 18:44 von Jan

    Eine pure Frechheit! Man kauft doch nicht ein Handy, wo man dann mit Werbung genervt wird!

    • Am 14. April 2013 um 9:46 von Sven

      Nun, dass ein Smartphone auf diese Weise gekapert wird, ist doch nur die logische Konsequenz von Gesichtsbuchnutzung. Warum nun dieser Aufschrei? mit ein bischen Nachdenken war die Entwicklung vorherzusehen.

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