Google baut Bezahldienst Wallet mit Übernahme von TxVia aus

TxVias Plattform-as-a-Service wickelt Prepaid-Transaktionen sicher und effizient ab. Hier hat Google Wallet zuletzt zwei Sicherheitslücken offenbart. TxVia hat in vier Finanzierungsrunden insgesamt 55 Millionen Dollar erhalten.

Google will mit einer Übernahme seinen NFC-Bezahldienst Wallet stärken. TxVia verwaltet nach seinen Angaben die Konten von über 100 Millionen Kunden und ist als Partner für zahlreiche Bezahl-Netzwerke zertifiziert. Gemeinsam werde man Innovationen beschleunigen und „unsere volle Vision für Google Wallet umsetzen“, teilt Google mit.

Google kauft TxVia

TxVia hat sich in einer Nische etabliert: Mit seiner Technik auf Basis einer Platform-as-a-Service (PaaS) wickelt es Bezahltransaktionen für Prepaid-Karten ab. Solche Karten setzt auch Google Wallet ein – zusätzlich zu seinen Kooperationen mit Citibank, Visa und MasterCard, deren Kreditkarten ebenfalls als Zahlungsmittel in Frage kommen.

In einem Whitepaper von 2008 hatte TxVia skizziert, welche Probleme bei Prepaid-Karten auftreten, wenn sie auf die bestehende Infrastruktur mit Kredit- und Bankkarten aufsetzen: insbesondere Sicherheitsfragen, Bereitstellung von Finanzmitteln und die Geschwindigkeit der Umbuchungen. Weiter heißt es dort: „Mit TxVias PaaS-Erfüllungsmodell kann die Abwicklung von Prepaid-Cards komplett an TxVia ausgelagert, aber auch vollständig intern vom Kunden abgewickelt werden. Daneben sind Hybridformen möglich, wie sie sich im Lauf der Zeit entwickeln dürften. PaaS besteht aus einer Online-Plattform inklusive Applikationsentwicklung, Datenspeicher und anderen benötigten Werkzeugen, die für einen mandantenfähigen, massiv skalierbaren Betrieb notwendig sind.“

CrunchBase zufolge hat TxVia in vier Finanzierungsrunden insgesamt über 55 Millionen Dollar Kapital erhalten. Der Preis, den jetzt Google zahlt, ist nicht bekannt.

Google Wallet

Google Wallet hatte in den vergangenen Monaten einige Kritik einstecken müssen. Unter anderem wurde eine Lücke entdeckt, die es möglich machte, ausgegebene Karten für einen nicht autorisierten Anwender verfügbar zu machen. Ein anderer Spezialist fand einen Weg, einem gerooteten Android-Telefon (das letztlich nicht anders agiert als eine Prepaid-Karte) seine PIN zu entlocken. Google hat in der Folge entschieden, dass gerootete Smartphones als „nicht durch Google Wallet unterstützt“ gelten müssen: „Manchmal entscheiden sich Nutzer dafür, wichtige Sicherheitsmechanismen außer Kraft zu setzen, um Root-Zugang auf der Systemebene ihres Mobiltelefons zu bekommen. Wir raten dringend davon ab, wenn Sie Google Wallet einsetzen wollen, da dieses Produkt nicht auf gerooteten Telefonen unterstützt wird. Deshalb führt das Rooting Ihres Geräts in den meisten Fällen zur Löschung Ihrer Google-Wallet-Daten.“

Als erste Folge der Übernahme hat TxVia seine Produktinformationen von seiner Website entfernt. Stattdessen bekommen Besucher eine Nachricht von CEO Anil D. Aggarwal zu lesen, die die Übernahme vermeldet. „Erfolg mit Bezahldiensten erfordert nicht nur innovative Technik und exzellente Abläufe, sondern auch eine breite Kollaboration. Als Teil von Google freuen wir uns darauf, unsere Partnerschaften zu erweitern – sowohl in der Bezahldienst-Branche als auch mit einer Vielzahl anderer Firmen, die Pioniere einer neuen Ära des Handels sind.“

Google war als erster Anbieter mit einem NFC-Bezahldienst auf den Markt gekommen. Derzeit ist Google Wallet nur mit zwei Smartphones in den USA zu nutzen: Samsung Nexus S 4G bei Sprint sowie einem entsperrten Galaxy Nexus im Netz von AT&T. Weitere Smartphones mit NFC-Chip, die sich für Google Wallet eignen, sind für das erste Halbjahr 2012 angekündigt.

[mit Material von Luke Hopewell, ZDNet Australia]

Themenseiten: Business, E-Commerce, Google, Mobil, Mobile, Übernahmen

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