Sony und Lenovo bringen AMD-basierte Konkurrenz für Atom-Netbooks

Die neuen, teureren Modelle versprechen mehr Leistung als herkömmliche Netbooks. Analysten sehen Erfolgschancen für die neue Subnotebook-Klasse. "Den Kunden hat der Preis von Netbooks gefallen, aber nicht ihre Leistung."

Überholt? Netbook Vaio W (Bild: Sony)
Überholt? Netbook Vaio W (Bild: Sony)

Im Vorfeld der Consumer Electronics Show 2011 (CES) vom 6. bis zum 9. Januar wird berichtet, dass Sony den Markt für Netbooks hinter sich lassen will. Lenovo hat mit dem ThinkPad X120e sogar schon ein Subnotebook angekündigt, das ähnlich kompakt wie ein Netbook, aber leistungsfähiger sein soll.

Nach Angaben informierter Kreise will Sony seine Netbooks mit Hilfe von Advanced Micro Devices (AMD) Brazos-Prozessoren in ein Marktsegment mit höheren Preisen verfrachten. Diese AMD-Chips enthalten zwei Prozessorkerne sowie Grafikhardware und sollen solide Rechenleistung bieten – eine Verbesserung gegenüber Intels Atom-Prozessoren, die der Quasi-Standard für Netbooks sind.

„Sony will aus dem Netbook-Markt heraus“, sagte ein Informant. Intel habe „eine große Marktlücke für AMD“ hinterlassen. „In diese Performance-Lücke passt ein Sattelschlepper. AMD kann da hineinfahren und sich nebenbei viel Sympathie bei den PC-Herstellern verschaffen.“

Die neuen Sony-Rechner mit AMD-Prozessoren werden im Preissegment über 500 Dollar (rund 400 Euro) angesiedelt sein, also über dem typischen Netbook. „Sony sieht sich als Premium-Marke. So gesehen ist es für sie sinnvoll“, sagte Bob O’Donnell, Analyst bei IDC. Bei Sony wollte man auf Anfrage dazu keinen Kommentar abgeben. Wie das „ultraportable“ 11,6-Zoll-Lenovo-ThinkPad X120e mit Prozessoren der AMD-Fusion-E-Serie sollen die Sony-Geräte auf der CES vorgestellt werden.

Nach einem Bericht von Engadget hat auch Toshiba ein System auf Basis von AMD-Prozessoren für die CES auf Lager. Auch dieses Modell soll nicht als „Netbook“ vermarktet werden. Das Gerät sei „viel mehr“, hört man aus dem Unternehmen.

Ein Analyst sagt, dass das Auftreten dieser AMD-Systeme ein böses Omen für Netbooks mit Atom-Chip sei: „Diese High-End-Produkte könnten es schaffen, den herkömmlichen Netbook-Markt auszutrocknen“, erklärte Richard Shim von DisplaySearch. „Den Kunden haben zwar die Preise von Netbooks gefallen, aber nicht ihre Performance“, ergänzte Nathan Brookwood von Insight64.

Bei Intel hingegen ist man felsenfest davon überzeugt, dass Netbooks auf Atom-Basis noch lange nicht ausgedient haben. „CES-Besucher bekommen einige äußerst coole, super-schicke Netbooks mit hervorragenden Akkulaufzeiten zu sehen. Intel plant, häufig nachgefragte, exklusive Funktionen wie ‚Wireless Display‚ (drahtlose Bildübertragung) in kommende Netbook-Modelle zu integrieren. Alles in allem erwarten wir rund 100 neue Netbooks und Tablet-Rechner in den kommenden Monaten – zusätzlich zu den Modellen, die schon auf dem Markt sind“, sagte Intel-Sprecher Bill Kircos.

Themenseiten: CES, Chipsätze, Grafikchips, Hardware, Intel, Lenovo, Mobile, Netbooks, Notebook, Prozessoren, Sony Europe Limited; Zweigniederlassung Deutschland, Tablet

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