EU einigt sich im Browserstreit mit Microsoft

Die in Windows integrierte Update-Funktion wird die nächsten fünf Jahre neben Internet Explorer alternative Browser zur Installation anbieten. Die Reihenfolge der Platzierung ist zufällig. PC-Hersteller und Anwender können den Internet Explorer deaktivieren.

Die EU-Kommission hat den Browserstreit mit Microsoft für beendet erklärt. Die Vereinbarung zwischen der EU und Microsoft sieht vor, dass der Softwarehersteller über die in Windows integrierte Update-Funktion die nächsten fünf Jahr neben dem Internet Explorer auch die Browser Chrome, Firefox, Opera und Safari anbieten muss.

Zu der von Microsoft vorgeschlagenen alphabetischen Auflistung der Browser in der Auswahlbox kommt es nicht. Stattdessen soll die Reihenfolge zufällig sein. Den ursprünglichen Microsoft-Vorschlag kritisierte vor allem der norwegische Browserhersteller Opera, da sein gleichnamiger Browser bei alphabetischer Sortierung immer ganz rechts erscheinen würde und somit klar im Nachteil sei.

Das Kartellverfahren gegen Microsoft war auf eine Beschwerde von Opera hin eingeleitet worden. Nach eingehender Prüfung hatte die EU-Kommission festgestellt, dass Microsoft durch die Bündelung des eigenen Browsers Internet Explorer mit dem von Microsoft vertriebenen Betriebssystem Windows, das 90 Prozent des Marktes beherrsche, den Wettbewerb verzerre.

In dem Verfahren drohte ein hohes Bußgeld. Frühere Strafgelder aus Brüssel gegen Microsoft summieren sich auf rund 1,7 Milliarden Euro. Ein Verfahren, in dem es um die Offenlegung von Schnittstelleninformationen geht, läuft noch. Die EU-Kommission will diesbezüglich neue Zusagen von Microsoft prüfen. EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes sieht in der jetzt gefunden Lösung Vorteile für die Anwender, da sie jetzt ein freies Angebot hätten und entscheiden könnten, welchen Browser sie nutzen wollen. Das sorge auch für mehr Innovation bei zukünftigen Browsern.

Der Marktanteil des Internet Explorer sinkt seit Jahren stetig. Die Gründe liegen in einer im Vergleich zum Mitbewerb schwachen JavaScript-Performance und der Tatsache, dass Microsoft erst sehr spät Innovationen wie Tabbed Browsing in den IE integriert hat. Zudem leistet sich der Microsoft-Browser große Schwächen bei der Einhaltung von Webstandards.

In Deutschland liegt nach Erhebungen des Marktforschungsunternehmens Fittkau & Maaß Firefox inzwischen knapp vor dem Internet Explorer. Beim Zugriff auf ZDNet.de beträgt der Anteil von Firefox 46,6 Prozent, während der Internet Explorer lediglich knapp 30 Prozent erreicht. An dritter Stelle platziert sich Safari mit über 17 Prozent. Opera kommt auf einen Marktanteil von knapp 4 Prozent und Chrome erreicht 2 Prozent.

Microsoft wird die nächsten fünf Jahre über die in Windows integrierte Update-Funktion Browser zur Installation anbieten. Der Service soll in Kürze starten.
Microsoft wird die nächsten fünf Jahre über die in Windows integrierte Update-Funktion alternative Browser zur Installation anbieten. Der Service soll in Kürze starten.

Themenseiten: Browser, Firefox, Internet Explorer, Microsoft, Mozilla, Opera, Safari, Software

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