Qualcomm und Lenovo schließen Patentabkommen

Es deckt 3G- und 4G-Mobilfunktechnik ab und beschränkt sich auf den chinesischen Markt. Lenovo entrichtet eine Gebühr entsprechend dem letztjährigen Kartellentscheid gegen Qualcomm. Die Vereinbarung soll aber auch ihre "langfristige Beziehung sowohl in China als auch auf dem Weltmarkt" stärken.

Qualcomm und Lenovo haben ein nur für den chinesischen Markt gültiges Patentabkommen geschlossen, das auch ihre „langfristige Beziehung sowohl in China als auch auf dem Weltmarkt“ stärken soll, wie Lenovos Chefsyndikus Scott Offer anmerkt.

Qualcomm Logo (Bild: Qualcomm)Das Abkommen erlaubt es Lenovo, unter der eigenen Marke ebenso wie unter dem Namen Motorola Geräte mit 3G- und 4G-Mobilfunktechnik zu entwickeln, zu produzieren und zu vertreiben. Dies schließt Modelle ein, die alle drei Modi LTE-TDD, TD-SCDMA und GSM unterstützen. Dafür zahlt es Qualcomm Lizenzgebühren, die mit den Auflagen des letztjährigen Kartellurteils gegen Qualcomm vereinbar sind. Offer sieht damit Lenovos Position deutlich gestärkt.

Der chinesische Hersteller Lenovo setzt in seinen Smartphones – wie seine nationalen Konkurrenten Huawei und Xiaomi – bevorzugt Chips des taiwanischen Unternehmens MediaTek ein. Im Januar kündigte es allerdings an, im Rahmen einer Partnerschaft mit Google ein zu dessen Project Tango kompatibles, erschwingliches Modell zu schaffen. Während es sonst keine technischen Daten nannte, merkte es doch an, es werde einen Qualcomm-Prozessor enthalten und unter 500 Dollar kosten.

VERANSTALTUNGSHINWEIS

Mit künstlicher Intelligenz (KI) die Arbeitskraft erweitern

Im neuen Point of View von Avanade geht es um die Entwicklung einer KI-Strategie, die konsequent den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Avanade zeigt, wie Unternehmen so die Zufriedenheit ihrer Mitarbeiter und die Erlebnisse ihrer Kunden verbessern – und dabei gleichzeitig den Business-Nutzen von künstlicher Intelligenz optimieren.

Motorola Logo (Bild: Motorola/Lenovo)Motorola hingegen ist traditionell Qualcomm-Kunde und wurde von diesem Anfang 2015 neben LG, Microsoft und Sony als Referenz genannt, als Samsung sich negativ über die Hitzeentwicklung des Qualcomm-Spitzenmodells Snapdragon 810 äußerte. Lenovo schloss die Übernahme von Motorola Mobility für 2,91 Milliarden Dollar im Oktober 2014 ab. Während die Mehrzahl von dessen Schutzrechten bei Google verblieb, gingen damit doch auch um 2000 Patente und eine Reihe Lizenzvereinbarungen auf Lenovo über.

Im Februar 2015 akzeptierte Qualcomm eine Strafe von 975 Millionen Dollar und vereinbarte mit der chinesischen Behörde National Development and Reform Commission (NDRC) feste Lizenzgebühren für alle Marktteilnehmer. Außerdem verpflichtete es sich, auf die bis dahin obligatorische Gegenlizenzierung zu verzichten. Dabei ging es vor allem um für die Mobilfunkstandards 3G und 4G essenzielle Patente, die Lenovo jetzt in Lizenz genommen hat.

[mit Material von Aimee Chanthadavong, ZDNet.com]

Tipp: Wie gut kennen Sie Apple? Überprüfen Sie Ihr Wissen – mit 15 Fragen auf silicon.de.

Themenseiten: Lenovo, Patente, Qualcomm, Smartphone, Telekommunikation, UMTS

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
Content Loading ...
Whitepaper

ZDNet für mobile Geräte
ZDNet-App für Android herunterladen ZDNet-App für iOS

Artikel empfehlen:

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu Qualcomm und Lenovo schließen Patentabkommen

Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *