Philips stopft Sicherheitslücke in Philips Hue-Lampen

Kanadischen Forschern war zuvor der unbefugte Zugriff auf die Lampen und die Manipulation einer Leuchte gelungen. Eingeschleuste Malware sorgte dann für die Infektion aller mit dem Funkstandard Zigbee verbundenen Lampen.

In einer vergleichsweise spektakulären Aktion haben Forscher des Weizmann Institute of Science in Israel und der Dalhousie University im kanadischen Halifax auf Schwachstellen in den intelligenten Lampen der Reihe Philips Hue aufmerksam gemacht. Sie hatten den Hersteller, bevor sie jetzt ihre Erkenntnisse veröffentlicht haben, bereits informiert. Philips hat die Sicherheitslücke Anfang Oktober mit einem Update geschlossen.

Für ihren Angriff nutzten die Forscher eine Lücke in der Philips-Implementierung der Komponente Touchlink des Funkprotokolls Zigbee Light Link aus. Dort soll die Komponente Touchlink derartige Angriffe, wie sie die Forscher durchführten, eigentlich verhindern. Den Forschern war es aber eigenen Aussagen zufolge mit gängiger Standardausrüstung im Wert von einigen Hundert Dollar möglich, mittels einer Side-Channel-Attacke den von Philips in den Hue-Lampen verwendeten, globalen AES-CCM-Schlüssel herauszufinden. „Das zeigt wieder einmal, wie schwierig es ist, Sicherheit richtig umzusetzen, selbst für eine so große Firma die Standard-Kryptographietechniken benutzt, um eines ihrer wichtigsten Produkte zu schützen“, so die Forscher.

Philips Hue (Bild: Philips)

Nachdem die Forscher an die nötigen Informationen gelangt waren, belegten sie die praktische Durchführbarkeit eines Angriffs. Sie befestigten dazu ein Evaluierungsboard mit der für den Angriff notwendigen Hardware an einer Drohne. Im Anschluss starteten sie die Drohne in einer Entfernung von 350 Metern von einem Bürogebäude mit Philips-Hue-Lampen in der israelischen Stadt Beer Sheva, indem neben einigen bekannten Firmen auch das israelische CERT untergebracht ist.

Die Kamera der Drohne zeigte dann, wie bereits aus größerer Entfernung die Manipulation an den Lampen einsetzte. Sobald die Drohne näher an das Gebäude herankam, und damit die auf relativ kurze Entfernungen ausgelegte ZigBee-Verbindung auch immer stabiler wurde, wurde auch das durch die manipulierte Firmware verursachte Flackern der Lichter regelmäßiger. Schließlich zeigte sich, als die Forscher die Lichter im Takt des Morse-Codes „SOS“ senden ließen, dass sie komplett übernommen wurden.

Von dem Angriff war nun Philips betroffen, dass offenbar bei der Implementierung von ZigBee Light Link für die von ihm bei der Markteinführung 2012 als „smarteste LED-Lampe der Welt“ beworbene Hue-Reihe Fehler gemacht hat. ZigBee Light Link wird allerdings als weit verbreiteter Standard in der Branche in zahlreichen „smarten“ Leuchtmitteln zur Kommunikation untereinander und mit dem Controller verwendet. Da die Produkte der Hersteller kompatibel sind – was aus Sicht der Verbraucher ja zunächst einmal zu begrüßen ist – kann der Fehler allerdings dazu führen, dass auch andere angreifbar werden. An der Entwicklung von ZigBee Light Link waren neben Philips unter anderem auch GE, Greenwave, Osram und Sylvania beteiligt, die den Standard in ihren Produkten ebenfalls nutzen.

Philips hat Smart-Home-Angebot Ende August weiter ausgebaut und 26 neue Leuchten und erstmals auch einen Bewegungsmelder eingeführt. Die vernetzten Geräte können über Philips‘ eigene Hue-App oder über kompatible Drittanbietersysteme wie Google Nest konfiguriert und gesteuert werden.


[Mit Material von Peter Marwan, silicon.de]

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Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
Redakteurin ZDNet
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1 Kommentar zu Philips stopft Sicherheitslücke in Philips Hue-Lampen

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  • Am 4. November 2016 um 17:15 von mac4ever

    Philips-Hardware ist immer gut, mit Philips-Software habe ich schlechte Erfahrungen. Ich musste schon einmal ein Gerät daswegen stilllegen. Die Philips-eigene App für Hue ist auch ziemlich bescheiden, zum Glück gibt es Alternativen. Es gibt auch immer mal wieder Fehlfunktionen der vernetzten Komponenten, was nicht an der Entfernung zur Bridge liegt.

    Ich vermute hier ein grundlegendes Problem der Firmenkultur – die sollten ihre Softwareabteilungen mal umkrempeln.

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