Siri-Erfinder zeigt neuen Sprachassistenten

Viv versteht verschachtelte Fragen und auch Nachfragen. Dazu muss es nicht erneut den Zusammenhang klären. Der frühere Siri-CEO und Erfinder Dag Kittlaus verspricht Verfügbarkeit auf einer Vielzahl von Geräten und ein offenes Ökosystem

Der frühere CEO der von Apple übernommenen Firma Siri, Dag Kittlaus, hat auf der Konferenz TechCrunch Disrupt NY in New York einen neuen sprachgesteuerten Assistenten namens Viv vorgestellt. Wie Veranstalter TechCrunch berichtet, lief die Vorführung trotz anspruchsvoller Fragestellungen und zahlreicher Umgebungsgeräusche weitgehend problemlos ab. Mit einer allgemeinen Verfügbarkeit ist kurzfristig aber dennoch nicht zu rechnen.

Sprachassistent Viv (Bild: Viv)Nach einer Einstiegsfrage zum aktuellen Wetter, die Viv anstandslos beantwortete, ging Kittlaus zu komplexeren Aufgaben über und fragte: „Wird es übermorgen um 5 Uhr Nachmittag an der Golden-Gate-Brücke wärmer als 70 Grad [Fahrenheit] werden?“ Viv beantwortete dem Bericht zufolge diese und weitere ungewöhnliche, mehrschichtige oder auch umständliche Fragen korrekt.

Vor allem verblüffte Vivs Fähigkeit, verschachtelte Fragen zu beantworten. Anders als Siri kann Viv auch Nachfragen beantworten, ohne erneut den Zusammenhang zu klären. Kittlaus erklärte das damit, dass man für Viv nicht Szenarien programmiert habe, sondern die als Kern verwendete Künstliche Intelligenz bei jeder Frage quasi ein neues Programm generiere, das eine Antwort suche. „Anstatt mittels Code detaillierte Instruktionen zu geben, beschreiben wir nur, was es tun soll. Der Grundgedanke ist, dass Developer bei Viv jede gewünschte Interaktion mit dem Nutzer entwickeln können.“

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Zugleich verspricht Viv im Gegensatz zu an die Produkte eines Herstellers gebundenen sprachgesteuerten Assistenztechnologien wie Apples Siri, Google Now, Microsofts Cortana und Samsung S Voice Offenheit gegenüber Dritten. Das Ökosystem dürfte auch liberaler ausfallen als das von Amazon Echo, also die Alexa Voice Services, die immerhin inzwischen auch als Drittanbieter-App für iOS vorliegen. In seiner Präsentation betonte Kittlaus jedenfalls, dass die „Perfektionierung des Third-Party-Ökosystems“ eine zentrale Aufgabe von Viv sei.

Kittlaus war nach der Übernahme von Siri durch Apple 2010 bis zur Markteinführung des iPhone 4S im Oktober 2011 für die Integration des Sprachassistenten in die Apple-Produkte zuständig. Jetzt will er Viv zur ersten Anlaufstelle für Nutzer auf einer Vielzahl von Geräten machen. Einen Termin gibt es noch nicht. Immerhin ließ er durchblicken, dass man mit der Integration in erste Drittanwendungen noch im Laufe dieses Jahres rechnen könne.

[mit Material von Peter Marwan, silicon.de]

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Themenseiten: Künstliche Intelligenz, Mobile, Spracherkennung

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Florian Kalenda
Autor: Florian Kalenda
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1 Kommentar zu Siri-Erfinder zeigt neuen Sprachassistenten

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  • Am 11. Mai 2016 um 9:30 von Thomas d

    Die Offenheit gegenüber Dritten hat doch Cortana auch schon! Es gibt sie als iOS und Android App.
    VIV zeigt aber, dass Siri nach der Übernahme, stagniert. Bei Apple ist man anscheinend nicht in der Lage Siri elementar weiter zu entwickeln. Selbst Cortana scheint zumindest keine elementaren Fortschritte zu machen. Google Now kann zwar immer besser verstehen was man will, ist aber auch nicht in der Lage mit dem VIV Ansatz zu konkurrieren. Bin mal gespannt wer sich VIV von denen unter den Nagel reißt um dann zu prahlen ;-)

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