WhatsApp erlaubt Gruppenchat mit 256 Personen

Die Freischaltung von größeren Chatgruppen erfolgt durch ein serverseitiges Update - bisher lag die Obergrenze bei 100 Teilnehmern. Nicht alle Nutzer sind von der Neuerung begeistert. WhatsApp könnte dabei vor allem an geschäftliche Anwender denken und im Business-Umfeld mit Slack konkurrieren wollen.

WhatsApp erweitert die Zahl der möglichen Teilnehmer an einem Gruppenchat auf 256. Die Freischaltung von Chats für mehr Personen erfolgt durch ein serverseitiges Update, wie NDTV berichtet. Die erweiterte Funktionalität setzt offenbar die iOS-Version 2.12.13 der App und auf Android-Geräten mindestens die Version 2.12.367 voraus. Blackberry, Windows Phone und andere Plattformen sollen demnächst folgen.

WhatsApp-Logo (Bild: WhatsApp)

Die bisherige großzügige Obergrenze lag bereits bei 100 Chatpartnern in einer Gruppe, sodass die Erweiterung für die meisten Nutzer entweder keine praktische Bedeutung hat oder sich sogar unangenehm auswirken könnte. In Kommentaren war davon die Rede, das neue Feature könnte eher zur schnellstmöglichen Löschung der App oder einem wütenden Durch-den-Raum-Schleudern von Smartphones führen. Vor Chaos im Chat warnt Android Police – nächtlichen Nachrichten-Strömen, einer unüberschaubaren Menge von Benachrichtigungen, nicht mehr schlichtbarem Streit in ausufernden Konversationen und anderen Ärgernissen durch 256 gleichzeitig kommunizierende Nutzer.

TechRadar spekuliert daher darüber, dass der Messengerdienst mit dieser Änderung nicht an Konsumenten, sondern vor allem an geschäftliche Nutzer denkt. Im Business-Umfeld ergebe es weit mehr Sinn und weise vielleicht auf die Richtung hin, die WhatsApp einschlagen will. Obwohl es eben eine Milliarde aktive Nutzer melden konnte, bleibt es bei geschäftlichen Nutzern weit hinter Slack zurück – einem Instant Messenger, der sich als Kollaborationssoftware für berufliche Zusammenarbeit anbietet.

Zumindest einen Schritt in Richtung Business machte WhatsApp kürzlich im Zusammenhang mit der Abschaffung seiner Jahresgebühr von 99 US-Cent oder 89 Euro-Cent. Die wegfallenden Einnahmen sollen laut WhatsApp nicht etwa durch Werbeeinblendungen kompensiert werden. Vielmehr teste man, WhatsApp für eine Kommunikation mit Firmen und Organisationen freizugeben, von denen der Nutzer hören wolle – für Kommunikation, die ohnehin stattfinde, aber bisher andere Wege nutze. Beispielsweise soll es offenbar Unternehmen möglich sein, WhatsApp gegen Zahlung als Kanal für die Kontaktaufnahme zu Kundendienst oder für zusätzliche Services anzubieten.

Facebook hatte WhatsApp im Februar 2014 für 19 Milliarden Dollar gekauft. Damals versprach Firmengründer Jan Koum, dass der Dienst unabhängig von Facebook bleibe. Er betont seither immer wieder die Unabhängigkeit von WhatsApp und stellt gleichzeitig die Zusammenarbeit mit Facebook positiv dar. In einer Beta-Version des Messengers wurde jedoch vor Kurzem eine Einstellung entdeckt, die es der Anwendung erlauben soll, Kontoinformationen an Facebook weiterzugeben. Ziel des Datenaustauschs ist es demnach, das „Facebook-Erlebnis“ zu verbessern. Die Electronic Frontier Foundation bewertete im Juni 2015 den Datenschutz bei WhatsApp als mangelhaft – ganz im Gegensatz zu Apple und Dropbox, deren Dienste Bestnoten erhielten.

Themenseiten: Apps, Facebook, Kommunikation, Messenger, WhatsApp

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