Facebook schließt Übernahme von WhatsApp ab

Es führt WhatsApp als eigenständiges Tochterunternehmen weiter. WhatsApp-CEO Jan Koum erhält zudem einen Sitz im Facebook-Aufsichtsrat. Zuvor hatte die EU-Kommission das Geschäft ohne Auflagen abgesegnet.

Facebook hat die Übernahme des Instant-Messaging-Diensts WhatsApp abgeschlossen. Das geht aus einer am Montag von der US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) veröffentlichten Börsenmeldung hervor. Es bestätigt, dass WhatsApp als eigenständige Facebook-Tochter weitergeführt wird. Zudem erhält WhatsApp-Gründer und CEO Jan Koum einen Sitz im Aufsichtsrat des Social Network.

Logos von Facebook und WhatsApp

Am 19. Februar hatte Facebook die Übernahme von WhatsApp für 19 Milliarden Dollar in bar und Aktien angekündigt. Es ist die bisher größte Akquisition des Sozialen Netzwerks und jedes anderen Technikunternehmens in der jüngeren Vergangenheit. Als Eingeständnis an Regulierungsbehörden sicherte Facebook die Eigenständigkeit von WhatsApp zu. Trotzdem äußerte die Federal Trade Commission Bedenken bezüglich des Datenschutzes.

Zwar genehmigte die US-Handelsbehörde das Geschäft – wie zuletzt auch die Europäische Kommission – sie forderte Facebook und WhatsApp jedoch auf, an WhatsApps Datenschutzrichtlinie festzuhalten und weiterhin auf die Sammlung von Standorten, E-Mail-Adressen und anderer Daten zu verzichten und die Telefonnummern von Nutzern nicht an Dritte weiterzugeben. Trotz der Zusagen von Facebook CEO Mark Zuckerberg und Koum, WhatsApps Datenschutzrichtlinie nicht zu ändern, kündigte die FCC an, beide Unternehmen im Auge zu behalten.

„Mehrere Hundert Millionen Nutzer haben ihre persönlichen Daten WhatsApp anvertraut“, schrieb Jessica Rich, Direktorin des Bureau of Consumer Protection, im April in einem offenen Brief an Facebook und WhatsApp. „Die Mitarbeiter der FTC werden die Geschäftspraktiken beider Firmen weiter kontrollieren, um sicherzustellen, dass sich Facebook und WhatsApp an ihre Versprechen halten.“

Die Europäische Kommission segnete die Transaktion in der vergangenen Woche ohne Auflagen ab. Sie stellte nach eigenen Angaben keine Nachteile für Verbraucher fest, die auch nach dem Zusammenschluss noch eine große Auswahl an alternativen Kommunikationsanwendungen hätten. Auch die große Dominanz beider Anbieter ist für die EU kein Problem. Der Markt für Messaging-Apps sei durch kurze Innovationszyklen und wechselnde Marktpositionen geprägt. Außerdem sei der Umstieg von einer Anwendung zur anderen sehr einfach.

Allerdings hat die EU-Kommission nur den Markt für Smartphone-Apps geprüft, da WhatsApp für andere Geräte nicht zur Verfügung steht. Als Mitbewerber sieht sie unter anderem Produkte wie Line, Viber, Telegram, WeChat und Google Hangouts an. Ein weiterer Anbieter ist das am Freitag von Yahoo gekaufte MessageMe. Der Internetkonzern soll angeblich zudem mit Snapchat über eine Beteiligung verhandeln.

[mit Material von Lance Whitney, News.com]

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Themenseiten: Facebook, Kommunikation, Messenger, Soziale Netze, WhatsApp, Übernahmen

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