Südkorea: Google hat unseren Vorgaben entsprochen

Die Regulierungsbehörde überzeugte sich davon in Mountain View. Das Unternehmen musste bei Street-View-Fahrten gesammelte persönliche Daten von 600.000 Koreanern löschen. Die Disks wurden offenbar im Beisein von Behördenmitarbeitern vernichtet.

Die koreanische Regulierungsbehörde KCC teilt mit, dass Google ihren Vorgaben entsprochen und persönliche Daten von Anwendern aus Südkorea gelöscht hat. Davon hatte sich die Behörde bei einem Besuch im kalifornischen Mountain View mit eigenen Augen überzeugt.

Streetview-Auto in Singapur (Bild: CNET Asia)

Im Januar hatte die KCC Google zu einer Strafe von 212,3 Millionen Won (rund 154.000 Euro) verurteilt. Es ging um im Rahmen von Street-View-Fahrten gesammelte persönliche Daten von Anwendern. Google wurde zudem auferlegt, die beanstandeten persönlichen Daten von 600.000 Koreanern von seinen Servern und aus Storage-Systemen zu löschen.

Nach eigenen Angaben konnte sich die Behörde in der Google-Zentrale überzeugen, dass Google nicht nur die Daten löschte, sondern auch die Disks zerstörte, auf denen sie gespeichert gewesen waren. Es war übrigens das erste Mal, dass Südkorea ein ausländisches Unternehmen wegen Verstößen gegen Gesetze zum Schutz der Privatsphäre abgestraft hat – und auch das erste Mal, dass Mitarbeiter losgeschickt wurden, um die Umsetzung der Vorgaben zu überprüfen.

Googles große Bedeutung auch in Südkorea basiert auf der Verbreitung von Smartphones und Tablets mit dem Betriebssystem Android. Im Suchmarkt liegt das US-Unternehmen weit hinter dem lokalen Anbieter Naver mit einem Marktanteil von über 70 Prozent.

Die Street-View-Verfahren weltweit gehen auf die Jahre 2008 bis 2010 zurück, als Googles für Fotoaufnahmen ausgesandte Fahrzeuge persönliche und vertrauliche Daten inklusive Passwörtern und vollständigen E-Mails aus unverschlüsselten WLAN-Netzen sammelten. In den USA musste Google deshalb 7 Millionen Dollar an 37 klagende US-Bundesstaaten zahlen. Dem waren im Vorjahr 25.000 Dollar Strafe durch die FCC vorausgegangen – wegen Behinderung der Ermittlungen: Google soll zunächst nur fünf Dokumente verfügbar gemacht haben. Eine Sammelklage betroffener Anwender läuft noch.

Im Jahr 2012 sprach zudem Frankreich eine Strafe von 100.000 Euro wegen WLAN-Aufzeichnungen aus. In Deutschland ist Google 2013 wegen der Sammlung von WLAN-Daten durch Street-View-Fahrzeuge zur Zahlung von 145.000 Euro verurteilt worden.

[mit Material von Park Sou-hyung, ZDNet Korea, via ZDNet.com]

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Florian Kalenda
Autor: Florian Kalenda
Leitender Redakteur ZDNet.de
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