Bericht: Microsoft und Sony investieren in Intellectual Ventures

Das Unternehmen wird von einigen als klassischer Patenttroll bezeichnet. Es bringt seine umfangreichen Schutzrechte immer wieder gegen andere Firmen vor Gericht in Stellung. Die früheren Investoren Apple und Intel haben sich laut Reuters an der jüngsten Finanzierungsrunde nicht beteiligt.

Microsoft und Sony haben eine nicht genannte Summe in den Rechteverwalter Intellectual Ventures investiert, damit dieser seinem ohnehin schon reichhaltigen Patentportfolio weitere Schutzrechte hinzufügen kann. Wie Reuters unter Berufung auf informierte Kreise meldet, beteiligten sich die früheren Geldgeber Apple und Intel hingegen nicht an der jüngsten Finanzierungsrunde. Ihre Gründe sind jedoch unklar.

Das von Microsofts früherem CTO Nathan Myhrvold im Jahr 2000 gegründete Intellectual Ventures ist umstritten, weil dafür bekannt, in großem Maßstab Patente zu akquirieren, ohne selbst Produkte zu entwickeln – was der üblichen Definition eines „Patenttrolls“ entspricht. Das Unternehmen hält den Inhalt seines Patentportfolios geheim. Es soll rund 70.000 Schutzrechte umfassen.

So stellt Intellectual Ventures sein Geschäftsmodell dar (Bild: IV)So stellt Intellectual Ventures sein Geschäftsmodell dar (Bild: IV)

Seine Patentsammlung bringt Intellectual Ventures immer wieder gegen andere Unternehmen aus den verschiedensten Branchen vor Gericht in Stellung, um Lizenzgebühren zu kassieren. Zu seinen „Opfern“ zählten beispielsweise die Bank of America, die Druckerhersteller Canon und Ricoh, die Chipschmiede Microsemi, der Sicherheitsanbieter Symantec und zuletzt der Smartphonehersteller Motorola Mobility.

All diese Verfahren begründet Intellectual Ventures stets mit dem Schutz seines Geistigen Eigentums, das angeblich von den beklagten Unternehmen verletzt wird. Umsätze erzielt es ausschließlich durch die Lizenzierung seiner Patente.

Auch wenn es viele Firmen wie Intellectual Ventures gibt, erhalten nur wenige eine solche Unterstützung durch große Technologieunternehmen. Wie Reuters unter Bezug auf seine Quellen und ihm vorliegende Gerichtsunterlagen berichtet, hatten zuvor Apple und Intel bedeutende Summen in den Rechteverwerter gesteckt, damit dieser zusätzliche Patente kaufen konnte. Die kolportierten Investitionen von Sony und Microsoft dienen demselben Zweck. Im Gegenzug erhalten sie vergünstigte Lizenzen sowie einen Anteil an den eingetriebenen Lizenzgebühren.

Insgesamt hat Intellectual Ventures laut Reuters bisher 6 Milliarden Dollar Kapital erhalten. Wie aus einer Präsentation für Investoren aus dem Jahr 2013 hervorgeht, will es weitere 3 Milliarden Dollar sammeln.

[mit Material von Don Reisinger, News.com]

Themenseiten: Intellectual Ventures, Microsoft, Patente, Sony, Urheberrecht

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