Samsung muss wegen bezahlter Kommentare 340.000 Dollar Strafe zahlen

Die Geldbuße wurde von Taiwans Wettbewerbsaufsicht verhängt. Samsung hat ihr zufolge Studenten dafür bezahlt, Geräte des Konkurrenten HTC in Online-Kommentaren schlecht zu machen und eigene Produkte weiterzuempfehlen. Dies wertete die Behörde als Werbebetrug.

Taiwans Wettbewerbsaufsicht hat eine Geldstrafe von rund 340.000 Dollar gegen Samsung verhängt, weil es seinen Rivalen HTC durch gekaufte Nutzerkommentare schlecht gemacht hat. Auch zwei taiwanische Handelsgesellschaften wurden in diesem Zusammenhang mit einer Geldbuße belegt, weil sie angeblich für die Durchführung der Internet-Kampagne verantwortlich waren.

Samsungs Galaxy S4 (links) konkurriert mit dem HTC One (Bild: Sarah Tew/CNET).

Die taiwanische Fair Trade Commission (FTC) hatte im April eine Untersuchung eingeleitet, um die Vorwürfe zu prüfen, dass Samsung Studenten für negative Online-Kommentare zu HTC-Geräten bezahle. Zugleich soll Samsung Studenten dafür entlohnt haben, seine Mobiltelefone zu empfehlen. Die Wettberwerbshüter erklärten, das dieses Verhalten Werbebetrug gleichkomme.

Natürlich zeigte sich Samsung von der Entscheidung der taiwanischen Wettbewerbsbehörde „enttäuscht“. „Dessen ungeachtet verpflichten wir uns weiterhin zu einer transparenten und ehrlichen Kommunikation mit Verbrauchern“, heißt es in einer Stellungnahme des koreanischen Elektronikkonzerns. „Samsung Electronics Taiwan wird die Entscheidung sorgfältig prüfen und gegebenenfalls die nötigen Schritte einleiten, um unseren Ruf als Firma, die ihre Kunden schätzt, zu schützen.“

Schon zuvor hatte die FTC Samsung wegen irreführender Werbung mit einer Geldbuße von rund 10.000 Dollar belegt, wie Associated Press meldet. Dabei ging es um die Kamerafunktionen seines Smatphones Galaxy Y Duos (GT-6102).

Der taiwanische Hersteller HTC hat schon seit einiger Zeit Probleme, sich gegen die starken Konkurrenten Apple und Samsung am Markt zu behaupten. Anfang des Monats meldete er den ersten Quartalsverlust seit seinem Börsengang im Jahr 2002. Auch wenn seine Produkte wie das HTC One technisch durchaus mit Apples iPhone und Samsungs Galaxy-S-Smartphones mithalten können, ist HTC doch zu klein, um ernsthaft mit den beiden Branchenriesen zu konkurrieren.

Samsung hingegen ist weiterhin der weltgrößte Mobiltelefonanbieter und einer der wenigen Hersteller, die allein mit ihren Geräten gutes Geld verdienen. Im abgelaufenen dritten Quartal hat es einen Rekordgewinn von 5,48 Milliarden Euro eingefahren. Von seinem aktuellen Flaggschiff-Smartphone Galaxy S4 wurden seit April über 40 Millionen Einheiten an Händler ausgeliefert.

[mit Material von Shara Tibken, News.com]

Themenseiten: Business, HTC, Samsung

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Björn Greif
Autor: Björn Greif
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10 Kommentare zu Samsung muss wegen bezahlter Kommentare 340.000 Dollar Strafe zahlen

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  • Am 25. Oktober 2013 um 13:47 von PeerH

    Nun bin ich aber überrascht? Wer hätte gedacht, dass Samsung für Kommentare zahlt? ;-)

  • Am 25. Oktober 2013 um 13:51 von Otternase

    Werbebetrug? Welch hartes Wort. “Dessen ungeachtet verpflichten wir uns weiterhin zu einer transparenten und ehrlichen Kommunikation mit Verbrauchern”. In Neusprech bedeutet das: „Nächstes Mal lassen wir uns nicht erwischen, und bisher ist es gut gegangen. Wie wir bezüglich ‚Regional SIM Lock‘ und ‚Alternative ROM Sperre‘ eindrucksvoll ja bewiesen haben. Aussitzen lohnt sich. Und wir ignorieren die 340.000$, die Peanuts interessieren keinen, haben wir durch 1.000 mehr verkaufte S3 wieder reingeholt. Was für eine Witz Kommission.“ Ja, ja: Samsung ist ständig dabei die Kommunikation mit den Kunden zu verbessern. Insbesondere mit den Studenten. ;-)

  • Am 25. Oktober 2013 um 14:44 von Judas Ischias

    So, so. Samsung schätzt also seine Kunden. Sehr lobenswert, liest man nicht so oft. Und was ist mit den Kunden der anderen Hersteller? Die werden ja richtig verarscht, in dem falsche Tatsachen geschaffen werden.
    PeerH, Du glaubst doch wohl nicht ernsthaft, dass das nur Samsung macht?!
    Andere sind halt nur nicht so dumm um sich erwischen zu lassen, oder hatten bis jetzt eben Glück.

    • Am 25. Oktober 2013 um 15:49 von PeerH

      Du wirst Dich wundern: ich bin überzeugt, dass Du genau weisst, wovon Du schreibest. ;-)

  • Am 25. Oktober 2013 um 19:14 von Andreas Z

    Samsung hätte mich mal fragen sollen. Ich hätte das umsonst gemacht. Wie HTC mit seinen Kunden umgeht geht gar nicht. Erst werden Updates versprochen und dann willman nichts mehr davon wissen. Ich sage nur, nie wieder HTC. Und ich hatte 6 Geräte von denen.

  • Am 25. Oktober 2013 um 21:44 von Leon

    Also: Samsung smartphones sind sehr gute mobilfunkgeräte;-) spaß beiseite
    das machen dich irgendwie alle. Und die Studenten verdienen ja also ich find es nicht verkehrt.

  • Am 26. Oktober 2013 um 12:11 von hoppala

    das sind üble praktiken und gehören zu recht hart bestraft. samsung sollte sich auf seine stärken konzentrieren, statt sich mit solchen billigen tricks ein schlechtes image zu verschaffen. langsam sollten die dahinter kommen, dass das der falsche weg ist.

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