IDC: PC-Markt in Westeuropa bricht um 22,5 Prozent ein

Insbesondere in Deutschland bleiben die Verkäufe hinter den Erwartungen zurück. In der Gesamtregion EMEA waren es minus 20,2 Prozent . Die Hersteller verkauften im ersten Quartal nur 21,8 Millionen Computer.

Die PC-Verkäufe in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika sind laut IDC im ersten Quartal 2013 gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 20,2 Prozent eingebrochen. Hersteller verkauften in der EMEA-Region lediglich 21,8 Millionen Computer. Die Notebookverkaufszahlen schrumpften um 20,6 Prozent auf 13,6 Millionen Stück. Bei Desktops ging der Absatz um 19,6 Prozent auf 8,3 Millionen Einheiten zurück.

IDC-Logo

In Westeuropa wirkte sich die Krise des PC-Markts noch stärker aus. Hier liegt das Minus IDC zufolge bei 22,5 Prozent. „Fast alle Länder zeigten einen Rückgang im zweistelligen Bereich“, heißt es in einer Pressemitteilung des Marktforschungsunternehmens. Der Markt in Großbritannien habe etwas besser abgeschnitten, während die Zahlen aus Deutschland schlechter seien als erwartet.

„Im Consumer-Segment blieb das Ergebnis hinter den Erwartungen zurück, da die schwache Nachfrage wegen der anhaltenden Verlagerung hin zu Tablets, und der Druck auf die Budgets anhielten“, sagte Maciej Gornicki, Senior Research Analyst bei IDC für den Bereich EMEA Personal Computing. Das Interesse an Windows 8 sei weiterhin gebremst und die hohen Kosten für touchfähige Plattformen hätten das Wachstum des Markts ebenfalls gehemmt.

Der PC-Markt befinde sich in einer Phase des Übergangs, ergänzte Chrystelle Labesque, Research Manager bei IDC. Die Auswahl an Geräten, Formfaktoren und Betriebssystemen sei so groß wie nie zuvor. Geschäftskunden prüften diese neuen Optionen gründlich. Neue Technologien wie Ultrabooks und Touch stießen auf großes Interesse, die hohen Preise führten aber nicht nur bei Verbrauchern, sondern auch bei Firmen dazu, dass die gegenwärtigen Systeme länger benutzt würden.

Der Studie von IDC zufolge lieferte Hewlett-Packard im ersten Quartal mit Abstand die meisten PCs in der EMEA-Region aus. Verkaufszahlen und Marktanteil des Unternehmens gingen jedoch um 31,9 Prozent beziehungsweise 3,2 Punkte zurück. Lenovo überholte Acer und verkürzte den Abstand zum Marktführer. Es steigerte als einziger Top-5-Anbieter seine Verkäufe. Acer verteidigte immerhin seinen dritten Platz knapp vor Dell, das seinen Marktanteil um 0,4 Punkte auf 10,2 Prozent erhöhte. Damit verkaufte es mehr Computer als Asus, das mit einem Anteil von 7,9 Prozent (minus 0,7 Punkte) auf den fünften Platz zurückfiel.

Die aktuellen Zahlen für den weltweiten PC-Markt legte IDC schon in der vorletzten Woche vor. Demnach lieferten Hersteller im ersten Quartal 76,3 Millionen Computer aus, was einem Minus von 13,9 Prozent entspricht. Den Marktforschern zufolge handelt es sich um den größten Rückgang seit 1994 – seit IDC seine vierteljährliche Statistik aufstellt. Gartner zufolge sanken die Absatzzahlen erstmals seit dem zweiten Quartal 2009 wieder unter die Marke von 80 Millionen Stück.

PC-Markt in der Region EMEA im ersten Quartal (nach IDC)

Hersteller Marktanteil 2012 Marktanteil 2013 Veränderung (verkaufte Stückzahlen in Prozent)
Hewlett-Packard 21,7 % 18,5 % -31,9 %
Lenovo 8,5 % 11,9 % 11,0 %
Acer 12,5 % 10,9 % -30,4 %
Dell 9,8 % 10,2 % -16,7 %
Asus 8,6 % 7,9 % -26,8 %
Andere 38,9 % 40,6 % -16,7 %
Gesamt -20,2 %

Themenseiten: Acer, Asus, Dell, Desktop, Hewlett-Packard, IDC, Lenovo, Marktforschung, Notebook, Tablet

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