Business Security Test 2019: Nur vier Lösungen erkennen alle Bedrohungen

Sie schützen Nutzer vor 371 ausgewählten Gefahren der realen Welt. Alle Kandidaten erreichen jedoch einen Score von mehr als 98 Prozent. Elf Antivirenanwendungen können indes eine Kompromittierung des Systems in Einzelfällen nicht verhindern.

Das unabhängige Testinstitut AV-Comparatives hat in den Monaten August und September 19 Enterprise-Sicherheitslösungen unter Windows 10 Version 1903 64-Bit untersucht. Nur vier Antivirenanwendungen waren in der Lage, die insgesamt 371 Bedrohungen, denen sich alle Kandidaten stellen mussten, zu erkennen: Eset Endpoint Protection Advanced Cloud, Symantec Endpoint Protection, Bitdefender Endpoint Gravity Zone und Panda Endpoint Protection Plus. Microsoft Defender ATP Antivirus schützte letztlich zwar auch vor allen Bedrohungen, in einem Fall war jedoch ein Eingriff des Nutzers erforderlich, was zu einer Gesamtleistung von 99,9 statt 100 Prozent führte.

Allerdings leisteten sich einige Testsieger mehrere False Positives. Eset stufte eine legitime Datei als gefährlich ein, Symantec drei, Panda sieben und Bitdefender sogar 13. Schlusslicht in dieser Kategorie war Microsoft mit 35 Falschmeldungen.

AV-Comparatives: Business-Security-Lösungen im Test (Bild: AV-Comparatives)Das Prädikat „Approved Business Product“ verlieh AV-Comparatives an alle Teilnehmer. Dafür wird ein Score von mindestens 90 Prozent benötigt. Das schlechteste Ergebnis waren 98,1 Prozent bei Avast Business Antivirus Pro Plus und Cisco AMP for Endpoints. Die beiden Anwendungen blockten lediglich 364 Bedrohungen – sieben Angriffe, die auf reellen Gefahren basieren, kompromittierten jeweils das eigentlich zu schützende System. Vorbildlich waren Cisco und Avast indes bei den False Positives mit null respektive einer Fehlerkennung.

Neben dem Real-World-Test wurde auch ein Malware separater Malware Protection Test durchgeführt. Hier geht es gezielt darum schädliche Dateien vor, während oder nach der Ausführung zu erkennen. Jede Sicherheitslösung hat zuerst Gelegenheit, eine schädliche Datei beispielsweise bei einem Kopiervorgang über das Netzwerk zu scannen. Danach werden nicht erkannte Schädlinge auf dem System gestartet – eine weitere Situation, in der die Antivirensoftware aktiv werden sollte. Alle Anwendungen haben währenddessen Zugriff auf das Internet, um Cloud-Daten abzurufen und eine verhaltensbasierte Erkennung durchzuführen. Schließlich erhalten die Testkandidaten noch die Möglichkeit, die bereits installierte Schadsoftware zu erkennen und deren Änderungen rückgängig zu machen. Gelingt dies letztlich, gilt der Test, der mit 1278 Malware-Mustern ausgeführt wird, als gescheitert.

Hier lag die Erkennungsrate zwischen 100 und 96 Prozent. Die Bestleistung lieferten Avast, SparkCognition und Trend Micro. Mehr als 99 Prozent der Schadprogramme wurden von Microsoft, Panda, Seqrite, Bitdefender, Endgame, K7, McAfee, Sophos, Symantec, Vipre, Cisco, Fortinet, Kaspersky und Eset. FireEye und Crowdstrike schafften 96,2 beziehungsweise 96 Prozent, wobei AV-Comparatives darauf hinweist, dass ein inzwischen behobener Fehler in der FireEye-Anwendung das Ergebnis negativ beeinflusste.

Nicht berücksichtigt wurden die Performance der Antivirenprogramme sowie ihre Belastung für das System sowie ihre Bedienbarkeit. Die Ergebnisse dieses vollständigen Tests kündigte AV-Comparatives für Dezember an.

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