WikiLeaks: CIA-Tool Athena kapert jeden Windows-PC

Betroffen sind Rechner mit Windows XP, Vista, 7, 8.x und 10. Die Athena-Malware erlaubt die Steuerung eines Systems aus der Ferne. Sie unterstützt auch einen Fileless-Modus, bei dem die Schadsoftware nur im Arbeitsspeicher ausgeführt wird. Das erschwert die Erkennung durch Antivirenprogramme.

Wikileaks hat Details zu einem CIA-Tool namens Athena veröffentlicht. Es ist demnach in der Lage, Windows-Rechner fernzusteuern und auch Daten aus bestimmten Verzeichnissen auszulesen. Davon sollen alle Versionen des Microsoft-OS von Windows XP bis Windows 10 betroffen sein.

(Bild: Wikileaks)Die Dokumente stammen aus den Jahren 2015 und 2016. Entwickelt wurde das Implantat – so die interne Bezeichnung der CIA für eine Schadsoftware – zusammen mit dem Sicherheitsanbieter Siege Technologies. Das Unternehmen beschäftigt sich nach eigenen Angaben mit „offensiven Cyberwar-Technologien“ und Methoden für die Entwicklung vorausschauender Cyber-Sicherheitslösungen für Versicherungen und Regierungen. Ende 2016 wurde Siege Technologies von Nehemiah Security übernommen.

Aus den Unterlagen geht wiederum hervor, dass es möglich ist, die Athena-Malware individuell anzupassen. In der Regel kommuniziert sie mit einem Befehlsserver im Internet. Sie unterstützt aber auch einen „Offline-Modus“. Zudem kann Athena-Malware auch ausschließlich im Hauptspeicher ausgeführt werden – der sogenannte Diskless- oder auch Fileless-Modus soll eine Entdeckung durch Sicherheitssoftware verhindern.

Die CIA soll Athena zudem nicht nur über klassische Wege wie Phishing verbreiten, sondern auch durch die Kompromittierung von Geräten während der Lieferkette. In den Dokumenten ist aber auch von Außenoperationen die Rede, also beispielsweise das Eindringen in die Räumlichkeiten eines Ziels, um dessen Computer direkt zu infizieren. Darüber hinaus wurde Athena offenbar entwickelt, um zusammen mit einem anderen System namens Hera eingesetzt zu werden, zu dem es bisher aber keine Informationen geben soll.

2014 hatte Jason Syversen, Gründer von Siege Technologies, im Gespräch mit Bloomberg erklärt, sein Unternehmen arbeite an einem System zur Messung des Erfolgs von Cyberangriffen. „Ich fühle mich bei der Arbeit an einer elektronischen Kriegsführung wohler. Das ist anders als Bomben und Atomwaffen – was ein moralisch komplexer Bereich ist. Statt Dinge zu bombardieren und Kollateralschäden zu haben, können sie die zivilen Verluste minimieren, was für alle Parteien ein Sieg ist“, zitiert zudem Wikileaks aus einer E-Mail von Syverson, die wiederum aus dem Fundus von Hacking Team stammen soll.

WEBINAR

Von Software Defined bis Composable – Neue Architekturansätze im Datacenter

Florian Bettges von HPE erläutert in diesem Webinar, wie Unternehmen von hybriden IT-Konzepten profitieren können. Dabei geht er auf die Vorteile der einzelnen Ansätze ein und stellt Konzepte vor, wie die unterschiedlichen Ansätze in Zukunft in hybriden IT-Konzepten ineinander fließen. Jetzt registrieren und Webinaraufzeichnung ansehen.

Tipp: Wissen Sie alles über Edward Snowden und die NSA? Überprüfen Sie Ihr Wissen – mit 15 Fragen auf silicon.de.

Themenseiten: Central Intelligence Agency, Cybercrime, Security, Sicherheit, Windows, wikileaks, Überwachung

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
Content Loading ...
Whitepaper

ZDNet für mobile Geräte
ZDNet-App für Android herunterladen Lesen Sie ZDNet-Artikel in Google Currents ZDNet-App für iOS

Artikel empfehlen:

Neueste Kommentare 

12 Kommentare zu WikiLeaks: CIA-Tool Athena kapert jeden Windows-PC

Kommentar hinzufügen
  • Am 22. Mai 2017 um 11:14 von Mac-Harry

    Mac sei Dank. Wenn es drauf ankommt, hat sich nichts verändert. Windows war, ist und bleibt eine Schwachstelle.

    • Am 22. Mai 2017 um 11:47 von Nick

      Es gab doch sehr üble 0-day Exploits zu MacOs, veröffentlich von Wikileaks.
      Sogar Infektionen die eine Neuinstallation des Betriebsystems überstanden (im EFI).

      Siehe: https://goo.gl/3Gxrt9

    • Am 22. Mai 2017 um 12:29 von Lucifer

      die Schwachstelle sitzt vor dem Computer unabhängig vom OS

  • Am 22. Mai 2017 um 12:28 von Lucifer

    und auch hier muss zuerst mal ein dummer User die Malware „reinlassen“ indem auf alles geklickt wird was so per Mail reinkommt!

    • Am 22. Mai 2017 um 15:42 von Alfons

      ne, hier eben nicht und bei Wannacry auch nicht, da dieser sich auch über SMB verbreitete.

      „Die CIA soll Athena zudem nicht nur über klassische Wege wie Phishing verbreiten, sondern auch durch die Kompromittierung von Geräten während der Lieferkette.“

      Somit würde, je nach ausgenutzter Schwachstelle, ein kompromittierter Switch oder PC reichen.

  • Am 22. Mai 2017 um 12:56 von Disor

    Es wird immer die „Mac sei Dankler“ geben aber das liegt in der Natur des Menschen die Dinge egal um was es geht, Sie so zusehen wie man will und nicht das was wirklich ist. Das Microsoft nun mal einfach einen viel höheren Prozentsatz auf der Welt vertritt und wichtige Einrichtungen mit Windows laufen, somit ein natürliches Ziel abgeben, wird bei einer Mac Argumentation einfach ignoriert.

  • Am 22. Mai 2017 um 13:45 von Mac-Harry

    …. sprachen die Windows-Fans und Jünger.

    • Am 22. Mai 2017 um 14:23 von ralph

      Und dies sagt ein eingefleischter MAC-Jünger… MAC hat ja gar keine lücken.. haha ironie läst grüssen

  • Am 23. Mai 2017 um 8:35 von MacOS-Win-Linux-User

    Was ich viel schlimmer als die Diskussion um ein OS finde ist die Einstellung von dem Typ:
    Zitat:
    „Ich fühle mich bei der Arbeit an einer elektronischen Kriegsführung wohler. Das ist anders als Bomben und Atomwaffen – was ein moralisch komplexer Bereich ist. Statt Dinge zu bombardieren und Kollateralschäden zu haben, können sie die zivilen Verluste minimieren, was für alle Parteien ein Sieg ist“

    Und was bitte passiert wenn z.B. durch diese netten kleinen Progrämmchen „mal eben“ die Stromversorgung gefährdet wird ?
    Und das nicht nur für Stunden/Tage sondern für Wochen ?
    Dann ist’s selbst bei den Krankenhäusern mit der Notstromversorgung vorbei…
    Dazu gibt’s auch ’n netten Roman (heißt glaub‘ ich Blackout) in dem so ein Szenario durchgespielt wird.
    Oder wenn in Verkehrsleitsystemen so ein Spion-Programm etwas durcheinander bringt ?

    Also mir macht das auch eine nicht gerade kleine Angst.
    Ok, Atombomben sind greifbarer, aber die Anfälligkeit von Alltagsystemen finde ich fast beängstigender …

  • Am 23. Mai 2017 um 8:55 von Rex

    Wer auch immer Trojaner,Malware und so weiter verbreit gehört eliminiert und ich nehme Geheimdienste davon nicht aus.

  • Am 24. Mai 2017 um 0:32 von C

    Na, @Mac-Harry wurde ja schon gestutzt. Dann brauche Ich das nicht mehr zu machen.

    Zwei Fragen:
    1. Gibt es schon einen Patch?
    2. W-10 soll lt. MS „sicherer“ sein als W-7. War wohl nix, MS?

  • Am 24. Mai 2017 um 8:52 von ckOne

    Es ist doch eigentlich scheissegal welches Betriebssystem auf dem Computer läuft, wenn die Lieferkette kompromittiert wird, und nach wie vor fast alle Computerprodukte aus China kommen ( die Ausnahmen kann man an den Fingern Abzählen ), dann ist der Chinesische Staat eindeutig in der Pole Position und dort gibt es keine „Snowdens“, die machen kurzen Prozess und niemand erfährt es das da einer fehlt.
    Und glaubt mir, es ist völlig scheißegal ob Windows, MacOS oder Linux auf einem Gerät läuft, wenn die Hardware ( über Firmware ) verseucht ist, gibt es nur einen Schutz und das ist ohne Internet Anbindung betreiben, und ein 2 .tes Gerät als internetschlampe benutzen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *