China ist jetzt Apples größter iPhone-Markt

Die Smartphoneverkäufe legten dort laut Tim Cook im letzten Quartal um 70 Prozent zu. Für Macs gab es ein Plus von 31 Prozent. Für den App Store und die iPads war es ein Rekordquartal. Apple macht in China mittlerweile mehr Umsatz als in ganz Europa.

China hat in Apples Bilanz nicht nur Europa nach Umsatz überflügelt, es ist auch zum größten Absatzmarkt für iPhones nach Stückzahlen aufgestiegen. Das chinesische Neujahrsfest im Februar brachte CEO Tim Cook zufolge um 70 Prozent mehr iPhone-Verkäufe als im Vorquartal.

(Bild: News.com)„Es war ein unglaubliches Quartal“, sagte Cook im Telefongespräch mit Analysten. „Ich habe noch nie erlebt, dass so viele Menschen in die Mittelklasse aufsteigen wie jetzt in China, und das ist der Großteil unserer Verkäufe. Wir sind sehr stolz und werden weiter in das Land investieren.“

Apple weist keine iPhone-Absatzzahlen für einzelne Regionen aus. Im Weihnachtsquartal konnte der Hersteller aber schon nur knapp mehr iPhones in den USA als in China verkaufen. Einige Analysten hatten China bereits vor drei Monaten vor den USA gesehen.

Im jetzt bilanzierten zweiten Quartal erzielte Apple 36,7 Prozent oder 21,316 Milliarden Dollar seines Umsatzes in Nord- und Südamerika sowie 29 Prozent oder 16,823 Milliarden Dollar in China. Dort verbesserte Apple seine Einnahmen um 71 Prozent – in Amerika legte der Umsatz nur um 19 Prozent zu. Europa fiel mit 21,3 Milliarden Dollar Umsatz (plus 12 Prozent) hinter China zurück.

China war schon 2011 zum weltgrößten Smartphonemarkt aufgestiegen. Derzeit gibt es dort geschätzte 520 Millionen Smartphone-Nutzer. Apple bemühte sich immer wieder um Partnerschaften. Im Januar 2014 schloss es die wichtigste, nämlich mit dem weltgrößten Mobilfunknetzbetreiber China Mobile, der 800 Millionen Vertragskunden vorweisen kann.

iPhone 6 Plus und iPhone 6 (Bild: Apple)

Diesen Monat hatte Kantar Worldpanel ComTech gemeldet, Apple habe Xiaomi nach Smartphone-Verkäufen in China überholt. Im Dreimonatszeitraum bis einschließlich Februar war das iPhone 6 dort demnach das meistverkaufte Smartphone, mit einem Anteil von 10,2 Prozent. Es folgten Xiaomis RedMi Note und auf Rang drei das iPhone 6 Plus. Da auch ältere Apple-Smartphones sich gut verkauften, eroberte der Hersteller insgesamt einen Anteil am chinesischen Smartphonemarkt von 27,6 Prozent.

Schon letzte Woche hatte das Analystenhaus Trefis die Erwartung geäußert, in Apples Quartalsbilanz werde es „vor allem um China gehen“. Nicht nur sei das chinesische Neujahrsfest in diesen Zeitraum gefallen, Apple profitiere auch massiv vom Ausbau der LTE-Netze in China. Zudem komme die Auslieferung von iPhone 6 und 6 Plus endlich der Nachfrage hinterher. Im Vorquartal habe Apple nicht so viele Geräte wie gewünscht liefern können.

2010 war China für Apple noch ein 2,8-Milliarden-Dollar-Markt gewesen, 2011 dann schon 11,25 Milliarden Dollar groß. Im Fiskaljahr 2014 sorgte es für 29,8 Milliarden Dollar Umsatz.

Cook verwies in der vergangenen Nacht aber nicht nur auf die iPhone-Verkäufe, der Absatz mit Macs legte ihm zufolge um 31 Prozent zu. Auch erzielten sowohl der App Store als auch iPads ein Rekordquartal in China.

Für die in China möglichen Einnahmen scheint Apple durchaus zu Zugeständnissen bereit, was die Zusammenarbeit mit den kontrollwütigen und nach den NSA-Veröffentlichungen auch skeptischen Behörden dort angeht. Berichten zufolge gewährt es deren Vertretern Einblick in seinen Quelltext, um die Absenz einer Hintertür für die NSA zu belegen. Das soll Tim Cook dem chinesischen Sicherheitspolitiker Lu Wei zugesichert haben.

[mit Material von Shara Tibken, News.com]

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Themenseiten: Apple, China, Marktforschung, Smartphone, iPhone

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