Unify stellt Circuit als Weiterentwicklung von Unified Communications vor

Das SaaS-Angebot vereint die Kommunikation via Sprache, Messaging sowie Video und ermöglicht auch Screen- und File-Sharing. Die Besonderheit ist die zentrale Oberfläche, über die sich alle Funktionen steuern lassen. Die monatlichen Kosten beginnen bei 14,95 Euro pro Anwender.

Unify (ehemals Siemens Enterprise Communications) hat mit Circuit einen SaaS-Dienst vorgestellt, den es als „New Way to Work“ bewirbt. Das im Rahmen des im vergangenen Jahr angekündigten Projekts Ansible entwickelte Angebot soll über Unified Communications hinausgehen, also nicht nur die Kommunikation bündeln, sondern auch den veränderten Ansprüchen der Arbeitswelt gerecht werden.

Zu diesen Veränderungen gehören nicht nur die zunehmende Mobilität von Mitarbeitern, sondern auch die Auflösung der Grenzen zwischen Arbeitswelt und Privatleben, die Nutzung unterschiedlicher Endgeräte für die Arbeit sowie die Tatsache, dass gerade qualifizierte Mitarbeiter oft nicht mehr in einem Büro sitzen, sondern an mehreren Standorten verteilt arbeiten – und auch immer wieder in wechselnden Teams arbeiten. Diese Tendenzen sind an sich alle nicht neu, und auch der Versuch, sie mit Erweiterungen herkömmlicher Soft- und Hardware in den Griff zu bekommen, mag Beobachtern bekannt vorkommen.

Die zentrale Konversationsansicht von Circuit im Chrome-Browser (Screenshot: Unify).Die zentrale Konversationsansicht von Circuit im Chrome-Browser (Screenshot: Unify).

Beispielsweise spricht auch Microsoft bei Lync nicht mehr von Unified, sondern von „Universal Communication“. Die Plattform vereint inzwischen Chat, Präsenzinformationen, Videokonferenzen, Online-Meetings sowie Telefonie und bietet so zahlreiche Möglichkeiten zur Zusammenarbeit. Allerdings setzt sie vielfach andere Microsoft-Server-Produkte voraus – und ist so eher etwas für Firmen, die sich ohnehin stark an die Microsoft-Welt anlehnen.

Unify hat laut Marketing-Chef Bill Hurley einen fundamental anderen Ansatz gewählt als die Mitbewerber: „Viele Leute sind frustriert, weil sie ihre Arbeitsabläufe um einen E-Mail-Eingang herum organisieren müssen. Da hilft es auch nichts, wenn dieser mit etwas Consumer-Technologie aufgehübscht wird.“ Auch den Ansatz, vorhandene oder zusammengekaufte Produkte zu kombinieren und als neue Gesamtlösung zu präsentieren, führt nach Ansicht von Unify nicht zum Erfolg. Man sei daher von der Frage ausgegangen „Wie arbeiten wir heute?“ – und habe dann danach gestrebt, eine Plattform zu präsentieren, die diese Arbeitsweise unterstützt.

Das betont auch Peter Kürpick, Executive Vice President bei Unify: Zum Start sei Circuit eine Plattform-as-a-Service, die leicht eine Vielzahl von anderen und vorhandenen Angeboten integriere – sei es nun die eigene Kommunikationsangebote der Reihe Open Scape, Produkte der Mitbewerber in diesem Feld, mobile Endgeräte oder gar Unternehmens-Anwendungen, die Kommunikationsoptionen erfordern. Der Mehrwert, den Circuit biete, sei die eine Oberfläche, aus der heraus sich alles steuern lasse, erklärt Unify-CEO Dean Douglas. Und damit sei man der erste Anbieter, der das auf einer Cloud- und Web-basierenden Plattform geschafft habe. Als Partner konnte Unify dafür Frog Design gewinnen, das schon an der Entwicklung der Oberflächen von Apples Macintosh und der des ersten iPhones beteiligt war.

Die zentrale Konversationsansicht von Circuit auf dem iPad (Screenshot: Unify).Die zentrale Konversationsansicht von Circuit auf dem iPad (Screenshot: Unify).

Die Web-Applikation von Circuit vereint die Kommunikation via Sprache, Messaging sowie Video und ermöglicht darüber hinaus auch Screen- und File-Sharing. Eine kontextbezogene Suchfunktionen hilft Nutzern, die für sie relevanten Inhalte zu finden. Sie legt den Schwerpunkt entweder auf Schlagworte oder Personen und kann dann Suchergebnisse danach filtern. Inhalte und Verlauf von Konversationen werden gespeichert, so dass Dateien und Informationen den beteiligten, aber auch eventuell später hinzugekommenen Teammitgliedern im Gesprächskontext zur Verfügung stehen.

Damit potenzielle Kunden sich von den Funktionen von Circuit selbst überzeugen können, bietet Unify ihnen die Möglichkeit, sie 60 Tage kostenlos zu testen. Dafür sind derzeit noch als Browser Chrome und als Mobilgerät iPhone oder iPad erforderlich. Android-Geräte sollen ab Januar 2015 unterstützt werden. Laut Kürpick prüft man aber auch, wie andere Plattformen – also Windows Phone und Blackberry – integriert werden können. Hier liegt die Verzögerung möglicherweise daran, das Unify unter anderem zur schnellen Initiierung von Videogesprächen auf WebRTC setzt.

Circuit ist ab sofort in Deutschland, den USA und Großbritannien verfügbar. Der Preis liegt bei 14,95 Euro pro Anwender und Monat. Zu Beginn steht es ausschließlich als SaaS-Angebot bereit. Mittelfristig ist für große Kunden auch eine On-Premise-Variante geplant. Gehostet wird Circuit in Rechenzentren von Unify-Partnern. Wie der Anbieter versichert, werde jeglicher Traffic zwischen Clients und Servern verschlüsselt. Beim Web-Traffic setze man dazu auf TLS 1.2, bei Sprache, Video und dem Screen-Sharing auf DTLS SRTP. Circuit bietet zudem Unterstützung für Verschlüsselung mit AES 256 und erlaubt die Durchsetzung von starken Passwörtern. Angriffen auf die Server will man mit einer gehärteten Software und regelmäßigen Security-Audits sowie der darauf abgleiteten Anpassung der Sicherheitsmaßnahmen den Wind aus den Segeln nehmen.

[mit Material von Peter Marwan, ITespresso.de]

Themenseiten: Kommunikation, Mittelstand, Unify

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