Apple speichert iCloud-Daten in China

Apple hat offenbar damit begonnen, die Daten einiger seiner chinesischen Nutzer in China auf Servern von China Telecom zu speichern. Das Unternehmen teilte einem Bericht von Reuters zufolge mit, es habe den drittgrößten Mobilfunkanbieter des Landes zur Liste der Rechenzentrumsanbieter hinzugefügt, um seinen iCloud-Dienst zu verbessern.

iCloud-Logo

Nutzer können Fotos, Musik und andere Daten auf iCloud speichern und unter anderem von ihren mobilen Apple-Geräten aus abrufen. Die Speicherung der Daten im Heimatland der Nutzer erlaube schnellere Zugriffe und erhöhe die Zuverlässigkeit, zitiert Reuters das Unternehmen aus Cupertino.

Apples Vorgehen steht im Gegensatz zu den Entscheidungen anderer IT-Firmen, die sich aus Sorgen um Zensur und Datenschutz weigern, Daten ihrer Kunden in China zu speichern. 2010 hatte sich Google beispielsweise mit China wegen der Zensur seiner Suchergebnisse gestritten und als Folge seine Server nach Hongkong ausgelagert.

Darüber hinaus wird der Regierung der Volksrepublik immer wieder vorgeworfen, sie breche in Computer fremder Regierungen und Unternehmen ein, um Daten zu stehlen. Zudem ist die Regierung dafür bekannt, auf in China gespeicherte Nutzerdaten zuzugreifen. Als Grundlage dienen Gesetze und Verordnungen. Kritiker werfen dem Land vor, sie seien nur erlassen worden, um der Regierung einen einfachen Zugang zu Nutzerdaten zu verschaffen.

Apple betont jedoch, dass die Speicherung der Daten auf Servern von China Telecom den Datenschutz seiner Nutzer nicht aufweicht. Alle Daten sind nach Unternehmensangaben verschlüsselt. Weder China Telecom noch Dritte könnten auf sie zugreifen. Einer nicht näher genannten Quelle der Agentur Reuters zufolge hält Apple die für die Entschlüsselung benötigten Schlüssel außerhalb Chinas vor.

Der Speicherort hat unter Umständen keinen Einfluss darauf, welche Regierung Zugang zu Cloud-Daten erhält. Ein US-Bundesrichter hatte beispielsweise entschieden, dass Microsoft E-Mails eines Kunden herausgeben muss, die in der irischen Hauptstadt Dublin gespeichert sind.

China ist inzwischen Apples wichtigster Wachstumsmarkt. Zwischen April und Juni steigerte der iPhone-Hersteller seinen Umsatz dort um 28 Prozent auf 5,9 Milliarden Dollar. In Nord- und Südamerika sowie Europa betrug das Plus hingegen nur 1 beziehungsweise 6 Prozent.

[mit Material von Don Reisinger, News.com]

Tipp: Wie gut kennen Sie Apple? Überprüfen Sie Ihr Wissen – mit 15 Fragen auf silicon.de.

Neueste Kommentare 

3 Kommentare zu Apple speichert iCloud-Daten in China

Kommentar hinzufügen
  • Am 18. August 2014 um 10:29 von Eindeutig

    „China ist inzwischen Apples wichtigster Wachstumsmarkt. Zwischen April und Juni steigerte der iPhone-Hersteller seinen Umsatz dort um 28 Prozent auf 5,9 Milliarden Dollar.“

    Damit ist die Intension doch klar. Natürlich verbiegt sich Apple für diese Umsatzchance. Die Aktionäre würden ihnen sonst den Gar ausmachen. Natürlich wollen die Appleanhänger nicht hören oder lesen, dass auch hier Apple keine Ausnahme zu anderen IT-Unternehmen ist. Ja ne, is klar – wenn Apple sagt die Daten sind sicher, dann sind die natürlich so sicher wie die Rente. ;-)

  • Am 18. August 2014 um 21:49 von C

    Der Apfel spürt den kalten Atem der Chinesischen Regierung…

  • Am 19. August 2014 um 12:22 von Jens

    „Darüber hinaus wird der Regierung der Volksrepublik immer wieder vorgeworfen, sie breche in Computer fremder Regierungen und Unternehmen ein, um Daten zu stehlen …“
    Auch wenn das stimmt — wo ist bitte der Unterschied zu Servern in den USA und deren staatlichen Institutionen?! Die Sicht der Welt hat sich durch Snowden geändert. Darum sollte sich die Redaktion eventuell ein paar neue Textbausteine einfallen lassen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *