Anbieter von Chrome-Erweiterungen protestieren gegen Google-Sperren

Seit Ende Mai können nur noch Erweiterungen aus dem Chrome Web Store genutzt werden. Dies soll bösartige Software ausbremsen. Entwickler und Anwender fühlen sich bevormundet und berichten von technischen Problemen.

Entwickler und Nutzer von Erweiterungen für den Browser Chrome beschweren sich zunehmend über Googles Maßnahme, die Installation solcher Add-ons nur noch via seinen Chrome Web Store zuzulassen. Google hatte diesen Schritt im November angekündigt und die Frist im Februar bis Anfang Mai verlängert, um die Umstellung dann Ende Mai tatsächlich durchzuführen.

Google Chrome

Die Veränderung „erschwert die Entwicklung von Werkzeugen, die den Einsatz von Chrome in Unternehmen erleichtern“, sagt etwa Browsium-CEO Gary Share. Die Firma des ehemaligen Microsoft-Angestellten hilft bei der Nutzung und Verwaltung mehrerer Browser in Geschäftsumgebungen. Sein Problem: „Wenn jemand eine ältere Version meiner Erweiterung auf einem nicht verwalteten System einsetzt, funktioniert sie jetzt nicht mehr, und ich kann nichts dagegen tun.“

Share vergleicht Google auch mit seinem früheren Arbeitgeber: „Microsoft hat früher solche Fehler gemacht. Es hat aber vor langer Zeit daraus gelernt.“

In Googles eigenen Foren finden sich 42 Seiten mit weiteren Beschwerden. Viele fühlen sich in ihrem Recht angegriffen, auf ihrem Rechner zu installieren, was sie möchten. Manche ärgern sich auch, weil sie eine kostenpflichtig erworbene Erweiterung nicht mehr nutzen können. Entwickler hingegen kämpfen mit dem Problem, dass sie ihre Erweiterungen nicht mehr in der stabilen Version von Chrome testen können, sodass bisweilen Kompatibilitätsprobleme auftreten.

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Google sieht seinen Schritt als Maßnahme gegen das größte Problem von Chrome unter Windows, das auch zu den meisten Nutzerbeschwerden geführt hatte: Es ist jetzt unmöglich, die Sicherheitsvorkehrungen zu umgehen und bösartige Browsererweiterungen zu installieren. Betroffen sind die beiden verbreitetsten Versionen des Browsers, Stable und Beta. Eine Ausnahme gibt es nur für in Unternehmen genutzte Erweiterungen, die über die Gruppenrichtlinien von Windows verwaltet werden. Für die private Nutzung besteht eine solche Option nicht.

Auf Nachfrage durch News.com erklärte ein Google-Sprecher: „Wir arbeiten mit den führenden Entwicklern zusammen, die von dieser Änderung betroffen sind.“ Es wird auch nicht von allen Seiten kritisiert. J.D. Sherry von Trend Micro etwa nennt den Ansatz „brillant“, auch wenn Kunden seines Unternehmens ein paar Probleme gehabt hätten. „Ich halte das für einen wunderbaren Schritt in die richtige Richtung.“ Es sei von größter Wichtigkeit, dass Google Chrome-Nutzer „vor Java-basierten Angriffen und solchen mit Fremderweiterungen“ schütze.

[mit Material von Seth Rosenblatt, News.com]

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Themenseiten: Browser, Chrome, Google, Software

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