AMD wegen Irreführung von Investoren verklagt

Angeklagt sind CEO Rory Read, der frühere CFO Thomas Seifert und Vizepräsidentin Lisa Su. Sie sollen gegen das US-Gesetz Securities Exchange Act verstoßen haben, indem sie "falsche und irreführende" Erklärungen zum Erfolg von Llano abgaben.

AMD soll Investoren in der Frage des Erfolgs seiner Llano-APUs belogen und die Bedeutung nicht verkauften Inventars für den Bruttogewinn „in täuschender Absicht“ heruntergespielt haben. Das behauptet eine in Kalifornien eingereichte Sammelklage (PDF).

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Der 2011 angetretene CEO Rory Read, der frühere CFO Thomas Seifert und Vizepräsidentin Lisa Su sollen gegen das US-Gesetz Securities Exchange Act verstoßen haben, indem sie „falsche und irreführende“ Erklärungen zum Erfolg von Llano im Markt abgaben. Sie hätten Ende 2011 von „starker“ und „bedeutender“ Nachfrage gesprochen sowie AMDs Desktop-Prozessor-Geschäft eine „starke Position“ bescheinigt. 2012 werde es sich „weiter erholen“.

Die beiden Kläger Babak Hatamian und Lussu Dennj Salvatore fordern Schadenersatz für jeden, der zwischen 27. Oktober 2011 und 18. Oktober 2012 AMD-Aktien hielt. Am 27. Oktober 2011 hatte AMD Quartalszahlen bekannt gegeben und eine Prognose vorgelegt, die sich im Nachhinein als allzu rosig herausstellte. Bis April 2012 behauptete das Unternehmen laut den Klägern, es gebe „keine signifikanten Probleme“ im Desktop-Markt. Erst im Juli 2012 sprach es von schwacher Nachfrage nach Llano-APUs, vor allem in China und Europa. Damals senkte es auch seine Prognose. Im Oktober 2012 schließlich musste es nach einem schwachen dritten Quartal und einem zurückhaltenden Ausblick auf das vierte 15 Prozent seines Personals entlassen.

Der Klage zufolge müssen die Beklagten von dem Missverhältnis zwischen Prognose und Lagerbeständen gewusst oder durch Nichtwissen ihre Pflichten verletzt haben. AMD habe außerdem „damals bereits bekannte Trends, Ereignisse oder Ungewissheiten“, die zu einem Misserfolg von Llano führen konnten, nicht ordnungsgemäß ausgewiesen.

Ein ZDNet-Test hatte der in 32 Nanometer gefertigten Llano-Reihe im Juli 2011 bescheinigt, dass sie nur mit den schwächeren Produktreihen des Konkurrenten Intel – Core i3 und Pentium – konkurrieren kann. Weiter hieß es im Fazit: „Mehr gibt die Architektur nicht mehr her. Die 3D-Leistung hingegen liegt deutlich über der von Intels HD-3000-Grafik, zumal die AMD zusätzlich DirectX 11 unterstützt. Auch Notebooks mit Nvidias Einsteiger-Grafik Geforce GT 520M ziehen gegenüber dem A8 den Kürzeren. […] Der Erfolg der neuen Plattform hängt letztlich von der Preisgestaltung ab.“

Das größte Problem dürfte für AMD aber der nachlassende PC-Markt gewesen sein. IDC erwartete für 2012 ein Plus von 5 Prozent, Gartner eines von 4,4 Prozent. Am Ende stand weltweit fürs Gesamtjahr 2012 ein Minus von 3,5 Prozent zu Buche.

[mit Material von Nick Farrell, TechEye.net]

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Themenseiten: AMD, Gerichtsurteil, Notebook, Prozessoren

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