Quartalszahlen: Nokia meldet Durchbruch der Lumia-Reihe in Nordamerika

Dort konnten die Windows-Phone-Geräte um 367 Prozent gegenüber dem Vorjahr zulegen. Weltweit stehen plus 19 Prozent oder 8,8 Millionen verkaufte Geräte in der Bilanz. Nach 564 Millionen Euro Verlust vor einem Jahr meldet Nokia nun 118 Millionen Euro Betriebsgewinn.

Nokia hat mit seinen Quartalszahlen einen Durchbruch in Nordamerika gemeldet, wo der Absatz mit Lumia-Smartphones im Jahresvergleich um 367 Prozent zulegte. Aber auch weltweit ist ein Aufwärtstrend im dritten Geschäftsquartal zu verzeichnen – mit 118 Millionen Euro Betriebsgewinn nach IFRS, während vor einem Jahr 564 Millionen Euro Verlust notiert wurden.

Nokia-Zentral im finnischen Espoo (Bild: Nokia)

8,8 Millionen Lumia-Smartphones mit Microsoft Windows Phone als Betriebssystem wurden im Quartal abgesetzt. Das sind 19 Prozent mehr als im zweiten Quartal und plus 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Gesamtumsatz reduzierte sich im Jahresvergleich um 22 Prozent auf 5,7 Milliarden Euro. Nokia blickt dennoch zuversichtlich auf die Zeit nach der Übergabe des Handygeschäfts an Microsoft. Eine Abstimmung der Aktionäre über die Transaktion soll noch dieses Jahr erfolgen.

Für Feature Phones meldet Nokia ein Plus gegenüber dem vorangegangenen Quartal um 4 Prozent – nicht genug, um den Bedeutungsverlust dieses ehemaligen Nokia-Kerngeschäfts aufhalten zu können. Im Jahresvergleich stehen minus 37 Prozent in der Bilanz. 55,8 Millionen Geräte konnte der Konzern im Quartal absetzen.

Höhepunkt der Bilanz ist aber der für Nokia bisher problematische Nordamerika-Markt, wo es im Jahresvergleich fast 500 Prozent mehr Umsatz machte, nämlich 214 Millionen Euro. Plus 367 Prozent Geräte bedeuten 1,4 Millionen in Nordamerika verkaufte Lumia-Smartphones. Gartner-Analystin Carolina Milanesi glaubt, den Erfolg vor allem auf den Start des Lumia 1020 bei Verizon Wireless zurückführen zu können. Das Samsung Galaxy S4 sei als schon etwas älteres Produkt gesehen worden, das iPhone 5S noch unveröffentlicht gewesen. In dieses „Fenster“ habe sich Nokia erfolgreich gequetscht, schreibt sie. Auch das Lumia 928 bei Verizon Wireless sowie das Lumia 1020 bei A&T hätten perfekt Lücken im Angebot der Provider gefüllt.

Risto Siilasmaa (Bild: Nokia)Risto Siilasmaa (Bild: Nokia)
Der Umsatz von Nokia Solutions and Networks (NSN), früher Nokia Siemens Networks, hat im dritten Quartal um 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr und um 7 Prozent gegenüber dem vorangegangenen Quartal nachgelassen. Die Sparte setzte 2,6 Milliarden Euro um. Als Grund nannte Nokia eine saisonale Schwäche sowie Änderungen der strategischen Ausrichtung nach dem Ausstieg von Siemens aus dem Joint Venture.

Auch ein weiterer Kernbereich des künftigen Unternehmens Nokia (ohne Handysparte) verzeichnete ein Minus: Here Maps meldete 200 Millionen Euro Umsatz, 9 Prozent weniger als vor einem Jahr. Nokia glaubt dennoch, künftig profitabel arbeiten zu können. Ohne das Handygeschäft habe man im dritten Quartal schließlich 2,9 Milliarden Euro Umsatz gemacht.

„Unsere Arbeit an der Strategie schreitet gut voran, und es ist schon jetzt klar, dass es in allen unseren Geschäftsbereichen bedeutende Chancen gibt“, kommentierte Chairman und Interims-CEO Risto Siilasmaa. CFO Timo Ihamuotila fügte hinzu: „Das dritte Quartal wies den stärksten Wandel in unserer Geschichte auf. Wir wurden Kompletteigentümer von NSN und willigten in einen Verkauf des Mobiltelefongeschäfts an Microsoft ein. Das sind Transaktionen, die unserer Meinung nach die Zukunft von Nokia radikal umgestalten – und zwar zu unserem Vorteil.“

[mit Material von Roger Cheng, News.com, und Steve McCaskill, TechWeekEurope.co.uk]

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Themenseiten: Microsoft, Nokia, Nokia Solutions and Networks, Quartalszahlen, Smartphone, Windows Phone

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3 Kommentare zu Quartalszahlen: Nokia meldet Durchbruch der Lumia-Reihe in Nordamerika

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  • Am 29. Oktober 2013 um 18:44 von PeerH

    Wow: Lauter Superlative, beeindruckend. Oder doch nicht ?

    Wenn ich aus einem Euro Gewinn zehn mache, habe ich 900% Gewinn, und meinen Einsatz verzehnfacht – und bin dennoch nicht reich. ;-)

    Über acht Mio Lumias im Quartal ist zumindest ein gutes Lebenszeichen, interessant ist, dass 4% mehr Handys verkauft wurden.

    Fakt ist, dass ein Großteil der nicht-Smartphone Gewinne auf einmalige Kostensenkungen zurückzuführen sein dürfte, daher also die Zahlen nur teilweise die Realität abbilden.

    Und ich vermisse im Artikel auch nur den kleinsten Hinweis, dass das Smartphones/Handy Geschäft, sollten die Aktionäre das absegnen, inklusive dem ex-CEO zu Microsoft gehen, und Nokia mithin die einzige Sparte, die ein Umsatzwachstum generiert, für ein Butterbrot an Microsoft verscherbelt?

    Nächstes Jahr bleibt von Nokia nur das NSN und Here Geschäft, mit etwas Patenteinnahmen übrig. Und sowohl NsN, als auch Here leiden unter sinkenden Umsätzen, und Here macht je Quartal nur läppische 200 Mio Euro Umsatz.

    Microaoft hat mit Elop als U-Boot Nokia über den Tisch gezogen, und das aktuelle Quartal zeigt, wie drastisch Nokia den Bach runter gehen wird, sollte der Deal abgesegnet werden.

    • Am 30. Oktober 2013 um 0:03 von André N

      Bin absolut Ihrer Meinung. Nokia hätte den Turnaround ohne Microsoft geschafft. Die Lumia- und Asha Reihe kommen immer mehr in Fahrt und Geräte wie das Lumia 1020 ist sogar ein absolutes Spitzenprodukt. Der faire Wert für den Verkauf an Microsoft wäre 15-20 Milliarden Euro gewesen. Ich hoffe dass der Verkauf in letzter Sekunde scheitert.

      • Am 5. November 2013 um 10:50 von Maddin

        Offenbar scheinen hier ja höchst informierte Unternehmens-Insider zu schreiben, wenn man mit solchen angeblichen Verkaufszahlen um sich wirft und das mit der Aussage „Ich finde, dass…“

        Woher werden solche Annahmen genommen? Gibt es Fallstudien, die belegen, dass es Nokia ohne Windows Phone und mit Fortführung von Symbian aus der Krise geschafft hätte?

        Sorry, aber ich sehe hier nur schlecht informiertes Halbwissen, gemischt mit einer großen Portion Wunschdenken und einer Prise Arroganz, die jemanden zu Aussagen mit dem Hintergrund hinreißen lässt.

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