Verstecken unmöglich: Facebook macht alle Nutzerprofile auffindbar

Das Social Network entfernt eine Funktion, mit der seine Nutzer verhindern konnten, dass ihre Profile durch eine Namenssuche zu finden waren. Laut Facebooks Datenschutz-Manager ist das Feature veraltet und lässt die Suche "kaputt" erscheinen. Die Nutzer sollen stattdessen für alle einzelnen Einträge entscheiden, wer sie sehen darf.

Facebook-Nutzer können in Zukunft nicht mehr verhindern, dass ihre Profile durch die Suche nach ihrem Namen auffindbar sind. Das Social Network entfernt eine Funktion, die eine solche pauschale Einstellung für die Suche innerhalb von Facebook bislang erlaubte.

Facebook

Schon im letzten Dezember hatte das Unternehmen diese Einstellungsoption allen genommen, die sie bis dahin nicht wahrgenommen hatten. Jetzt trifft es auch all diejenigen, die das Feature bewusst aktiviert hatten – laut Facebook nur „ein kleiner Prozentsatz“ seiner 1,15 Milliarden monatlich aktiven Nutzer. Die Betroffenen sollen in den kommenden Wochen auf die anstehende Änderung aufmerksam gemacht werden.

Die Feature sei völlig veraltet gewesen, begründet Facebooks Chief Privacy Officer Michael Richter seine vollständige Entfernung in einem Blogeintrag. Es stamme noch aus einer Zeit, als Facebook ein einfaches Verzeichnis mit Profilen war. Ohnehin hätte es nicht verhindern können, dass andere auf Umwegen zur eigenen Timeline finden konnten – indem sie etwa auf den Namen in einem News-Feed-Eintrag klickten, oder über die Timeline eines gemeinsamen Freundes.

Die Einstellung habe zudem Facebooks Suchfunktion machmal „kaputt“ erscheinen lassen. Offenbar stand die Funktion insbesondere der im Januar vorgestellten Graph Search im Weg, die Mitgliedern des Social Network helfen soll, Personen, Fotos, Orte und Interessen zu finden, die anderen Facebook-Nutzern wichtig sind. Erst kürzlich wurde Facebooks Graph Search auf Einträge und Status-Updates ausgeweitet, wodurch längst vergessene Einträge leicht ans Tageslicht kommen können. Für deutsche Nutzer ist sie allerdings noch immer nur zugänglich, wenn sie die US-amerikanische Sprachversion verwenden.

Die heute mögliche Suche mit Graph Search macht es laut Facebook-Manager Richter noch wichtiger, über die Privatsphäre zu bestimmen durch die Entscheidung, was mit anderen geteilt wird oder nicht: „Am besten kontrollierst du, was die Menschen über dich finden können, indem du die Zielgruppe für die einzelnen Dinge wählst, die du teilst.“

[mit Material von Jennifer Van Grove, News.com]

Themenseiten: Datenschutz, Facebook, Privacy, Soziale Netze, Suchmaschine

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
Content Loading ...
Whitepaper

ZDNet für mobile Geräte
ZDNet-App für Android herunterladen Lesen Sie ZDNet-Artikel in Google Currents ZDNet-App für iOS

Artikel empfehlen:

Neueste Kommentare 

3 Kommentare zu Verstecken unmöglich: Facebook macht alle Nutzerprofile auffindbar

Kommentar hinzufügen
  • Am 13. Oktober 2013 um 2:10 von Judas Ischias

    Ist nur zum Nutzen und Vereinfachung aller Beteiligten. Fratzenbuch zwingt den Leuten wieder mal eine ganz klasse Sache auf. Die Suchfunktion ist wieder“heile“ und der „kleine“ Prozentsatz wird halt ganz entblößt. Hat eben Jeder selbst schuld wenn man unbedingt auf so einer Plattform mitmachen „muss“. Als nächste Funktion wird erforderlich sein, alle Daten die es überhaupt gibt, einschließlich der Abwesenheit von der Wohnung oder Haus, bekannt zu geben, damit die Fraktion der Einbrecher auch einen Nutzen von Fratzenbuch hat.

  • Am 13. Oktober 2013 um 19:20 von Chris

    Wer braucht schon F…book? Selber schuld wenn man alles von sich preis gibt und sich dann wundert wo diese Informationen an anderer Stelle wieder auftauchen.

  • Am 13. Oktober 2013 um 23:31 von Judas Ischias

    Einbrecher brauchen F…book. Wenn ich in dem „Gewerbe „tätig wäre, würde ich bestimmt etliche nützliche Infos bekommen können. Wer wo, wie lange im Urlaub ist und dergl.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *