Günstigere Roaming-Gebühren in der EU treten zum 1. Juli in Kraft

Die Europäische Kommission hat darauf hingewiesen, dass ab 1. Juli neue niedrigere Preisobergrenzen für das Roaming in Mobilfunknetzen gelten. Gemäß der Roamingverordnung der Europäischen Union sinkt die Preisobergrenze für das Herunterladen von Daten beispielsweise um 36 Prozent. Gegenüber 2007 wird das Daten-Roaming sogar um 91 Prozent billiger.

Roaming

Für das Surfen im Internet oder Datendownloads können Provider ab kommendem Montag nur noch maximal 45 Cent pro MByte zuzüglich Mehrwertsteuer verlangen. Die Abrechnung erfolgt im Kilobyte-Takt. Seit dem 1. Juli 2012 galt eine Obergrenze von 70 Cent pro MByte.

Die Kosten für abgehende und eingehende Anrufe betragen je Minute nun 24 Cent (minus 17 Prozent) beziehungsweise 7 Cent (minus 12,5 Prozent). Der maximale Preis für eine im EU-Ausland verschickte SMS liegt ab kommender Woche bei 8 Cent, was einer Preissenkung von 11 Prozent entspricht.

Aktuelle und geplante Preisobergrenzen auf der Endkundenebene (ohne MwSt.)

  seit 1. Juli 2012 ab 1. Juli 2013 ab 1. Juli 2014
Daten (pro MByte) 70 Cent 45 Cent 20 Cent
Abgehende Anrufe (pro Minute) 29 Cent 24 Cent 19 Cent
Eingehende Anrufe (pro Minute) 8 Cent 7 Cent 5 Cent
SMS-Versand (pro SMS) 9 Cent 8 Cent 6 Cent

Darüber hinaus gelten auch neue Preisobergrenzen auf der Vorleistungsebene. Gegenseitig dürfen sich die Provider für den Datenversand nur noch 15 Cent pro MByte, für den Sprachverkehr nur noch 10 Cent pro Minute sowie 2 Cent für den Versand einer SMS berechnen.

„Die jüngsten Preissenkungen lassen den Urlaubern mehr Geld im Portemonnaie und sind ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur endgültigen Abschaffung dieser Preisaufschläge“, wird Neelie Kroes, Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, in einer Pressemeldung zitiert. „Dies ist gut für die Verbraucher und Unternehmen, da es die Furcht vor hohen Kosten ausräumt und das Marktwachstum anregt.“

Derzeit plant die EU-Kommission die Abschaffung der Mobilfunk-Roaming-Gebühren zum 1. Juli 2014. Wie das im Detail funktionieren soll, müssen die 27 Kommissare und ihre Mitarbeiter in den nächsten Wochen noch festlegen. So ist schließlich nicht jeder Netzbetreiber in jedem Land vertreten. Telefoniert ein Kunde aber im Ausland bei einem anderen Provider, muss der Betreiber des genutzten Netzes in irgendeiner Weise vergütet werden – auch dann, wenn der Endkunde eine Flatrate gebucht hat und sich die Gebühr nicht einfach prozentual aufteilen lässt.

Sollte Kroes, die auch für die Digitale Agenda zuständig ist, mit diesem Vorhaben doch noch scheitern, können sich Verbraucher auf alle Fälle auf eine weitere Preissenkung ab 1. Juli 2014 freuen. Datendienste sollen dann pro MByte nur noch 20 Cent kosten, abgehende und eingehende Anrufe pro Minute nur noch 19 beziehungsweise 5 Cent und der Versand einer SMS 6 Cent.

[mit Material von Jo Best, ZDNet.com]

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