Facebook baut seinen Messenger für Android zum WhatsApp-Konkurrenten aus

Facebook hat seine Messenger-App für Android aktualisiert. Wichtigste Neuerung ist, dass für die Nutzung nicht mehr zwingend ein Facebook-Konto benötigt wird. Stattdessen setzt die Anwendung lediglich einen Namen und eine Telefonnummer voraus – ähnlich wie der trotz einiger Sicherheitsmängel beliebte WhatsApp Messenger.

Nachdem der Anwender die erforderlichen Daten angegeben hat, durchsucht die App automatisch das Adressbuch des Android-Geräts. Anschließend listet es alle Kontakte auf, die bereits Facebook Messenger verwenden. Mit ihnen kann der Nutzer dann sofort chatten.

Die jüngste Version des Facebook Messenger setzt zur Anmeldung nur noch einen Namen und eine Telefonnummer voraus (Bild: Facebook).

Die jüngste Version des Facebook Messenger setzt zur Anmeldung nur noch einen Namen und eine Telefonnummer voraus (Bild: Facebook).

Mit dem neuen Anmeldeverfahren will Facebook einen noch größeren Nutzerkreis erschließen, indem es auch User ohne Facebook-Konto anspricht und sie dazu bringt, auf seine Services zuzugreifen. Gleichzeitig ist es ein Weg, Mitglieder zur verstärkten Nutzung anzuregen, da sie nun eine Möglichkeit haben, mit Freunden zu kommunizieren, die nicht selbst bei Facebook sind.

Während E-Mail in Industrienationen großflächig verbreitet ist, haben Menschen in Schwellenländern häufig keinen Zugriff darauf. Auch in entwickelten Märkten wie den USA ist ein Trend zu beobachten, dass vor allem junge Anwender verstärkt über Textnachrichten oder Facebook statt über E-Mail kommunizieren. Diesen Umstand will das Social Network für sich nutzen.

Dem Unternehmen zufolge wird das neue Anmeldeverfahren zunächst nur in ausgewählten Ländern verfügbar sein, darunter Argentinien, Australien, Indien, Indonesien, Südafrika und Venezuela. Später soll es dann breiter ausgerollt werden. Laut einem Blogeintrag steht das Messenger-Update ab sofort im Google Play Store zum Download bereit; Messenger-Accounts sollen in den kommenden Wochen folgen.

Peter Deng auf der Le Web in Paris (Bild: Stephen Shankland/CNET)

Peter Deng auf der Le Web in Paris (Bild: Stephen Shankland/CNET)

“Als Ergebnis unseres Fokus auf den Mobilbereich haben wir in den letzten anderthalb Jahren viel in Mobile Messaging investiert. Wir haben festgestellt, dass die Leute mehr wollen, als SMS bieten kann. Wir möchten es den Menschen ermöglichen, sich zu vernetzen und sich dabei zu fühlen, als stünden sie in ständiger Kommunikation miteinander”, sagte Peter Deng, Director of Product bei Facebook, auf der Konferenz Le Web in Paris. Ihm zufolge soll das neue Anmeldeverfahren auch auf anderen Betriebssystemen eingeführt werden, inklusive iOS. Einen Zeitpunkt nannte er jedoch nicht.

Weiter betonte Deng, dass man nach Wegen suche, der neuen Art von Facebook-Nutzern – die keinen Zugriff auf E-Mail haben und kein klassisches Facebook-Konto anlegen – Zugriff auf andere Services zu geben, etwa Fotos. “Aber heute ist Messaging unser Ziel Nummer eins”, sagte er. Facebook will seinen Messenger nicht nur auf andere Smartphone-Plattformen bringen, sondern verstärkt auch seine Bemühungen, Feature Phones den Zugriff darauf zu ermöglichen. Deng zufolge greifen täglich über 7000 verschiedene Gerätemodelle auf Facebook zu. In Indien und Indonesien böten einige Carrier sogar spezielle Datentarife für Kunden an, die ausschließlich Facebook Messenger nutzen wollen. “Wir haben kürzlich eine Milliarde aktiver Nutzer pro Monat vermelden können, was ein guter Meilenstein für uns ist”, so Deng. “Aber viele Leute da draußen verwenden das Web nicht. Das ist großes, ungenutztes Potenzial.”

[mit Material von Shara Tibken, News.com]

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