Bitkom: Deutscher ITK-Markt wächst 2012 um 1,6 Prozent

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Der Hightech-Branchenverband Bitkom hat zum Auftakt der CeBIT in Hannover seine jüngste Prognose für den ITK-Markt in Deutschland bekannt gegeben. Demnach steigt der Umsatz mit Produkten und Diensten der Informationstechnologie, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik im Jahr 2012 um 1,6 Prozent auf 151 Milliarden Euro. Im Dezember hatte der Branchenverband noch ein Plus von 2,2 Prozent vorausgesagt.

„Die Innovationsdynamik der ITK-Branche ist ungebrochen hoch“, sagte Bitkom-Präsident Dieter Kempf in Hannover. „Die Schuldenkrise in Europa kann dem deutschen Hightech-Markt bislang nichts anhaben. Die Auftragsbücher der Unternehmen sind gut gefüllt.“ Zum Jahreswechsel 2011/2012 verzeichneten laut einer Bitkom-Umfrage fast drei Viertel der ITK-Firmen einen höheren Auftragseingang als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres.

Laut der aktuellen Prognose wird der Umsatz mit Informationstechnologie (IT-Hardware, Software, IT-Services) im Jahr 2012 in Deutschland um 3,1 Prozent auf 72,4 Milliarden Euro steigen. Der Markt mit IT-Hardware erzielt voraussichtlich ein Plus von 3 Prozent auf 20,6 Milliarden Euro. „Kräftige Verschiebungen gibt es innerhalb des PC-Marktes“, sagte Kempf. Der Umsatz mit stationären PCs soll um 4,4 Prozent und der mit Netbooks sogar um 31 Prozent sinken. Dagegen werden die Einnahmen mit Tablets voraussichtlich um 19 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro steigen. Auch das wichtige Geschäft mit Notebooks soll sich erholen und auf ein Umsatzplus von 4 Prozent kommen.

Der deutsche Software-Markt wird laut Bitkom-Schätzung um 4,4 Prozent auf knapp 17 Milliarden Euro wachsen. IT-Services wie Outsourcing und Wartung legen demnach um 2,5 Prozent auf 34,9 Milliarden Euro zu. „Software und IT-Dienste profitieren von der anhaltend starken Nachfrage aus der Wirtschaft nach neuen IT-Lösungen“, sagte Kempf. Zusätzliche Impulse bringe das Cloud Computing. Dieser Markt werde im laufenden Jahr um 47 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro wachsen.

In der Telekommunikation erwartet der Bitkom ein leichtes Umsatzplus in Höhe von 0,6 Prozent auf 66,1 Milliarden Euro. Wie bereits seit Jahren sinken die Umsätze mit Sprachdiensten sowohl im Festnetz (minus 7 Prozent) als auch im Mobilfunk (minus 4,7 Prozent). Gründe für den Rückgang seien neben einem intensiven Wettbewerb die Eingriffe der Regulierungsbehörden. Kempf: „Seit Jahren sinken die Termininierungsentgelte im Inland und die Roaminggebühren im Ausland. Dem Markt werden auf diese Weise Mittel entzogen, die für Investitionen in den Breitbandausbau im Festnetz und im Mobilfunk fehlen.“ Andere Segmente entwickeln sich jedoch positiv: Der Umsatz mit mobilen Datendiensten steigt um 12 Prozent auf 8,4 Milliarden Euro. Dank Smartphones legt der Markt für Mobiltelefone um 6,2 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro zu.

Etwas verhaltener läuft das Geschäft mit digitaler Unterhaltungselektronik. Der Markt verliert 2012 voraussichtlich knapp 1 Prozent auf 12,5 Milliarden Euro. Bei Flachbildfernsehern sollen die Absatzzahlen im Jahr von Fußball-EM und Olympia auf fast 10 Millionen Stück steigen, aber infolge des Preiswettbewerbs sinken die Umsätze.

Die insgesamt positiven Marktprognosen sorgen laut Bitkom auch für Impulse auf dem Arbeitsmarkt. Im vergangenen Jahr sei die Zahl der Beschäftigten in der ITK-Branche um 10.000 auf rund 858.000 gestiegen. „Im Jahr 2012 ist mit einem weiteren Anstieg der Beschäftigung in der ITK-Branche zu rechnen“, sagte Kempf. In der aktuellen Quartalsumfrage des Bitkom geben 64 Prozent der Unternehmen an, dass sie im laufenden Jahr zusätzliche Stellen schaffen wollen. In absoluten Zahlen erwartet der Verband ein Plus von mindestens 5000 bis 6000 neuen Jobs.

Einen weiteren Schub für den ITK-Markt soll die diesjährige CeBIT bringen. Leitthemen der Messe sind unter dem Motto „Managing Trust“ Vertrauen und Sicherheit in der digitalen Welt.

2012 soll der deutsche ITK-Markt erstmals die 150-Milliarden-Euro-Marke knacken (Bild: Bitkom).
2012 soll der deutsche ITK-Markt erstmals die 150-Milliarden-Euro-Marke knacken (Bild: Bitkom).

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