Foxconn-Chef vergleicht Belegschaft mit „Tieren“

Terry Gou erbat sich auf der Jahresabschlussfeier praktische Ratschläge vom Direktor des Zoos von Taipeh. Er ist Vorstandsvorsitzdender des Mutterkonzerns Hon Hai. Vergangene Woche hatten 300 Foxconn-Mitarbeiter mit Selbstmord gedroht.

Logo von Foxconn

Der Vorstandsvorsitzende von Foxconns Konzernmutter Hon Hai Precision Industry, Terry Gou, hat in einem Statement seine Mitarbeiter als „Tiere“ bezeichnet, weshalb er sich vom Direktor des Zoos von Taipeh beraten lassen wolle. Die Aussage fiel auf der Jahresabschlussfeier des Konzerns, wie Techcrunch berichtet.

Der Wortlaut wird wie folgt kolportiert: „Hon Hai hat über eine Million Mitarbeiter, und da Menschen auch zu den Tieren gehören, bereitet es mir Kopfzerbrechen, eine Million Tiere zu leiten.“ Vielleicht könne der Zoodirektor Chin Shin-Chien ihm einige Tipps geben. Im Lichte der Vorfälle bei Foxconn in den letzten Jahren ist die Wortwahl zumindest unglücklich.

Anschließend trat Gou seinen Witz auch noch breit und bat Chin auf die Bühne. Er möge an der Jahresbilanz teilhaben und Kommentare dazu abgeben. Während Chins Ausführungen über den Umgang mit bestimmten Tierarten gaben sich Gou und sein Management besonders aufmerksam. Zum Schluss wurde Chin aufgefordert, sich in die Rolle des Vorstands von Hon Hai zu versetzen.

Foxconn steht seit Jahren wegen regelmäßiger Selbstmorde von Angestellten in der Kritik. Gerade vergangene Woche hatten 300 Mitarbeiter der Foxconn-Fabrik Wuhan wegen unerträglicher Löhne und Arbeitsbedingungen mit Selbstmord gedroht. Erst nach zwei Tagen Verhandlungen konnte sie der Bürgermeister von Wuhan dazu bringen, das Fabrikdach zu verlassen, auf dem sie sich aufhielten.

Die Kritik an Foxconn hat sich auch auf das Image einiger US-Konzerne ausgewirkt, die dort fertigen lassen. Am häufigsten werden große Namen wie Apple und Microsoft genannt.

Themenseiten: Apple, Business, China, Foxconn, Microsoft, Mobile, iPad

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1 Kommentar zu Foxconn-Chef vergleicht Belegschaft mit „Tieren“

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  • Am 21. Januar 2012 um 9:35 von schulte

    Kognitive Dissonanz
    Ich bin immer wieder überrascht, wie viele iPhone-User nach solchen Nachrichten das Objekt ihrer Begierde zurückgeben, da sie es mit ihrem Selbstbild nicht vereinbaren können, dass sie mit dem Kauf Unternehmen, wie Foxconn in ihrem Verhalten bestätigen.
    Denn letztlich müsste ein Unternehmen wie Apple, dass erst vor kurzem einen viermal höheren Reingewinn als der größte PC-Hersteller HP eingefahren hat, doch nicht beim billigsten Lieferanten unter diesen Umständen produzieren lassen, oder?

    Gerade gestern wurde ich ziemlich angefeindet, als ich eine iPhone-Besitzerin in meinem Bekanntenkreis mit den Foxconn-Zuständen konfrontierte, als sie gerade eine Brandrede über geknechtete Schlecker-Mitarbeiter hielt, und dass sie auf Grund der miesen Arbeitsbedingungen dort noch nie eingekauft hat.
    Letztlich hat auch sie mit ihrem Verhalten dafür gesorgt, dass jetzt 30.000 Menschen auf der Straße sitzen.

    Aber das ist natürlich GAAAAAANNZZ etwas anderes! Schlecker ist schließlich ein mieser Ausbeuter und nicht Cool – geschweige denn Life-Style!

    Aber dafür gibt es sicherlich eine App!

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