Diaspora verschickt Einladungen für neugestaltete Alpha-Version

Das offene Soziale Netz befindet sich immer noch in einer geschlossenen Testphase. Demnächst soll es aber allen Nutzern zur Verfügung stehen. Sie können auch Profilbild und Name von Facebook importieren, statt ein neues Profil anzulegen.

Diaspora Logo

Das Open-Source-Netz Diaspora hat damit begonnen, Einladungen für seine überarbeitete Alpha-Version zu verschicken. Das berichtet der Blog TechCrunch. Interessierte können sich mit ihrer E-Mail-Adresse registrieren und erhalten nach Bearbeitung ihrer Anfrage Zugang zum System. Diaspora ist ein dezentral organisiertes, Peer-to-Peer-basiertes Soziales Netz. Es war vor knapp einem Jahr in eine limitierte Alpha-Phase gestartet und soll demnächst allen Nutzern offenstehen.

Seit seinem Start hat Diaspora unter anderem Hashtag-Following, Direktnachrichten, „Gefällt mir“-Buttons für Status-Updates und einen Nachrichten-Channel eingeführt. Zudem unterstützt es mittlerweile eine erste Anwendung: „Cubbi.es“ ermöglicht das unmittelbare Teilen von Fotos mit Hilfe einer Browser-Erweiterung.

Wer eine Einladung erhalten hat, schließt sich einer Gruppe von Nutzern an, die auf unabhängig gehosteten Servern eingerichtet sind statt auf einem einzelnen Hub, der alle verbindet. Nutzer können entweder ein neues Profil erstellen, oder ihr Facebook-Konto mit Diaspora verbinden, um Name und Profilbild zu importieren sowie das Cross-Posten von Einträgen zu erlauben.

Offenbar geht es den Gründern weniger darum, eine Art Anti-Facebook zu sein, sondern stärker um ein möglichst reibungsloses Nutzererlebnis. Via Diaspora geteilte Updates lassen sich auch auf Facebook, Twitter und Tumblr veröffentlichen. Bilder oder eine XML-Datei mit Profilinformationen können einfach heruntergeladen werden.

Diaspora hat das Design seiner Website überarbeitet (Screenshot: ZDNet).
Diaspora hat das Design seiner Website überarbeitet (Screenshot: ZDNet).

Finanziert wird das Projekt ausschließlich durch Spenden. Mitte Oktober hatte PayPal das Konto des Social Network kommentarlos eingefroren, gab es jedoch wenige Tage später wieder frei. Überschattet wird das Redesign derzeit vom Tod eines der Gründer des Social Network: Ilya Zhitomirskiy ist TechCrunch zufolge am Wochenende gestorben. Die Ursache ist noch unklar. Zhitomirskiy wurde nur 22 Jahre alt.

Zhitomirskiy hatte Diaspora gemeinsam mit seinen Studienkollegen Daniel Grippi, Maxwell Salzberg und Raphael Sofaer von der New York University gegründet. Mitte September 2010 ging eine Testversion live, wenig später veröffentlichte das Soziale Netz seinen Quellcode. Ende November vergangenen Jahres startete die Alpha-Phase, in der sich das Projekt seither befindet.

Diaspora ermöglicht das Erstellen von „Aspekten“ – persönlichen Listen, anhand derer Anwender entscheiden können, welche Informationen sie mit wem teilen möchten. Anders als Facebook soll es Nutzern größtmögliche Kontrolle über die veröffentlichten Daten geben. „Wir haben uns darauf konzentriert, ein klares kontextuelles Modell zum Teilen von Informationen zu schaffen. Das bedeutet, dass Nutzer intuitiv entscheiden können, welche Informationen ihre Arbeitskollegen sehen dürfen und welche ihre Trinkkumpane“, heißt es vonseiten der Gründer.

Themenseiten: Big Data, Datenschutz, Facebook, Internet, Networking, Open Source, Privacy, Soziale Netze

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1 Kommentar zu Diaspora verschickt Einladungen für neugestaltete Alpha-Version

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  • Am 15. November 2011 um 22:38 von punkhead

    Diaspora
    Über dieses Großartige Projekt sollte noch mehr berichtet werden. Hier werden die persönlichen Daten gewahrt. Natürlich gibt es hier noch nicht so viele Zusätze wie in Facebook, aber wer brauch denn den ganzen Quatsch. Ich will mich mit meine Freunden unterhalten-fertig!
    Facebook-Das hält doch kein Schwein mehr aus. Niemand hat Lust, sich in seine Einzelteile zerlegen zulassen.
    Diaspora ist super. Vor allem durch die Tags nachdem man Gleichgesinnte findet. So etwas gibt es gar nicht bei Facebook.
    Diaspora wird nun auch von Komunen unterstützt wie z.B. Münster. http://monaspora.wordpress.com/2011/11/10/hallo-welt/#more-1
    Das nenne ich mal Fortschritt und nicht Oligopol.
    Facebook wird hoffentlich das Schicksal erleiden wie myspace. Tolles Ding aber nicht im Sinne des Menschen. Es heißt ja auch Soziales Netztwerk.
    Danke erst einmal für den Bericht.

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