Nintendo prognostiziert ersten Jahresverlust der Firmengeschichte

Im Finanzjahr 2011 rechnet es mit einem Minus von 187 Millionen Euro. Gründe sind die schlechten Verkaufszahlen der Mobilkonsole 3DS und der starke Yen. Im ersten Halbjahr hat Nintendo 489 Millionen Euro an Wechselkursverlusten erlitten.

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Maue Verkaufszahlen der Mobilkonsole 3DS und ein starker Yen bescheren Nintendo voraussichtlich den ersten Jahresverlust der Firmengeschichte. 1981 (PDF) hatte das Unternehmen erstmals seine Finanzdaten offengelegt. Für das Geschäftsjahr 2011, das am 31. März 2012 endet, rechnen die Japaner mit einem Minus in Höhe von bis zu 20 Milliarden Yen (187 Millionen Euro). Zuvor waren sie nach eigenen Angaben (PDF) von einem Gewinn von 20 Milliarden Yen ausgegangen. Analysten waren Bloomberg zufolge im Durchschnitt von 12,2 Milliarden Yen Gewinn ausgegangen.

Der Wechselkurs von Euro zu Yen befindet sich derzeit auf einem Zehnjahreshoch, und auch gegenüber dem Dollar hat er gewonnen. Nintendo generiert rund 80 Prozent seines Umsatzes in Europa und Amerika. Laut Präsident und CEO Satoru Iwata war eine solche Wertsteigerung des Yen nicht absehbar. Nintendo beziffert den Verlust aufgrund von Wechselkursen im vergangenen halben Jahr mit 52,4 Milliarden Yen (489 Millionen Euro).

Das Unternehmen hatte im August den Preis für die Nintendo 3DS um 40 Prozent reduziert – um der Abwanderung von Nutzern zu iPhone, iPad und Facebook entgegenzuwirken. „Wir senken beständig die Kosten und planen, nahtlos große Titel zu veröffentlichen“, sagte Iwata auf einer Pressekonferenz im japanischen Osaka. Im Vergleich zum Vorjahr hat die Nintendo-Aktie rund 50 Prozent an Wert eingebüßt und steht derzeit bei 11.260 Yen (105 Euro).

Mitte September hatte Iwata einmal mehr bekräftigt, sein Unternehmen werde keine Spiele für Smartphones herausbringen. Er erwäge die Option nicht einmal, sagte er in einem Interview mit der japanischen Nachrichten-Website Nikkei. Zwar könne Nintendo mit Spielen wie Super Mario Bros für das iPhone sicherlich kurzfristig Gewinne machen, dies sei aber nicht mit den langfristigen Plänen des Unternehmens vereinbar.

Nach den jüngsten Zahlen der NPD Group ist Microsoft mit seiner Xbox 360 weiterhin Marktführer bei Spielkonsolen. Im September verkaufte es 438.000 Stück und kam so auf einen Marktanteil von 42 Prozent. Auf Platz zwei liegt Nintendos Wii mit 240.000 verkauften Stück. Die 3D-Mobilkonsole 3DS wurde 260.000-mal verkauft. Die DS ging noch 145.000-mal über den Ladentisch. Sony meldete keine Stückzahlen. Insgesamt wurden jedoch nur 1,16 Milliarden Dollar mit Hardware, Software und Zubehör umgesetzt – 6 Prozent weniger als die 1,23 Milliarden im September 2010.

Themenseiten: Business, Konsole, Nintendo, Quartalszahlen

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