Sprint klagt gegen Fusion von AT&T und T-Mobile USA

Die Übernahme soll gegen ein US-Kartellgesetz verstoßen. Sprint erwartet höhere Preise für Verbraucher und eine Schwächung des Wettbewerbs. AT&T sieht als Vorteile des Geschäfts den Ausbau von 4G-Netzen und neu entstehende Stellen.

Logo von AT&T und Logo von T-Mobile

Sprint hat bei einem Bundesgericht in Washington DC eine Klage gegen den geplanten Verkauf von T-Mobile USA an AT&T eingereicht. Das Geschäft soll gegen das US-Kartellgesetz „Clayton Antitrust Act“ verstoßen. Die Klage ist vor demselben Gericht anhängig wie der Antrag, mit dem das US-Justizministerium den Zusammenschluss der beiden Firmen aufhalten will.

„Sprint lehnt die von AT&T vorgeschlagene Übernahme von T-Mobile USA ab“, wird Susan Haller, Vice President für Rechtsstreitigkeiten bei Sprint, in einer Pressemitteilung zitiert. Mit der Klage trete Sprint für die Rechte von Verbrauchern und den Wettbewerb ein und trage zum Nachweis bei, dass die Transaktion illegal sei.

In einer ZDNet vorliegenden Kopie der Klageschrift schreibt Sprint: „Die Übernahme von T-Mobile ist schamlos wettbewerbsfeindlich. Der Kauf würde auf einen Schlag einen von vier landesweiten Wettbewerbern eliminieren und einen zweiten [nämlich Sprint] an den Rand drängen, was den Markt in ein Duopol im Stil der Achtzigerjahre zurückversetzt.“ Verbraucher müssten zudem höhere Preise erdulden und auf Innovationen verzichten.

Ein Gemeinschaftsunternehmen aus AT&T und T-Mobile USA würde zum größten Mobilfunkanbieter des Landes aufsteigen. AT&T erhalte dadurch zunehmende Kontrolle über Roaming und Mobilfunkfrequenzen, so Sprint. Seine neue Marktstellung werde zudem zum Ausschluss von Mitbewerbern, einer Steigerung ihrer Kosten und einer Schwächung des Wettbewerbs führen.

AT&T argumentiert, dass das Geschäft mehr Effizienz und bessere Dienste mit sich bringen wird, vor allem in ländlichen Gebieten der Vereinigten Staaten. Zudem will AT&T 5000 Callcenter-Jobs zurück in die USA holen, falls die Akquisition genehmigt wird. Bei einem Scheitern droht dem Mobilfunkanbieter die Zahlung einer Vertragsstrafe von 6 Milliarden Dollar, davon 3 Milliarden Dollar in bar.

„Sprint ist mehr daran interessiert, sich selbst zu schützen, als für den Wettbewerb einzutreten, von dem Verbraucher profitieren“, sagte ein AT&T-Sprecher. Sein Unternehmen werde sich energisch zur Wehr setzen, da der Zusammenschluss AT&T dabei helfe, weitere 55 Millionen Amerikaner mit LTE-Breitbanddiensten zu versorgen, was Milliardeninvestitionen und die Schaffung Zehntausender neuer Jobs nach sich ziehe.

Neben Sprint und dem US-Justizministerium äußerte auch der Chef der Kommunikationsbehörde FCC Bedenken gegenüber dem Verkauf von T-Mobile USA an AT&T. Damit muss AT&T nun insgesamt drei Hürden aus dem Weg räumen, um die Übernahme wie geplant abschließen zu können.

Themenseiten: AT&T, Business, Deutsche Telekom, LTE, T-Mobile, Übernahmen

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