WebCL: Khronos entwickelt Browser-Variante von OpenCL

Sie ist eng mit WebGL verwandt. WebCL eignet sich für rechenintensive Aufgaben, die sich parallelisieren lassen. Laut Khronos-Präsident Neil Trevett ist mittels GPGPU-Computing im Browser eine bis zu 100-mal höhere Leistung möglich.

Physik-Berechnungen lassen sich mit WebCL beschleunigen (Bild: Samsung).
Physik-Berechnungen lassen sich mit WebCL beschleunigen (Bild: Samsung).

Unter der Führung der Khronos Group arbeiten verschiedene Unternehmen an einer neuen API namens WebCL. Sie soll die hardwarebeschleunigte Berechnung von Anwendungsprozessen mithilfe eines Grafikchips (GPGPU-Computing) im Browser ermöglichen.

WebCL ist eng mit WebGL verwandt, das sich allerdings auf hardwarebeschleunigte 3D-Grafiken beschränkt. WebGL basiert auf OpenGL, einem ausgereiften Grafik-API-Standard, der ebenfalls von Khronos entwickelt wurde.

WebCL setzt im Gegenzug auf dem viel jüngeren OpenCL auf. Es ist insbesondere für mathematische Aufgaben geeignet, die sich in unabhängige Teile herunterbrechen und parallel verarbeiten lassen. Zudem verbraucht es weniger Energie. Einsatzgebiete für WebCL wären etwa Algorithmen zur Bildverarbeitung oder Physik-Engines.

„Wenn man eine GPU statt der CPU für Bilder und rechenintensive Aufgaben heranzieht, die sich parallelisieren lassen, hat man eine 5- bis 100-fache Leistungssteigerung“, erklärte Neil Trevett, Vizepräsident für mobile Inhalte bei Nvidia und Präsident der Khronos Group. WebCL kann jedoch auch auf einer normalen CPU laufen.

Erste Versuche, die GPU für andere Rechenaufgaben heranzuziehen, trugen erst mit einer neuen Generation von Schnittstellen Früchte: etwa Nvidias CUDA, Microsofts DirectCompute und Khronos‘ OpenCL, das unter Mac OS X Verwendung findet. WebCL ist ein OpenCL-Derivat, das sich JavaScript bedient. „Zwar kann die Performance von in JavaScript geschriebenen Web-Apps nicht mit optimierten, nativen Spielen mithalten, aber die jüngsten Verbesserungen in JavaScript und das Faktum, dass sich sowohl WebGL als auch WebCL effektiv über JavaScript steuern lassen, ermöglicht eine überraschend gute Leistung“, sagte Trevett.

Der erste Vorschlag für einen WebCL-Prototyp war von Nokia gekommen, das ein WebCL-Add-on für Firefox entwickelte. Anfang Juli integrierte Samsung einige Funktionen der API in die Browser-Engine WebKit, die etwa die Basis für Apples und Googles Browser bildet.

Unklar ist, welche beziehungsweise ob überhaupt ein WebKit-Browser WebCL unterstützen wird. Eine Möglichkeit wäre etwa der in Samsungs Bada integrierte Browser, der ebenfalls auf der Engine basiert. Auch die Standardisierung von WebCL ist jedoch noch nicht abgeschlossen.

„Typischerweise könnte man damit eine Physik-Engine für ein 3D-Spiel im Browser beschleunigen, indem man WebGL für die Grafik nutzt. Oder das Editieren von HD-Fotos und -Videos – geschmeidig und interaktiv im Browser“, so Trevett. „Wenn wir Millionen von Webentwicklern Zugang zu High-Performance-Grafik und paralleler Rechenleistung geben, treten wir damit eine Welle der Kreativität los, die in großartig innovative Webanwendungen münden wird, von denen wir noch nicht einmal geträumt haben.“

Bezüglich der Schwestertechnologie WebGL hatten zuletzt einige Unternehmen Sicherheitsbedenken geäußert. Mozilla deaktivierte in Firefox 5 Cross-Domain-Elemente als Quelle für WebGL-Texturen. Auch Chrome 13 blockiert aus Sicherheitsgründen Cross-Domain-Texturen.

Themenseiten: 3D-Content, Browser, Forschung, Internet, Khronos Group

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