Facebook-Klage: Holzhändler Ceglia legt neue Beweise vor

Er will sich nun mit 50 Prozent an Facebook zufrieden geben. E-Mails sollen belegen, dass es schon vor dem Start des Social Network Streit mit Mark Zuckerberg gegeben hat. Der hat angeblich auch Ceglias Projekt StreetFax boykottiert.

Facebook-CEO Mark Zuckerberg soll sich in E-Mails mit dem Holzpellet-Händler Paul Ceglia gestritten haben (Bild: ZDNet).
Facebook-CEO Mark Zuckerberg soll sich in E-Mails mit dem Holzpellet-Händler Paul Ceglia gestritten haben (Bild: ZDNet).

Holzpellet-Händler Paul Ceglia, der versucht einen 84-Prozent-Anteil an Facebook einzuklagen, hat E-Mails vorgelegt, die angeblich von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg stammen. Sie sollen beweisen, dass Ceglia zumindest 50 Prozent am Social Network zustehen, wie Bloomberg berichtet.

Ceglia hatte Zuckerberg 2003 nach eigenen Angaben für ein Projekt namens „StreetFax“ angeheuert. Zuckerberg soll 1000 Dollar für Code-Arbeiten erhalten haben, plus 1000 Dollar, die Ceglia angeblich in Zuckerbergs Projekt „The Face Book“ investiert hat – und die ihm demnach 50 Prozent am Social Network eintrugen. Zusätzlich habe ihm Zuckerberg ein zusätzliches Prozent für jeden Tag versprochen, den sich der Start von „The Face Book“ nach dem 1. Januar 2004 verspäten würde, erklärte Ceglia. Aus dieser Rechnung ergeben sich die ursprünglich geforderten 84 Prozent.

Seine Ende Juni 2010 eingereichte Klage hat Ceglia nun um mehr als ein Dutzend Nachrichten erweitert, die angeblich von ihm und Zuckerberg stammen. Sie enthalten Details zu Design, Entwicklung, Business-Plan und letztlich auch einen Disput über vertragliche Vereinbarung bezüglich Zuckerbergs Harvard-Projekt „The Face Book“.

In einer E-Mail vom 30. Juli 2003 bittet Zuckerberg Ceglia darum, den Code der Suchmaschine für Ceglias Projekt StreetFax auch für sein eigenes verwenden zu dürfen. Am 22. November 2003 informiert Zuckerberg Ceglia über eine Konkurrenz-Site weiterer Harvard-Studenten – eine der zentralen Szenen des Films „The Social Network“ von David Fincher.

In einer weiteren E-Mail vom 5. Januar 2004 schreibt Ceglia: „Der 1. Januar ist schon eine Weile vorbei, und soweit ich weiß, hast du noch gar nichts für die Site gemacht. Ich habe dir im November zusätzliche 1000 Dollar gegeben, sodass wir sie vor diesen anderen Typen live kriegen. Du weißt, dass du das Geld von anderen nicht für Frauen und Bier ausgeben kannst, oder was auch immer du in Harvard so tust.“ In seiner Antwort einen Tag später bittet Zuckerberg Ceglia darum, darauf zu verzichten, seine Eltern zu informieren. Sie hätten nichts mit Zuckerbergs Geschäften zu tun.

In der überarbeiteten Klage beschuldigt Ceglia den Facebook-CEO zusätzlich, die Website StreetFax.com mehrere Male gehackt und den Code verändert zu haben, weshalb er sie vom Netz habe nehmen müssen. Interessanterweise kommt Ceglias Revision am selben Tag, an dem ein Berufungsgericht gegen die beiden Winklevoss-Brüder entschieden hat. Cameron und Tyler Winklevoss wollten sich mehr nicht mit einem 65 Millionen Dollar schweren Vergleich aus dem Jahr 2008 zufrieden geben. Sie behaupten, Zuckerberg hätte ihnen die Idee zu Facebook gestohlen.

Themenseiten: E-Mail, Facebook, Gerichtsurteil, Internet, Networking, Soziale Netze

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