Facebook löscht Intifada-Seite auf Antrag Israels

Die Betreiber hatten zu Gewalt gegen Israelis und Juden allgemein aufgerufen. Sie drohten mit einem Massenboykott, sollte die Seite offline gehen. Es sind bereits einige Nachahmer aufgetaucht, die ähnliche Inhalte verbreiten.

Facebook hat auf Antrag Israels eine Seite offline genommen, die für eine dritte Intifada geworben hatte. Die israelische Regierung hatte sich darüber beschwert, dass die Seite zu Gewalt gegen Juden aufhetzte, wie CNN berichtet.

Der US-Nachrichtensender zitiert eine Stellungnahme des Social Network, wonach „Third Palestinian Intifada“ innerhalb eines Monats über 350.000 „Likes“ generiert hat. Facebook habe die Seite entfernt, weil sie direkte Aufrufe zu Gewalt enthielt.

„Die Seite startete als Aufruf zu friedvollen Protesten, obwohl sie einen Begriff benutzte, der in der Vergangenheit mit Gewalt in Verbindung gebracht wurde“, heißt es seitens Facebook. Zudem hätten die Administratoren Kommentare, die zu Gewalt aufriefen, zunächst selbsttätig gelöscht. Je beliebter die Seite, desto aggressiver wurden demnach auch die Kommentare. Zuletzt hätten auch die Betreiber eingestimmt. „Nachdem die Administratoren wiederholt Warnungen über Postings erhalten haben, die unsere AGB verletzen, haben wir die Seite vom Netz genommen.“

Juli-Joel Edelstein, Israels Minister für Information und Diaspora-Angelegenheiten, hatte sich vergangene Woche in einem Brief an Facebook-Gründer Mark Zuckerberg gewandt und beanstandet, die Intifada-Seite rufe zur „Tötung von Israelis und Juden sowie zur Befreiung von Jerusalem und Palästina mittels Gewalt“ auf. Facebook habe andererseits jedoch auch viel Potenzial, die Massen für gute Zwecke zu begeistern.

Neben Edelstein lobte CNN zufolge auch die pro-israelische Anti-Defamation League Facebooks Schritt. Dem Social Network war zuvor sowohl von der israelischen Regierung als auch von Pro-Israel-Organisationen vorgeworfen worden, es ignoriere seine eigenen Nutzungsbedingungen, die die Veröffentlichung von Inhalten verbieten, die „verabscheuungswürdig, bedrohlich oder pornografisch sind, zu Gewalt auffordern oder Nacktheit sowie Gewalt enthalten“.

Die Intifada-Seite war Anfang März online gegangen. In einem Posting vom 24. März behaupteten die Administratoren laut CNN, ihr Ansatz sei friedlich und sie unterstützten lediglich die Meinungsfreiheit. Es sei nicht fair, eine Seite aus Tausenden herauszupicken, die ähnliche Inhalte verbreiteten. Die Betreiber drohten zudem mit einem Massenboykott seitens muslimischer Nutzer, sollte die Seite tatsächlich entfernt werden. CNN zufolge ist seit der Löschung der ursprünglichen „Third Palestinian Intifada“ eine Reihe gleichnamiger Seiten auf Facebook aufgetaucht.

Themenseiten: Facebook, Internet, Kommunikation, Krise, Networking, Soziale Netze, Zensur

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