Telekom einigt sich mit Vivendi im Rechtsstreit um PTC

Die Telekom zahlt für die fehlenden 51 Prozent am polnischen Telekommunikationskonzern insgesamt 2,1 Milliarden Euro. Vivendi erhält 1,25 Milliarden Euro und tritt alle Rechte ab. Die gerichtlichen Auseinandersetzungen dauerten über elf Jahre an.

Die Deutsche Telekom und Vivendi haben einen elf Jahre währenden Rechtsstreit um den Mobilfunkanbieter Polska Telefonia Cyfrowa (PTC) beigelegt. Die Telekom zahlt insgesamt 1,4 Milliarden Euro an das französische Medienunternehmen sowie an den polnischen Mischkonzern Elektrim und erhöht damit ihren Anteil an PTC auf 100 Prozent. Der überwiegende Teil der Summe geht nach Angaben des Bonner Konzerns als zweite Kaufpreis-Teilzahlung an Elektrim.

Einschließlich einer 2006 gezahlten Rate von 700 Millionen Euro ergebe sich für die Übernahme der fehlenden 51 Prozent der PTC-Anteile ein Preis von rund 2,1 Milliarden Euro, teilte die Telekom mit. „Das war kaufmännisch der beste Deal, den ich je bei der Telekom gemacht habe“, sagte Finanzchef Timotheus Höttges der Financial Times Deutschland. „Das ist ein guter Tag für den polnischen Mobilfunkmarkt und unsere polnischen Kunden.“ Die Vereinbarung zwischen allen Parteien und die endgültige juristische Klarheit seien ein klares Signal für PTCs strategische Entwicklung und ebneten dem Unternehmen den Weg in die Zukunft.

Der Vergleich soll bis Ende März 2011 abgeschlossen sein. Mit der Einigung werden laut Telekom alle Rechtsstreitigkeiten zwischen den drei Parteien unwiderruflich beigelegt. Vivendi erhält nach eigenen Angaben insgesamt rund 1,25 Milliarden Euro.

Die Telekom hatte ursprünglich 49 Prozent der Anteile an PTC gehalten; Elektrim gehörten zunächst 48 Prozent. Vor elf Jahren gründete der polnische Konzern die Holding Elektrim Telekomunikacja (ET) mit Vivendi, in die er seine PTC-Anteile einbrachte. ET wird wiederum mehrheitlich (51 Prozent) von den Franzosen kontrolliert.

Ein Wiener Schiedsgericht entschied Ende 2004, dass Elektrim seine PTC-Anteile nie in die Holding hätte einbringen dürfen. Es forderte Elektrim auf, binnen zwei Monaten die PTC-Aktien von der Holding zurückzukaufen.

Die Telekom übte vor fünf Jahren eine Kaufoption auf weitere 48 Prozent von PTC aus. Vivendi reichte dagegen bei verschiedenen Gerichten Klage ein, scheiterte aber. Zwischenzeitlich bot es 2,5 Milliarden für den 49-Prozent-Anteil der Telekom.

Nun erfolgt seitens der Telekom die zweite Teilzahlung für besagte 48 Prozent an Elektrim. Die verbleibenden 3 Prozent erwirbt die Telekom nach eigener Aussage durch den Kauf der beiden Zwischenholdings Carcom und Autoinvest. Die Anteile an diesen beiden Unternehmen halten ebenfalls Elektrim (49 Prozent) und Vivendi (51 Prozent).

PTC gehört mit einem Marktanteil von 29 Prozent zu den Marktführern in Polen. Mit 13,3 Millionen Kunden und einem Umsatz von 1,4 Milliarden Euro in den ersten drei Quartalen 2010 ist es die größte Mobilfunktochter der Telekom in Osteuropa.

Themenseiten: Business, Deutsche Telekom, Gerichtsurteil, Kommunikation, Networking, Netzwerk, PTC, Telekom, Telekommunikation, Urheberrecht

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