TomorrowNow-Prozess: Oracle fordert weitere 212 Millionen Dollar von SAP

Der Datenbankanbieter will einen Ausgleich für entgangene Zinsen. SAP hält dies für unbegründet. Das Walldorfer Unternehmen prüft weiterhin, ob es ein im November ergangenes Urteil anfechtet.

Oracle hat seine Forderungen aus dem Ende November gewonnenen Rechtsstreit mit SAP nachträglich erhöht. Einem Bericht der San Jose Mercury News zufolge soll das Walldorfer Softwarehaus nun neben den 1,3 Milliarden Dollar Schadenersatz weitere 211,7 Millionen Dollar als Ausgleich für entgangene Zinsen an Oracle zahlen.

Erst durch die Zahlung von Zinsen werde man vollständig für die Softwarelizenzen entschädigt, die SAP 2005 und 2006 hätte kaufen müssen, heißt es in Unterlagen, die Oracle beim zuständigen Gericht eingereicht hat. Es ist allerdings fraglich, ob sich die Richter dieser Argumentation anschließen werden.

„Wir glauben nicht, dass Oracle in diesem Fall zusätzlich zum angeordneten Schadenersatz eine weitere Entschädigung zusteht“, heißt es von SAP. „Natürlich sind wir vom Ausgang des Verfahrens enttäuscht und prüfen alle verfügbaren Optionen. Dabei handelt es sich unglücklicherweise um ein langwieriges Verfahren und wir hoffen weiterhin, dass die Angelegenheit ohne einen mehrjährigen Rechtsstreit angemessen beigelegt werden kann.“

Ende November hatten die Geschworenen im Rechtsstreit zwischen Oracle und SAP um Urheberrechtsverletzungen der SAP-Tochter TomorrowNow dem US-Datenbankanbieter 1,3 Milliarden Dollar Schadenersatz zugesprochen. Im August hatte SAP die Verantwortung für die mutmaßlich von TomorrowNow begangenen Straftaten übernommen und die von Oracle geforderten Schadenersatzansprüche von mehreren Milliarden Dollar zurückgewiesen. Nach Ansicht von SAP steht Oracle eine Entschädigung auf Basis tatsächlich entstandener Kosten zu, die die Anwälte des Walldorfer Unternehmens im Verlauf des Verfahrens mit 28 Millionen Dollar bezifferten.

Themenseiten: Business, Oracle, SAP, Tomorrow Now, Urheberrecht

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