US-Militär klagt mutmaßlichen Wikileaks-Informanten an

Bradley Manning wird Verrat von Militärgeheimnissen vorgeworfen. In Kürze entscheidet sich, ob er vor ein Militärgericht kommt. Wikileaks will "möglicherweise" ein Verteidigerteam engagieren.

Das US-Militär hat mittlerweile Anklage gegen den mutmaßlichen Wikileaks-Informanten erhoben.

Das US-Militär hat den mutmaßlichen Wikileaks-Informanten Bradley Manning offiziell wegen Verrats angeklagt. Der Nachrichtenanalyst soll den Betreibern des Internetportals vertrauliche Dokumente zugespielt haben – darunter jenes Video, in dem zu sehen ist, wie US-Soldaten aus einem Kampfhubschrauber auf unbewaffnete Iraki schießen.

Manning werden zwei Verstöße gegen den Uniform Code of Military Justice (UCMJ) vorgeworfen. Er habe widerrechtlich Informationen auf seinen privaten Computer übertragen und an Dritte weitergegeben. Damit verletzte er die „gute Ordnung und Disziplin“ der Armee mit dem Ziel, sie in Misskredit zu bringen. Er habe wissentlich seine Zugriffskompetenzen überschritten und militärische Geheimnisse verraten.

In einer sogenannten Untersuchung nach Artikel 32 – ähnlich einer zivilen Anhörung vor einer Grand Jury – wird nun entschieden, ob sich Manning vor dem Militärgericht verantworten muss. Wikileaks werde Manning verteidigen, sagte Julian Assange, ein ehemaliger Hacker, der zum öffentlichen Gesicht der Seite avancierte. Möglicherweise werde Wikileaks ein Team von Anwälten engagieren.

In der Zwischenzeit ist mit BradleyManning.org die erste Website online gegangen, die für Unterstützung wirbt – „denn wahrer Heldenmut verdient keine Bestrafung“. Die dazugehörige Facebook-Seite SaveBradley wurde Anfang Juni gegründet und hat bereits über 4000 Fans.

Manning sitzt seit Ende Mai in Kuwait in Untersuchungshaft. Ausgeliefert hatte ihn Adrian Lamo, ein ehemaligrn Hacker, vor dem Manning via Onlinechat und E-Mail mit seinen Taten geprahlt hatte.

Die Anklageschrift gegen Private First Class Bradley Manning ist vier Seiten lang.

Themenseiten: Big Data, Datendiebstahl, Datenschutz, Internet, Politik, Wikileaks

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