Twitter verbietet Anzeigenverkäufe durch Drittanbieter

Das Social Network nimmt die Werbung mit "Promoted Tweets" selbst in die Hand. Es will dadurch angeblich die Qualität des Dienstes erhalten. Zu viel Werbung könnte Twitter zufolge Anwender vergraulen.

Twitter verbannt externe Werbenetzwerke aus seinem Mikrobloggingdienst und nimmt das Anzeigengeschäft selbst in die Hand. Dieser Schritt solle die Qualität des Services sicherstellen, erklärt Chief Operating Officer Dick Costolo in einem Blogbeitrag.

„Wir erlauben keinem Drittanbieter mehr, bezahlte Tweets in die Timeline irgendeines Dienstes einzufügen, der die Twitter-API nutzt“, schreibt Costolo. Die einzige Ausnahme des Werbeverbots sind die Twitter-eigenen „Promoted Tweets„, die im April 2010 präsentiert wurden.

„Die Werbenetzwerke von Drittanbietern kümmern sich nicht unbedingt darum, dass Twitter so einzigartig bleibt, wie es gedacht war“, so Costolo weiter. „Sie optimieren ihr Angebot entweder auf Marktanteile oder kurzfristige Gewinne – und das auf Kosten des langfristigen Wohlergehens der Twitter-Plattform. Ein Werbenetzwerk könnte beispielsweise die Views und die Klickraten seiner Anzeigen maximieren, ohne Rücksicht darauf zu nehmen, dass die Twitter-Nutzung wegen enttäuschter Anwender effektiv zurückgeht.“

Twitter bestätigte gegenüber ZDNet, dass das Werbeverbot nicht die Vermarkter betreffe, die direkt mit prominenten Twitter-Anwendern zusammenarbeiteten, um bezahlte Tweets zu posten. Ein Beispiel ist das amerikanische TV-Sternchen Kim Kardashian, das angeblich 10.000 US-Dollar (rund 8000 Euro) pro gesponsertem Tweet verlangt.

Twitters Entscheidung trifft vor allem Start-ups, die auf der Twitter-Plattform Geld verdienen wollten. Werbenetzwerke wie Adly oder TweetUp müssen nun mit Twitter selbst konkurrieren, was viele von ihnen vom Markt verdrängen könnte.

Aber nicht nur Werbenetzwerke sind betroffen. Die Entwicklung Twitters weg von einer offenen Plattform hin zu einem Unternehmen mit konkretem Businessplan hat viele Drittanbieter unter Druck gesetzt. So bietet der Mikrobloggingdienst seit kurzem eigene Clients für Blackberry, Android oder das iPhone an.

Auf seiner Entwicklerkonferenz Chirp im April hatte Twitter unter Verweis auf die neue Zitierfunktion („Annotations“) versucht, nervös gewordene Entwickler zu beruhigen. Costolo erwähnt das Feature ebenfalls in seinem Blogbeitrag: „Wenn die Zitierfunktion verfügbar ist, gibt es für die Twitter-Plattform eine neue Verdienstmöglichkeit, zusätzlich zu den bereits vorhandenen. Wir sind überzeugt davon, dass Entwickler tolle Sachen mit der Zitierfunktion machen werden, von denen wir jetzt noch keine Vorstellung haben.“

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