EU warnt vor staatlichen Hackerangriffen auf 5G-Netzwerke

Die Zunahme von softwarebasierten Netzwerkkomponenten erhöht das Risiko von Sicherheitslücken. Die EU kritisiert aber auch mögliche Abhängigkeiten von einzelnen Lieferanten. Der Name Huawei fällt in dem von der EU-Kommission und der Cybersicherheitsbehörde erstellten Bericht nicht.

Die Europäische Kommission und die EU-Behörde für Cybersicherheit haben in einem Bericht mögliche Sicherheitsprobleme aufgeführt, die die Umstellung auf den Mobilfunkstandard 5G mit sich bringen soll. Vor allem die zunehmende Nutzung von Software innerhalb von 5G-Netzwerken, beispielsweise für Virtualisierung und Slicing, sollen ein Risiko darstellen.

5G-Mobilfunk (Bild: Shutterstock)Der Bericht warnt aber auch vor fehlenden Qualifikationen auf Seiten der Mobilfunkanbieter, die deswegen auf ihre Lieferanten angewiesen seien. Darüber hinaus warnt die EU vor Abhängigkeiten von einzelnen Lieferanten, vor allem wenn diese im EU-Ausland ansässig seien.

“ Die zunehmende Rolle von Software und Dienstleistungen, die von Drittanbietern in 5G-Netzen bereitgestellt werden, führt zu einer größeren Gefährdung durch eine Reihe von Schwachstellen, die sich aus dem Risikoprofil einzelner Anbieter ergeben können“, heißt es in dem Bericht der EU. „Größere Sicherheitsmängel, wie sie sich aus schlechten Softwareentwicklungsprozessen bei Ausrüstungslieferanten ergeben, könnten es den Akteuren leichter machen, absichtliche Hintertüren böswillig in Produkte einzufügen und sie auch schwerer zu erkennen. Dies kann die Möglichkeit ihrer Ausnutzung erhöhen, was zu besonders schwerwiegenden und weitreichenden negativen Auswirkungen führen kann.“

Den Mitgliedstaaten empfiehlt die EU, nicht nur auf die Qualität und technischen Fähigkeiten eines Lieferanten zu achten, sondern auch auf mögliche nicht technische Schwachstellen. Darunter versteht die EU beispielsweise enge Beziehungen eines Unternehmens zur Regierung seines Heimatlands. Aber auch die Rechtsstaatlichkeit oder fehlende Datenschutzabkommen dieser Länder mit der EU, die Eigentümerstruktur des Lieferanten sollten laut EU bei der Wahl eines Partners berücksichtigt werden.

„Vor allem gefährliche Drittstaaten könnten Druck auf 5G-Lieferanten ausführen, um Cyberangriffe auszuführen, die ihren nationalen Interessen entsprechen“, heißt es weiter in dem Bericht. „Der Grad der Gefährdung durch dieses Risiko wird stark beeinflusst durch das Ausmaß, in dem der Lieferant Zugang zum Netz hat, insbesondere zu seinen sensibelsten Bereichen, und durch das Risikoprofil des einzelnen Lieferanten.“

Auch wenn der Name Huawei in dem Bericht nicht genannt wird, ist davon auszugehen, dass sich einige der genannten Bedenken konkret gegen den chinesischen Netzwerkausrüster richten. Davon ist auch Nate Synder überzeugt, ehemaliger Vertreter des US-Heimatschutzministeriums, der jetzt leitender Berater für Counterterrorism und Homeland Security bei Cambridge Global Advisors ist. „Huawei-Netzwerke sind ein Kartenhaus, das durch schäbige Kodierung und eine löchrige Lieferkette mit unzähligen Einstiegsmöglichkeiten für staatliche und nichtstaatliche Akteure, organisierte Kriminalität und terroristische Gruppen – cyberbasiert und anderweitig – gestützt wird, um diese auszunutzen. Der EU-Bericht bestätigt, dass ein 5G-Netzwerk von Huawei in der gesamten EU (und den USA) ein Alptraum für die Spionageabwehr ist.

Der Bericht basiert auf Risikobewertungen, die die EU-Mitglieder auf Nachfrage der EU-Kommission erstellt haben. Bis zum Jahresende will sich die EU nun auf Maßnahmen einigen, die diese Risiken einschränken sollen. Bis Ende 2020 soll ermittelt werden, ob die Empfehlungen des Berichts weitere Maßnahmen erforderlich machen.

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