Mac-Malware gibt sich als Börsen-App aus und stiehlt Nutzerdaten

Unbekannte fälschen die legitime App Stockfolio. Sie kombinieren sie mit einem Trojaner und einem gefälschten digitalen Zertifikat. Die Malware stiehlt persönliche Daten und Informationen über den Mac des Opfers und empfängt per Reverse Shell zusätzliche Befehle.

Trend Micro warnt vor einem neuen Trojaner, der sich gegen Nutzer von Apples Desktop-Betriebssystem macOS richtet. Der Trojan.MacOS.GMERA genannte Schädling, der bisher in zwei Varianten vorliegt, gibt sich als die legitime Börsenhandels-App Stockfolio aus. Sie ist unter anderem in der Lage, persönliche Daten auszuspähen, und Daten über den verwendeten Mac zu sammeln.

Malware (Bild: Shutterstock/Blue Island)Entdeckt wurde die Schadsoftware von Trend Micros Machine-Learning-System, das bestimmte Shell-Skripte als verdächtig einstufte. Tatsächlich enthielt das erste analysierte Muster neben der legitimen Stockfolio-App eine versteckte und verschlüsselte Datei, wobei die Stockfolio-App (Version 1.4.13) mit einem gefälschten Zertifikat versehen war.

Wird die gefälschte App installiert, werden auch zwei Skripte gestartet, von denen eines den Nutzernamen und die IP-Adresse aufzeichnet sowie die Inhalte der Ordner „Anwendungen“, „Dokumente“ und „Desktop“ erfasst. Diese Daten speichert die Malware in einer verschlüsselten Datei und lädt sie auf einen Server im Internet hoch. Das andere ist für die Installation der eigentlichen Börsen-App zuständig.

Mithilfe des gefälschten digitalen Zertifikats der ersten Variante fand Trend Micro eine neuere B-Variante des Trojaners. Sie war bereits im Juni 2019 auf VirusTotal hochgeladen worden. Auch sie basiert auf der eigentlich veralteten Version 1.4.13 von Stockfolio – aktuell ist die Version 1.5.

Um sich dauerhaft auf einem Mac einzurichten legt die neue Variante eine Property List (plist-Datei) an. Sie wiederum startet eine Reverse-Shell, mit der die Malware Befehle von einem Server im Internet empfangen kann.

„Angesichts der Veränderungen, die wir von der ersten Iteration der Malware-Variante bis zur aktuellen Version gesehen haben, beobachten wir einen Trend, bei dem die Malware-Autoren ihre Routine vereinfacht und um weitere Funktionen erweitert haben. Es ist möglich, dass die Hintermänner nach Möglichkeiten suchen, sie effizienter zu gestalten – vielleicht sogar in Zukunft mit Ausweichmechanismen.

Apple teilte auf Nachfrage von Trend Micro mit, dass das für den Trojaner verwendete digitale Zertifikat bereits im Juli wiederrufen wurde. Darüber hinaus rät der japanische Sicherheitsanbieter, Apps nur aus vertrauenswürdigen Quellten zu installieren.

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