Qualcomm verklagt Apple wegen Geheimnisverrats an Intel

Apple soll Qualcomms Mitbewerber proprietären Code zur Verfügung gestellt haben. Es geht um Software, die die Zusammenarbeit von Qualcomm-Chips mit iPhone-Komponenten anderer Hersteller gewährleistet. Apple soll unter anderem eine vertraglich vereinbarte Prüfung verweigern.

Qualcomm hat im Rechtsstreit mit Apple ein neues Kapitel aufgeschlagen. Einer bei einem Gericht im US-Bundesstaat Kalifornien eingereichten Klage zufolge soll der iPhone-Hersteller gegen einen Softwarelizenzvertrag mit Qualcomm verstoßen haben, indem er angeblich proprietären Code an Qualcomms Konkurrenten Intel weitergab.

Apple und Qualcomm (Bild: Apple, Qualcomm)Wie Bloomberg berichtet, gilt der Lizenzvertrag für von Qualcomm entwickelte Software, die sicherstellen soll, dass die Chips des Unternehmens mit anderen Komponenten des iPhone zusammenarbeiten. Qualcomm gehe nun davon aus, dass Apple Teile des Codes Intel zur Verfügung gestellt habe, um dem Unternehmen bei der Weiterentwicklung seiner eigenen Chips zu helfen.

Die Weitergabe des Codes an Intel unterstellt Qualcomm, weil Apple dem Unternehmen untersage, den Umgang des iPhone-Herstellers mit seinem Code zu überprüfen – was laut Qualcomm der Lizenzvertrag vorschreibt. Außerdem soll Apple in einer E-Mail proprietäre Informationen von Qualcomm abgefragt haben, auf deren Verteilerliste auch ein Intel-Techniker stand. Darüber hinaus soll ein Apple-Ingenieur, der mit einem anderen Mitbewerber zusammenarbeitet, einen Kollegen gebeten haben, bei Qualcomm Informationen über eine Technik für Datendownloads zu beschaffen.

Kurz zuvor hatte Bloomberg berichtet, dass Apple bei künftigen iPhone- und iPad-Modellen auf Qualcomm-Komponenten verzichten will. Schätzungen zufolge soll Apple für etwa 7,5 Prozent von Qualcomms Umsatz verantwortlich sein.

Im Streit zwischen Apple und Qualcomm geht es unter anderem um die Lizenzverträge, die der Chiphersteller mit seinen Kunden vereinbart. Qualcomm soll die Lizenzierung seines geistigen Eigentums vom Kauf seiner Produkte abhängig machen. Ähnliche Vorwürfe erheben auch Kartellbehörden in Europa und den USA. Qualcomm wiederum behauptet, Apple habe die Geschäftsbeziehung falsch dargestellt und damit die Kartellermittlungen begünstigt.

Vorwürfe zu wettbewerbsfeindlichen Geschäftsmodellen weist Qualcomm stets zurück. Trotzdem musste das US-Unternehmen zuletzt zweimal recht tief in die Tasche greifen und millionenschwere Geldstrafen begleichen. Im ersten Quartal erhielt die Korea Fair Trade Commission 868 Millionen Dollar und im vierten Quartal die Taiwan Fair Trade Commission 778 Millionen Dollar. Ein Schiedsgericht entschied zudem im zweiten Quartal, dass Blackberry Anspruch auf die Rückzahlung von Lizenzgebühren in Höhe von 974 Millionen Dollar habe. Als Folge brach Qualcomms Jahresgewinn der Anfang der Woche veröffentlichten Bilanz zufolge um 57 Prozent ein.

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Themenseiten: Apple, Kartell, Qualcomm, iPhone

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