Adwind: Remote Access Trojan greift Luftfahrtindustrie in Österreich und der Schweiz an

Er infiziert Java-Installationen und ist damit unabhängig vom Betriebssystem. Die Verbreitung erfolgt über Phishing-E-Mails. Laut Trend Micro steigt die Zahl der Adwind-E-Mails von 5286 im Januar auf 117.649 im Juni.

Trend Micro warnt vor der Rückkehr des Remote Access Trojan Adwind. Die auch unter den Namen AlienSpy, Frutas, Unrecom, Sockrat, JSocket und jRat bekannte Malware ist in der Lage, Windows, macOS, Linux und Android zu infizieren. Im Rahmen einer aktuellen Phishing-Kampagne nimmt sie überwiegend Luftfahrtunternehmen in den USA, der Ukraine, der Schweiz und Österreich ins Visier.

Malware (Bild: Maksim Kabakou/Shutterstock)Erstmals wurde Adwind 2013 entdeckt. Seitdem sei der Trojaner zwar niemals wirklich inaktiv gewesen, im Juni habe sich seine Verbreitung jedoch deutlich erhöht, so Trend Micro weiter. Forscher des Unternehmens entdeckten demnach im vergangenen Monat 117.649 Adwind-E-Mails. Im Mai waren es lediglich 56.564, im Januar 2017 sogar nur 5286.

Adwind wird im Darknet als Malware-as-a-Service angeboten. Schätzungen zufolge gibt es mehr als 1800 Adwind-Nutzer, die den Hintermännern der Schadsoftware ein jährliches Einkommen von mehr als 200.000 Dollar bescheren sollen. Da Adwind Java-Installationen angreift, kann der Trojaner unabhängig vom Betriebssystem eingesetzt werden. Einzige Voraussetzung ist eben, dass Oracle Java vorhanden ist.

Aktuell versuchen Cyberkriminelle, mithilfe von Phishing-E-Mails und Social Engineering Nutzer dazu zu verleiten, auf schädliche Links zu klicken. Gelingt die Täuschung, wird eine speziell präparierte PIF-Datei heruntergeladen, die wiederum einen Wrapper nachlädt, der per Visual Basic Script schließlich den in einem Java-Archiv enthaltenen Schadcode einschleust und ausführt.

Ein mit Adwind infiziertes System muss als vollständig kompromittiert angesehen werden. Die Malware ist in der Lage, Anmeldedaten zu stehlen und alle Tastatureingaben aufzuzeichnen und an seine Hintermänner zu übermitteln. Adwind kann aber auch Screenshots anfertigen und Fotos und Videos aufnehmen, falls eine Webcam vorhanden ist.

Frühere Varianten von Adwind wurden auch für Angriffe auf Banken und dänische Unternehmen benutzt. Sie waren zudem in der Lage, infizierte Rechner zu einem Botnetz hinzuzufügen.

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[mit Material von Danny Palmer, ZDNet.com]

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Themenseiten: Cybercrime, Hacker, Java, Malware, Phishing, Trend Micro

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