macOS Sierra: Cloud-Funktionen sorgen für Ärger

Unter Umständen kann es zum Datenverlust kommen. iCloud Drive hat offenbar Probleme, mehrere zu synchronisierende Macs eindeutig zu unterscheiden. Apple ist der Fehler bekannt. Es arbeitet einem Support-Mitarbeiter zufolge bereits an einer Lösung.

Eine der Neuerungen, die Apple mit macOS Sierra 10.12 eingeführt hat, funktioniert offenbar nicht wie vorgesehen. Das beschreibt zumindest Josh Marshall in seinem Blog Talking Points Memo. Die Aktivierung der Funktion, die es Nutzern erlauben soll, mit ihrem iPhone auf Dateien auf ihrem Mac zuzugreifen, führte bei ihm zur Löschung aller Dateien auf dem Desktop und im Dokumente-Ordner.

macOS Sierra 10.12 (Bild: Apple)„Jetzt werden die Dateien auf deinem Schreibtisch und in deinem Dokumente-Ordner – wo die meisten Dateien liegen – automatisch in iCloud Drive gespeichert und aktuell gehalten, damit du immer von deinen iOS Geräten und sogar von einem anderen Mac darauf zugreifen kannst“, schreibt Apple auf seiner Website.

Marshall stellte nach der Aktivierung der Funktion jedoch fest, das iCloud ungewollt den Desktop seines geschäftlichen genutzten Macs mit dem Desktop seines privaten Macs synchronisierte – „ohne zu erkennen, dass es sich um unterschiedliche Computer handelt. Ich habe dann versucht, den Haken zu entfernen, der den Prozess ausgelöst hat. Eine Benachrichtigung sagte mir, dass die bereits mit iCloud synchronisierten Dateien nicht gelöscht würden. Also habe ich das bestätigt“, schreibt Marshall.

„Danach war alles verschwunden. Alle Dateien auf meinem Desktop waren weg. Alle Dateien in meinem Dokumente-Ordner waren weg“, heißt es weiter in dem Blogeintrag. Ein Mitarbeiter des Apple-Supports habe ihm bestätigt, dass es sich um ein neu aufkommendes Problem handle, von dem Apple bereits wisse, für das es aber noch keine klare Lösung gebe.

Theoretisch müsste iCloud in der Lage sein, mehrere Clients zu unterscheiden, da jeder Mac nicht nur eine eindeutige Seriennummer, sondern auch eine eindeutige MAC-Adresse hat. Somit sollte es auch möglich sein, Dokumente unterschiedlicher Macs in unterschiedlichen Ordnern in der Cloud abzulegen.

Marshall konnte sein Problem schließlich mithilfe des Apple-Supports und eines aktuellen Time-Machine-Backups lösen. Allerdings musste er vorher macOS Sierra vollständig neu installieren und einrichten.

Es ist nicht das erste Mal, dass Apple eine neue cloudbasierte Funktion einführt, die ungewollt Nutzerdaten löscht. Ähnliches war schon 2015 nach dem Start des Streamingdiensts Apple Music passiert. Damals berichtete der Blogger Jim Dalrymple, wie Marshall bekennender Apple-Fan, Apple Music habe 4700 Songs unwiderruflich aus seiner iTunes-Match-Bibliothek gelöscht. Im Gegensatz zu Marshall hatte Dalrymple jedoch keine aktuelle Datensicherung.

Kritik an Apple in Sachen Online-Technologien äußerte 2012 der ehemalige Entwickler Patrick B. Gibson. Apple missrate einfach jedes Projekt, das mit dem Internet zu tun habe. Seinerzeit empfahl er seinem Ex-Arbeitgeber die Übernahme von Twitter. Das Unternehmen sei zwar nicht wegen der Komponente Social für Apple interessant, sondern weil man so an Personal komme, das sich auf erfolgreiche Online-Projekte verstehe.

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[mit Material von Robin Harris, ZDNet.com]

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Stefan Beiersmann
Autor: Stefan Beiersmann
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Neueste Kommentare 

7 Kommentare zu macOS Sierra: Cloud-Funktionen sorgen für Ärger

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  • Am 29. September 2016 um 12:24 von Junge,

    junge, junge. Ein Alptraum für jeden dem was an seinen Daten liegt. Wer so einen Schrott nutzt ist aber letztlich selbst schuld.

    • Am 1. Oktober 2016 um 0:47 von Alter

      Zum Glück gibt es ja die ganzheitliche Lösung TimeMachine. Zack den gesamten Mac wiederhergestellt. Fertig.

      Der der es nicht nutzt, ist selbst schuld. ;)

      • Am 1. Oktober 2016 um 10:53 von AppleVersteher

        Und TimeMaschine ist ganz große Sch… Ich will nicht immer einen gesammten Mac wiederherstellen wenn ich nur ein paar Dateien gelöscht habe. Und was ist dann mit den Daten die nach dem Backup geändert wurden? Einfach weg. Absolut undurchdachter Müll.

        • Am 2. Oktober 2016 um 20:55 von PeerH

          Guter Beweis über absolutes Nichtwissen, gepaart mit dem Bedürfnis dennoch etwas von sich zu geben.
          Geht meistens in die Hose – wie man sieht. ;-)

        • Am 2. Oktober 2016 um 23:12 von PeerH

          Oder anders gesagt:

          „Mein Name ist AppleVersteher, und ich …

          [ ] habe Erfahrung mit TimeMachine
          [x] habe keine Ahnung von TimeMachine

          … und deswegen kommentiere ich das auch.“

          • Am 6. Oktober 2016 um 8:52 von ...

            Ganz starke Argumente…

  • Am 3. November 2016 um 20:50 von Robert N.

    Ich habe seit 10.12 das Problem dass der Prozess „cloudd“ meist 120% und mehr CPU Auslastung verursacht. Das Problem bestand wohl bereits bei 10.10 in 2014, wurde wohl aber gefixt.
    Bei meinem MBP 2012 mündet dies zwar noch in keinem Wasserball-Symbol, allerdings schaltet sich der Lüfter ständig an.
    Auch ein löschen des Ordners „CloudDocs“ unter ~/Library/Application Support/ bringt leider nichts, das war „damals“ des Rätsels Lösung..
    Rätselhaft. Werde es mal reporten.

    MBP 2012, i7 2,9GHz, 16GB, 1TB HDD, 500GB SSD (FusionDrive), macOS Sierra 10.12

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