USA-Besucher sollen Social-Media-Konten preisgeben

Zoll und Einwanderungsbehörde wollen künftig Nutzernamen und weitere Details zu Online-Präsenzen von Besuchern abfragen. Die Angabe dieser Daten erfolgt allerdings freiwillig. Die Behörden wollen so die Sicherheitsüberprüfung bei der Einreise verbessern.

Der US-Zoll sowie das Heimatschutzministerium wollen künftig auch die Social-Media-Konten von Personen überprüfen, die in die USA einreisen wollen. Das geht aus einer im Federal Register, dem Amtsblatt der US-Regierung, veröffentlichten Notiz hervor.

USA-Flagge (Bild: Shutterstock)„Bitte geben Sie Informationen zu Ihrer Online-Präsenz – Anbieter/Plattform – ihre Bezeichnung in Sozialen Medien ein“, soll demnach eine Frage lauten, die der Zoll und die Einwanderungsbehörde den Reisenden künftig stellen wollen. Allerdings ist die Beantwortung diese Frage nicht verpflichtend. „Die Sammlung von Social-Media-Daten verbessert das vorhandene Ermittlungsverfahren und gibt dem Heimatschutz mehr Klarheit über mögliche gefährliche Aktivitäten und Verbindungen“, heißt es in der Notiz.

Die Social-Media-Daten sollen unter anderem mit dem ESTA-Formular abgefragt werden. Es muss vor der Abreise in die USA ausgefüllt werden und erlaubt einen Aufenthalt von bis zu 90 Tagen – „die mühsame Beantragung eines Visums auf klassischem Wege über die Botschaft enthält durch den ESTA-Antrag“, heißt es auf der ESTA-Website. Die Frage soll zudem zum Formular I-94 hinzugefügt werden, das unter Umständen bei der Einreise ausgefüllt werden muss.

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Ob die Abfrage von Social-Media-Konten bei der Einreise in die USA eingeführt wird, ist noch nicht entschieden. Die Veröffentlichung im Amtsblatt hat unter anderem das Ziel, innerhalb von 60 Tagen Kommentare zur Notwendigkeit der Erweiterung einzuholen.

Die Kosten für die Verarbeitung dieser Daten schätzen die Behörden auf mehr als 300 Millionen Dollar jährlich. Sie beziehen auf mehr als 32 Millionen Reisende, die jedes Jahr die Vereinigten Staaten besuchen und dafür entweder einen ESTA-Antrag stellen oder ein I-94-Formular ausfüllen. 23 Millionen Besucher nutzen demnach alleine das ESTA-Formular.

[mit Material von Chris Duckett, ZDNet.com]

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5 Kommentare zu USA-Besucher sollen Social-Media-Konten preisgeben

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  • Am 27. Juni 2016 um 9:38 von Hi, hi...

    …und was machen diejenigen, die tatsächlich keine Social-Media-Konten haben? Gelten diese (wenn’s denn nicht mehr optional ist) als Verweigerer und potentielle Terroristen?

    • Am 27. Juni 2016 um 17:09 von Judas Ischias

      Dann fällst Du unter Generalverdacht.;)
      Denn die die Angaben sind ja „freiwillig“, und da man als „guter“ Tourist nichts zu verbergen hat, kann man doch dann sicher auch noch diese paar Angaben machen.
      Denn nur wer etwas zu verbergen hat, wird diese Angaben verweigern wollen, und sei es mit solch einer lächerlichen Begründung, keines dieser Social-Media-Konten zu besitzen.
      Wie soll man denn das Gegenteil beweisen?
      Und warum sollte man denn wirklich nicht dort unterwegs sein?
      Wenn Du solche Gründe wie Datenschutz, ausschnüffeln und was hier sonst noch so geäußert wird angibst, machst Du Dich doch erst richtig verdächtig.
      Ich bin froh, dass ich viele Jahre vorher meine Reisen in und durch die USA gemacht habe, und für mich keinen wirklichen Anreiz mehr gibt, noch ein paar weitere Reisen in die USA zu machen.

  • Am 27. Juni 2016 um 12:47 von hugo

    Die können auch meine DNA und mein Blutbild haben. Wer verantwortungsvoll mit seinen persönlichen Daten umgeht dem juckt so was gar nicht. Wenn ein Staat so was verlangt bleibt man zuhause oder man akzeptiert es. Einfach solche Konten deaktivieren, löschen und vor allem während des USA-Urlaubs nie benutzen!
    Habe in meiner Jugend solche Schikanen an der Tschechischen-und DDR Grenze erlebt, damals halt noch auf einem anderen Niveau, aber die USA ist mittlerweile viel besser als Honecker oder Stalin je waren und sie sind auch noch stolz darauf Ihre eigenen Leute zu bespitzeln ohne IM’s anwerben zu müssen. Ich glaub ja nachwievor das die meisten Stasimitarbeiter direkt zum NSA gewechselt sind, den dazu braucht man schon eine skrupellose Gesinnung.

  • Am 28. Juni 2016 um 11:27 von hach ja

    @ Judas Ischias ich hoffe ihr beitrag war ironisch gemeint…auch als „guter“ tourist muss man doch nicht jedem alles sagen oder sagen sie ihrer familie und besten freund ihre kontokarte samt pin weil sie ja „gut“ sind…auch wenn das sprichwort “ vertrauen ist gut kontrolle ist besser“ heißt aber dieses ganze ausspionieren unter den deckmantel „terrorschutz“ ist doch scheinheilig ohne ende…wer ist denn schuld an dem terror…wer beginnt denn kriege aus scheinheiligen gründen…bestimmt nicht der islamist sondern der dumme westen oder haben sie jemals in der geschichte gelesen das der islam einen krieg angefangen hat…das man sein volk schützen will kann ich verstehen aber nicht um jeden preis…und das selbst der beste schutz nicht hilft sieht man ja an den amokläufen und zz an der EM wie schnell man doch irgendwas rein bekommt wenn man will

  • Am 28. Juni 2016 um 16:02 von Kommentator

    Einmal mehr wird deutlich, dass die Menscheit, wegen böswilligem Handeln Weniger, die höchsten Güter Aller – wie Leben und Freiheit – beschneidet und somit eigentlich alle (außer diejenigen, die für den Terror verantwortlich sind) in ein Gefängnis sperrt…Was für eine verdrehte Welt! Wir sind an einem Punkt angekommen, an dem die Hysterie „Pro Sicherheit“ sich verselbstständigt! Und das zum Schaden aller! Es ist höchste Zeit, neue Ansätze zur Lösung dieser Probleme zu finden. Noch ist es möglich…

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